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Widerstände gegen umstrittenes Projekt

Wallberg-Teich: CSU-Gemeinderat spricht sich für Bürgerbegehren aus

Von Christopher Horn

Aktualisierung vom 9. August / 21:53 Uhr
Bereits bei den öffentlichen Diskussionen hatte sich Josef Lang (CSU) klar gegen das Vorhaben auf dem Wallberg ausgesprochen. „Ich bin dagegen, auf einem Bergrücken einen Speicherteich zu errichten“, so der Politiker im Gemeinderat.

Mit seiner Haltung stand Lang im Rottacher Gemeinderat nicht alleine da. Sechs Räte stimmten gegen den 70 x 20 m großen Speichersee zwischen Panoramarestaurant und Wallbergkircherl. Zwölf votierten jedoch dafür. Eine Niederlage, die die Gegner nicht einfach so hinnehmen möchten.

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So wie auf diesem Schaubild soll der geplante Speicherteich auf dem Wallberg einmal aussehen Bild: Gemeinde Rotach-Egern
So wie auf diesem Schaubild soll der Speicherteich auf dem Wallberg einmal aussehen / Bild: Gemeinde Rottach-Egern

Der CSU-Politiker möchte am liebsten, dass die Bürger in einem Begehren selbst über das Vorhaben abstimmen. Gegenüber dem Merkur erklärt Lang, dass ein paar Rodeltage mehr im Jahr es nicht wert seien, dass man den Wallbergkamm kaputtmacht. Ein Bürgerbegehren soll das in vielen Augen „verantwortungslose Projekt“ kippen. Und der Polizist steht mit seiner Position nicht alleine da, wie die vielen Kommentare im ursprünglichen Artikel weiter unten gezeigt haben.

Dabei unterstützen auch einige von Langs Fraktionskollegen aus der CSU seinen Kurs. So erklärt Christian Köck, gleichzeitig Rottacher Bürgermeister-Kandidat der Christsozialen, gegenüber der Zeitung, dass er klar gegen das Projekt der Brauneck- und Wallbergbahnen GmbH sei.

Wenn ich da oben stehe, den Alpenhauptkamm vor mir habe und auf der anderen Seite den See in seiner ganzen Schönheit, dann brauche ich in dieser Höhe von 1600 Metern keinen zusätzlichen Teich mehr.

Dabei sind es vor allem die konkrete Pläne und der Platz auf dem Rücken, die die Gegner auf die Barrikaden bringen. Vier Meter tief könnte der See laut Aussage von Lang werden. Ein zwei Meter hoher Wall dürfte das Wasser im „Speicherteich“ stauen. Die vielen Argumente, die gegen das Vorhaben der Betreiber sprechen, hatte bereits ein Kommentator zusammengefasst:

– Wie bereits erwähnt, die Aggregate fehlen auf dem Bild. Bei einem relativ kleinen Teich fallen die besonders ins Auge, zumal da oben wenig Platz ist.

– Der Teich ist nur die halbe Wahrheit, denn das Wasser muß auch auf die Rodelbahn. Dazu muß eine Leitung vom Gipfel bis zum Ende der Rodelbahn gebaut werden. Strom + Wasser, und wir reden hier nicht über einen Gartenschlauch, sondern etwas vom Ausmaß eines Abwassertunnels.

– Die Umwälzpumpe hilft nicht gegen Algen, sondern nur gegen das Einfrieren, gegen Algen benötigt man zusätzlich einen Filter, der regelmäßig gewartet werden muß.

– Die Wasserversorgung kann im Sommer sehr kritisch werden, will man den Teich voll haben, muß Wasser vom Tal bergauf gepumpt werden.

(…)

Josef Lang / Quelle: Gemeinde Rottach-Egern
CSU-Gemeinderat Josef Lang / Quelle: Gemeinde Rottach-Egern
Auf Unterstützung für seinen Kurs kann Josef Lang also auch aus der Bevölkerung zählen. Dabei wäre er auch bereit, das Begehren zu initiieren.

Inwieweit sich der Rottacher Gemeinderat mit dem Vorstoß in seiner nächsten Sitzung nach der langen Sommerpause befasst, wird man Mitte September sehen.

Gemeinde hat nicht das letzte Wort

So oder so sind die Möglichkeiten von Rottach eingeschränkt. Das wurde bereits in der Juni-Sitzung klar, als der Bauamtsleiter Walter Hübsch erklärte, dass es sich bei dem Verfahren um ein wasserrechtliches Verfahren handle, bei dem die Gemeinde nur eine Stellungnahme abgeben könne. Die Stellungnahmen sammelt schließlich das Landratsamt in Miesbach, das auch abschließend über den Standort entscheidet.

Und Andreas Holderer vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim erklärte auf Nachfrage vor zwei Monaten, dass man den Standort auf dem Bergrücken geprüft und für wasserrechtlich machbar erachtet habe. „Je nachdem, für wie gewichtig man die Einwände der Gemeinde dort erachtet, wird man den Wallbergbahnen nahe legen, von dem Standort zwischen Wallbergbahn und Panoramarestaurant Abstand zu nehmen oder nicht.“

Nachdem sich die Gemeinde allerdings mit 12 zu 6 Stimmen für den Teich an der nun in der Kritik stehenden Stelle ausgesprochen hat, müssen die Gegner vor allem auf das Bürgerbegehren zählen. Auf ein Entgegenkommen der Betreiber können Lang und seine Mitstreiter nicht hoffen. So hatte der Geschäftsführer der Bergbahnen, Peter Lorenz, bereits erklärt, dass man zwar Varianten geprüft habe, „zum Bergrücken gibt es jedoch keine Alternative.“

Ursprünglicher Artikel vom 25. Juli mit der Überschrift: “Doch ein Speicherteich auf dem Wallberg”
Die Wallberg-Rodelbahn soll sicherer und moderner werden. Aus diesem Grund wollen die Betreiber gefährliche Stellen auf der Rodelstrecke verbreitern und eine zusätzliche Beschneiung installieren.

