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So läuft's mit den Selbsttests an der Rottacher Grund- und Mittelschule

Dr. Kasperl ist nicht der Brüller

Von Sabiene Hemkes

Maskenpflicht, Abstandsregeln und Hygiene-Maßnahmen bestimmen den Unterricht. Nun kommt die Testpflicht hinzu. Doch wie läuft das eigentlich bei den Sechs- bis Zehnjährigen? Wenn Doktor Kasperle von der Augsburger Puppenkiste den Selbsttest für Grundschüler erklärt, ist das nicht wirklich hilfreich, meint der Rektor der Rottacher Grund- und Mittelschule.

Auch in der Grund- und Mittelschule Rottach-Egern wird getestet.

Seit Montag gehen die Schüler der Grund- und Mittelschule in Rottach-Egern wieder ganz “normal“ in den Präsenzunterricht. Das aktuelle “normal“ bedeutet bei einer Inzidenz von über 100 allerdings einiges, was vor der Pandemie undenkbar war: Maskenpflicht, Abstandsregeln, Hygiene-Maßnahmen und dreimal die Woche die Vorlage eines aktuellen PCR- oder Schnelltestes. Alternativ dazu die gemeinsame Selbsttestung im Klassenzimmer.

Das Bayerische Ministerium für Unterricht und Kultus hat zur Vorbereitung und Anleitung der Corona-Schnelltests für die Kleinsten ein Video von der Augsburger Puppenkiste produzieren lassen. Das soll im Unterricht zur Anwendung kommen. Allerdings wird Dr. Kasperle an der Grund- und Realschule in Rottach-Egern wohl nicht zum Erklären kommen.

„Wir sind der Meinung, dass es wenig hilfreich ist, wenn ein Doktor ohne Maske, der sich in einem Raum mit dem Virus befindet, unseren Schülern die Anleitung zum Testen gibt“, erklärt Ulrich Throner, Rektor der Rottacher Grund- und Mittelschule.

Dr. Kasperle und der böse Virus als Lehrmaterial. / Quelle: Screenshot Augsburger Puppenkiste

Seine Lehrer und Lehrerinnen seien als Pädagogen besser befähigt, mit den Kindern das Testen zu üben. “Am ersten Tag war es noch etwas holprig, aber langsam bekommen wir alle Routine im Testen”, berichtet der Rektor.

Mehrheit der Eltern hat Vertrauen in das Lehrerkolleg

Das Testen stehe bei einer Inzidenz über 100 an jedem dritten Schultag für alle verpflichtend auf dem Stundenplan. Es sei denn, jemand hat eine Bescheinigung für einen negativen Schnelltest dabei. Throner ist zwar nicht voller Begeisterung für das Schultesten, aber er sagt auch:

Natürlich ist es nicht optimal, dass sich die Schüler selbst testen müssen. Doch lieber so bis zu den Sommerferien den Präsenzunterricht organisieren, als dass wir wieder die Schulen schließen müssen.

Angesprochen auf die Eltern Proteste am Montag vor dem Miesbacher Rathaus sagt Throner: „Auch wenn ich die Meinung dieser Eltern respektiere, bildet das meiner Erfahrung nach nicht die Realität ab.”

Eltern haben letztendlich die Wahl

An der Grund- und Realschule in Rottach-Egern sind etwa 40 Schüler nicht zum Unterrichtsstart erschienen. Da es keinen Testzwang an den Schulen gibt, wie vielerorts geschrieben wird, stehe es allen Eltern frei ihre Kinder zuhause im Distanzunterricht zu betreuen. „Nur wer den Präsenzunterricht will, der muss sich an die Regeln halten und die sind klar definiert“, macht der Schuldirektor deutlich. Die Erfüllung geltender Schulpflicht sei in beiden Fällen gewährleistet.

Daran wird auch ein in den Medien und bei Rechtswissenschaftlern umstritteneres Urteil, dass jetzt bekannt wurde, nichts ändern. Ein Richter aus Weimar hat zugunsten einer Mutter entschieden, die dagegen geklagt hatte, dass ihre Kinder in der Schule Masken tragen und sich testen lassen müssen. Inzwischen wurde gegen das Urteil Beschwerde eingereicht und gegen den Richter wurden mehrere Anzeigen wegen Rechtsbeugung erstattet, die nun geprüft werden.

Rektor wünscht sich gemeinsames Handeln

Der bayerische Verwaltungshof hat es hingegen abgelehnt, die Regelung der Staatsregierung außer Kraft zu setzen. Auch der Rektor der Rottacher Schule wünscht sich, dass alle an einem Strang ziehen, denn nur gemeinsam könne man am Ende diese Krise überwinden. “Ich wünsche mir, wie alle anderen Menschen, doch auch nichts mehr als die Rückkehr zu dem wirklich Normalen.”


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