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Die neue Dimension des Tegernseer Bergfilm-Festivals

Drohnen eröffnen neue Perspektiven

Die Vorauswahl-Jury des Tegernseer Bergfilmfestivals hatte 160 Bergfilme zu sichten und die Spreu vom Weizen zu trennen, denn nicht alle genügten den Ansprüchen der Tegernseer. Auffallend in diesem Jahr: der verstärkte Einsatz von Kamera-Drohnen bei Bergfilmen. „Sie eröffnen ganz neue Dimensionen.“

Kamera-Drohnen ermöglichen ein einzigartiges Panorama
Kamera-Drohnen ermöglichen einzigartige Panorama-Aufnahmen.

Drohnen werden vielfältig eingesetzt. Ursprünglich dienten sie nur militärischen Zwecken. Die zivilen Versionen der unbemannten Luftfahrzeuge finden inzwischen Einzug in viele Lebensbereiche, ob bei der Parkraumüberwachung, der Klimaforschung und vielem mehr. Bestens eignen sich diese kleinen Quadrocopter mit Kameras daher in unzugänglichem Gelände auch für Bergfilmer. Diese ferngesteuerten Drohnen ermöglichen Perspektiven, die auch dem besten Kameramann nicht mehr möglich sind.

Hana Vogel, seit Jahren in der Jury des Bergfilm-Festivals, gerät ins Schwärmen: „Sie eröffnen ganze neue Dimensionen.“ Doch auch über das, was im Wasser passiert, ist sie angetan: „Bei zwei Kajak-Filmen staunt man nur. Das ist schon Kajak-Akrobatik, was wir da zu bewerten haben. Sie sind hervorragend und spannend gemacht.“ Neben etlichen Kletterfilmen beeindruckten die Vorauswahl-Jury, die in einem verdunkelten Raum des E-Werks tagte, auch wieder Produktionen in der Kategorie Naturraum Berg. Ihre Inhaltsvorgabe ist, die Einzigartigkeit von Landschaften hervorzuheben, ebenso die Bewahrung und die nachhaltige Entwicklung der Umwelt.

Bergfilme aus der ganzen Welt

In der Vorauswahl-Jury haben neben den Profis vom BR auch zwei Tal-Bewohner Stimme und Sitz: Harald Antes, ein Alpin-Journalist, und Heiner Brunner aus Gmund, seit vielen Jahren der „Produktions-Chef“ des Festivals. Sie bewerteten auch eine Matterhorn-Produktion sehr hoch, die ARTE in Auftrag gab. Auch Porträts über Kletterlegenden in der Hohen Tatra und den Dolomiten kamen gut an.

Eine Höchstnote auf der Skala von eins bis acht bekam ein Film über Jerzy Kukuczka, den erfolgreichsten polnischen Bergsteiger. „Der war ganz knapp hinter Reinhold Messner bei der Besteigung der 14 Achttausender. Er hat allerdings viel weniger Zeit dafür gebraucht, obwohl er auf weitaus schwierigeren Routen unterwegs war“, berichtet Michael Pause, der künstlerische Leiter des Tegernseer-Festivals.

Jury_Bergfilmfestival
160 Bergfilme hatte die Jury zu sichten – die Auswahl fiel nicht leicht.

Kein Kletterer sollte heuer den Yosemite-Film verpassen. Es sei eine geschichtliche und sehr aufwändige Produktion über das Klettern in dem amerikanischen Nationalpark. Dieser Film gewann bereits beim Bergfilm-Festival im kanadischen Banff einen großen Preis.

„Ein Kurzfilm aus Polen ist sehr witzig. Er zeigt eine Wetterstation als Raumschiff und ist genauso freischwebend gedreht. Eine brillante Idee“, so Pause, „man muss auch nicht polnisch verstehen, denn die zehn Worte, die gesprochen werden, versteht man auch durch die optische Umsetzung.“

Benefizabende für Erdbebenopfer in Nepal

Am Eröffnungsabend im Oktober will Pause einen Film über den Extrem-Kletterer Stefan Glowacz ins Programm nehmen, der auch persönlich kommen will. Den Profi-Bergsteiger verschlug es für den Streifen in den Oman, wo er in einer riesigen Höhle kletterte. Diesen Freitag engagiert sich Pause bereits für einen Benefizabend zugunsten der Erdbebenopfer in Nepal.

Es geht um weitere Spenden für das Krankenhaus der Sir-Edmund-Hillary-Stiftung in Paphlu. „Am 22. Oktober planen wir einen weiteren Nepal-Abend“, sagt Pause vorausschauend, „dann ist die geschundene Bergregion aus den Schlagzeilen, doch sie braucht weiterhin Hilfe.“

Für sehr hilfreich erachtet Pause die Gründung des Vereins Bergfilmfreunde Tegernsee. Dieser soll nicht nur kulturelle Akzente setzen, sondern auch Fördermittel akquirieren, damit man sich auch einmal einen Stargast leisten könne, der sonst aus den Sponsorengeldern und Mitteln der Stadt Tegernsee nicht finanzierbar sei. Ein hohes Lied sang Pause auf die 130 freiwilligen Helfer des Festivals: „Wenn wir diese nicht hätten, könnten wir diese Veranstaltungen so sicher nicht durchführen.“


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