Um die Schneekanonen mit Wasser versorgen zu können, soll, wie berichtet, ein Speicherteich gebaut werden. Im Juni lehnte der Rottacher Gemeinderat den Speicherteich noch ab, nun ließ man sich von Geschäftsführer der Wallbergbahn, Peter Lorenz, und einem Planer überzeugen.

Auf dem Wallberg soll ein Speicherteich entstehen, entweder auf dem Bergrücken neben der Bahn oder in der Senke am Wallberghaus
Die Variante in der Senke am Wallberghaus sei keine Option, machten die Bahnverantwortlichen klar.

Die Rodelbahn am Wallberg ist mit rund 6,5 Kilometern die längste Naturrodelbahn Deutschlands. Doch leider ist sie auch eine der gefährlichsten. Vertreter des ADAC stellten in den vergangenen beiden Jahren Sicherheitsmängel auf der Strecke fest.

Gemeinde zunächst dagegen

Dessen sind sich auch die Betreiber bewusst und planen daher umfangreiche Nachbesserungen. Zum einen sollen gefährliche Stellen auf der Rodelstrecke verbreitert, zum anderen die Beschneiung ausgeweitet werden.

Damit wollen die Verantwortlichen auch sicherstellen, dass die Bahn den gesamten Winter über befahrbar bleibt. Noch im Juni hatte sich der Gemeinderat klar gegen den 70 Meter langen und 20 Meter breiten Speicherteich zwischen Panorama-Restaurant und Wallbergkircherl ausgesprochen. Dieser soll insgesamt 2.000 Kubikmeter Wasser fassen und von Regen- und dem Dachwasser der Bergstation versorgt werden.

„Ich begrüße es, dass die Bahn sicherer werden soll. Bin aber dagegen, auf einem Bergrücken einen Speicherteich zu errichten“, so Josef Lang (CSU) in der Sitzung im Juni. Zudem befürchtete man, dass sich der Teich bei niedrigem Wasserstand in einen stinkenden Tümpel verwandeln könnte. So stellte die Gemeinde Rottach-Egern klar, eine andere Variante in der Senke an der ehemaligen Talstation des Kircherlhangliftes zu bevorzugen.

Position am Bergrücken die einzig machbare

Da diese aber aus verschiedenen Gründen für die Betreiber der Wallbergbahn nicht infrage kommt, war Geschäftsführer Peter Lorenz gemeinsam mit einem Planer in der gestrigen Sitzung nochmals vor Ort, um für die Stelle am Bergrücken zu werben.

„Wir haben verschiedene Varianten geprüft, für die am Bergrücken gibt es aber keine Alternative“, so der zuständige Planer Helmut Steinwender. Sowohl was die Wasserversorgung betrifft, aber auch aus biologischen und energetischen Gründen sei die Position direkt neben der Bergstation der Wallbergbahn die einzig machbare, so Steinwender weiter. Und auch das Wasserwirtschaftsamt hat unterdessen grünes Licht für diese Variante gegeben.

Die Gemeinderäte standen nun also vor der Entscheidung, den Teich endgültig abzulehnen oder ihn doch an der ungeliebten Stelle auf dem Bergrücken zuzulassen. „Im Sommer, wenn da wenig Wasser drin ist, werden sich Algen in dem Becken bilden“, erneuerte Josef Lang seine Befürchtung. Und auch Andreas Erlacher (FWG) betonte, dass man an diesem touristisch so wichtigen Standort eine Garantie brauche, dass sich kein stinkender Tümpel bilde.

So wie auf diesem Schaubild soll der geplante Speicherteich auf dem Wallberg einmal aussehen Bild: Gemeinde Rotach-Egern
So wie auf diesem Schaubild soll der Speicherteich auf dem Wallberg einmal aussehen / Bild: Gemeinde Rottach-Egern

Experte Steinwender betonte, dass man die Zirkulation des Wassers durch eine Pumpe sicherstelle und dass das Becken immer mindestens zur Hälfte gefüllt sei. Eine hundertprozentige Sicherheit wollte aber auch er nicht geben. Die Idee von Geschäftsführer Peter Lorenz, in Notfällen die Trinkwasserquellen auf dem Wallberg anzuzapfen, um den Teich mit dem nötigen Wasser zu versorgen, stieß unterdessen auf wenig Gegenliebe. „Das kommt überhaupt nicht infrage. Das Wasser wird im Sommer schon für die Almbauern knapp“, so Christian Köck (CSU).

Wichtig für den Tourismus

Bei aller Skepsis gegenüber der Position des Speicherteiches war sich der Gemeinderat sehr wohl der touristischen Bedeutung der Wallberg-Rodelbahn bewusst. Man brauche eine schneesichere Rodelbahn, so Martin Goldhofer (Freie Wähler). Wallbergbahn Geschäftsführer Peter Lorenz erläuterte daraufhin, was ein solcher Speicherteich für den Rodelbetrieb bedeuten würde.

„In schlechten Wintern ist die Strecke nur rund 60 Tage befahrbar. Mit dem Teich können wir 90 Tage sicher erreichen.“

Darüber hinaus soll der Teich auch im Sommer noch mehr Einheimische und Touristen auf den Wallberg locken. Am Ende lief es auf eine Kampfabstimmung hinaus. Dabei sprach sich der Rottacher Gemeinderat mit 12:6 Stimmen für die Errichtung des Teiches aus.

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