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Wie sich der Landkreis Miesbach gegen das Virus rüstet

Ebola: Eine Gefahr für das Tal?

Von Amelie Hagleitner

Das Ebola-Virus bestimmt derzeit weltweit die Schlagzeilen. Auch in Deutschland ist die Thematik aktueller denn je: In Leipzig verstarb vor Kurzem ein Ebola-Patient im Klinikum St. Georg.

In München sorgte ein vermeintlicher Ebola-Fall zunächst für Aufruhr, stellte sich dann jedoch als Fehlalarm heraus. Was passiert, wenn auch im Landkreis Miesbach ein Verdachtsfall auftreten sollte?

Das Ebola-Virus tritt vor allem auf dem afrikanischen Kontinent auf. Doch auch in Deutschland gab es bereits einen Fall   /Quelle: picture alliance
Das Ebola-Virus tritt vor allem auf dem afrikanischen Kontinent auf. Doch auch in Deutschland gab es bereits einen Fall /Quelle: picture alliance

Als maßgebliche Handlungsgrundlage dienen für die Ärzte im Landkreis und in Holzkirchen die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI). Erstanzeichen für eine Erkrankung können grippeähnliche Symptome sein: hohes Fieber, Erbrechen oder Durchfall. Vor allen Dingen gilt abzuklären, ob der Betroffene innerhalb der letzten 21 Tage in irgend einer Weise Kontakt mit dem Virus hatte.

Gibt es Grund zu dieser Annahme, sollte man sich zunächst telefonisch an seinen Hausarzt wenden. Dann ist es die Aufgabe des Gesundheitsamtes in Miesbach herauszufinden, wer im Kontakt mit dem Patienten stand, und deren Symptome über 21 Tage zu überwachen. In Zusammenarbeit mit der Leitstelle des BRK, den Tropenmedizinern und dem Landratsamt wird schließlich entschieden, in welcher Klinik der Patient behandelt wird.

Im Fall des Falles gilt laut Dr. Christian Pawlak zunächst: Der Patient muss bleiben, wo er ist. Komplette Isolierung an Ort und Stelle sei absolut notwendig. Je mehr Kontakt mit anderen Personen entstehe, umso schlechter. Schließlich muss eine zusätzliche Verbreitung umgehend abgehalten werden.

Keine direkte Anlaufstelle im Landkreis

Laut Dr. Michael Wohlfahrt vom Gesundheitsamt Miesbach ist eine langfristige Behandlung des Patienten im Landkreis aber nicht möglich. Wie das BRK erklärt, werden die Patienten zu den Stellen gebracht, die dafür sachgerecht ausgestattet sind. Somit fungiert das Krankenhaus München-Schwabing als zuständiges Kompetenz- und Behandlungszentrum. Die Patienten werden dort angemeldet und unter strengen Sicherheitsmaßnahmen transportiert.

Für die Transportorganisation ist das Kompetenzzentrum Schwabing zuständig. Insgesamt besitzt Deutschland fünf Kliniken, die für Ebola-Fälle gerüstet und momentan aufnahmebereit sind. Im Gespräch verweist Dr. Pawlak auf die Aussage des Leipziger Infektionsmediziners Bernhard Ruf, der erklärt: „Die wahre Kapazität liegt bundesweit bei maximal zehn Patienten.“

Dr. Christian Pawlak ist xxx
Dr. Christian Pawlak schätzt das Risiko für den Landkreis Miesbach als relativ gering ein.

Auf Nachfrage, wie die Grundstimmung unter den Notärzten sei, erklärt Pawlak: „Keiner fühlt sich wohl damit.“ Jeder der behauptete, dass ihm das Thema kein Unwohlsein bereite, lüge. Dass es Unwägbarkeiten gebe, liege auf der Hand. Schließlich handle es sich um eine Situation, die man so nicht kenne. Gleichzeitig sei es laut BRK wenig hilfreich, grundlos Panik zu schüren. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Ebola zu uns kommt, ist relativ gering“, bekräftigt Pawlak.

Dies deckt sich mit der Aussage des Robert-Koch-Instituts, welches die Gefährdungslage als wenig bedrohlich betrachtet: „Das Gesamtrisiko einer Infektion mit Ebola wird in Deutschland als sehr gering eingestuft.“ So liege beispielsweise das relative Importrisiko durch den Flugverkehr, mit Ausgangspunkt Guinea, nach Deutschland bei etwa 1,1 Prozent.

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