Auch Wiessee würdigt soziales Engagement mit Preisnachlässen

Mit der Ehrenamtskarte ins Bad

Von Robin Schenkewitz

Ergänzung vom 11. Oktober / 14:39 Uhr
Nach Rottach und Gmund hat sich nun auch Bad Wiessee dazu entschlossen die Bayerische Ehrenamtskarte einzuführen. Die Karte, so Bürgermeister Peter Höß, sei eine sichtbare Anerkennung für besonderes Bürgerschaftliches Engagement.

Da das Ehrenamt größtenteils in der Gemeinde stattfindet, in der die Ehrenamtlichen wohnen, will sich auch Bad Wiessee mit der bayernweit gültigen Ehrenamtskarte bei den besonders aktiven Bürgern bedanken. 50 Prozent Nachlass heißt das zukünftig auf jeden Eintritt im Bade Park oder dem Jod-Schwefelbad.

Dabei sind die Voraussetzungen klar geregelt: Der Anwärter muss von seinem Verein vorgeschlagen werden und mindestens 16 Jahre alt sein. Zwei Jahre ehrenamtliches Engagement ist Mindestvoraussetzung. Zusätzlich wird erwartet, dass die Tätigkeit Ihn oder Sie entweder durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden jährlich in Anspruch nimmt.

Eine goldene unbegrenzt gültige Ehrenamtskarte erhalten unter anderem die Inhaber des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten. Die Regelung schließt auch Feuerwehrler und Einsatzkräfte im Katastrophenschutz oder Rettungsdienst ein, die seit Mindestens 25 Jahren aktiv sind.

Längst überfällig, so Höß, sei die Einführung der Karte für die Wiesseer Ehrenamtlichen. Der Gemeinderat sah das ähnlich und nahm den Beschlussvorschlag einstimmig an.

Ursprünglicher Artikel vom 28. September:
Was wären wir ohne das Ehrenamt? Ob freiwillige Helfer bei den Feuerwehren oder Nachwuchstrainer in den Vereinen, die Aufgabenbereiche sind zahlreich. Eines steht aber in jedem Fall fest: Ohne das Ehrenamt würden viele Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens nicht existieren.

„Als kleines Dankeschön“ für das Engagement ihrer Bürger beteiligen sich nun einige Tal-Gemeinden an der Bayerischen Ehrenamtskarte.

Die FFW bei einem Einsatz in Gut Kaltenbrunn: Wissen alle ehrenamtlichen Feuerwehrler wie Sie im Ernstfall versichert sind?
Die ehrenamtlichen Tätigkeiten wie zum Beispiel bei der Feuerwehr sollen demnächst belohnt werden

Der Gedanke dahinter ist ganz einfach: Wer sich ehrenamtlich engagiert und sich mit dem Herzen für eine Sache einsetzt, der soll auch mal was dafür zurückbekommen. Mit der Karte bekommt der Inhaber bayernweit Vergünstigungen oder nimmt beispielsweise an Verlosungen für Bundesligaspiele teil.

Neben 48 anderen Landkreisen hat sich nun auch der Landkreis Miesbach auf die Einführung einer solchen Karte festgelegt. Nun sind die Gemeinden am Zug sich an diesem Projekt zu beteiligen.

Kreuth und Rottach machen mit

Den Anfang machte Kreuth. Mit der Ehrenamtskarte darf man künftig das gemeindeeigene Schwimmbad zum halben Preis nutzten. Das entschied der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am 13. September.

Zunächst war zwar erst ein Erlass von nur zehn Prozent diskutiert worden, doch Martin Walch (SPD) merkte nicht ganz zu Unrecht an: „Der Eintritt kostet sowieso schon nur vier Euro. Wenn wir darauf zehn Prozent geben, machen wir uns doch lächerlich.“

Letzte Woche zog dann auch Rottach nach. Auch hier will die Gemeinde den ehrenamtlich engagierten Bürgern etwas bieten und sprach sich für eine Ermäßigung beispielsweise für das Kutschenmuseum aus. „Diese Karte muss ja schließlich auch irgendeine Wertigkeit haben“, erklärte Bürgermeister Franz Hafner.

Anforderungen

Wer die Karte – die entweder eine Gültigkeit über zwei Jahre oder auf Lebzeit haben kann – bekommt, das entscheidet im Übrigen der Landkreis. Dazu müssen im Wesentlichen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Der vom Verein vorgeschlagene Anwärter muss mindestens 16 Jahre alt sein und sich bereits seit zwei Jahren ehrenamtlich engagieren. Zusätzlich wird erwartet, dass die Tätigkeit Ihn oder Sie entweder durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden jährlich in Anspruch nimmt.

Zu einer kuriosen Situation kam es schließlich in Gmund. Man unterstütze zwar auch hier sowohl die Aktion als auch das Ehrenamt vollends, so Geschäftsleiter Besel, jedoch fehle es schlichtweg an öffentlichen Einrichtungen, in denen man einen Nachlass gewähren könnte. „Ein Schwimmbad wie Kreuth, Rottach oder Wiessee haben wir halt nicht“, so Besel.


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