Ein blumiges Dankeschön!

Der wohl blumenreichste Sonntag des Jahres wird heute freilich auch im Tal gefeiert. Selbst wenn der Muttertag mit seinem alljährlichen Werbefeldzug und einem unrühmlichen Kapitel im Dritten Reich bei manchen eher Stirnrunzeln hervorruft, lohnt sich ein kurzer Blick in seine Entstehung, die einige politische Überraschungen birgt.

Das aktuelle Kalenderblatt von Nina Häußinger.

Von den römischen und griechischen Wurzeln kultischer Verehrung von Göttermüttern abgesehen, wurde der Muttertag ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von der US-amerikanischen Frauenbewegung begründet. Aus dem hier ermöglichten Austausch von Frauenfragen formte sich eine Mütter-Friedens-Initiative, um die Söhne vor dem Kriegstod zu retten. Zeitgleich bildete sich in englischen Frauenvereinen der Einsatz für Frauenrechte und Bildungschancen für Mädchen heraus. Und heute wird der Muttertag immerhin fast in der ganzen Welt gefeiert – mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten, die so aktuell sind wie vor über 150 Jahren: Friedenspolitik, Gleichberechtigung und die Anerkennung des mütterlichen Engagements.

Mag mancher das letzte Ziel, den Dank für die mütterliche Fürsorge, auch belächeln, so kann der Muttertag zugleich eine gute Anregung sein. Nämlich wahrzunehmen, wie viel Unterstützung und Sicherung angenehmer Lebensumstände wir jeden Tag für selbstverständlich halten. Das reicht von unserem materiellen Wohlstand mit seiner umfassenden Infrastruktur bis hin zur gepflegten Natur im Oberland. Wie viele Menschen tagtäglich dafür sorgen, übersehen wir allzuschnell.

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So wie die winzigen Blüten, die sich unscharf auf unserem Foto tummeln. Der himmelblaue Ehrenpreis leuchtet unscheinbar im Bildvordergrund und war doch über viele Jahrhunderte in der Naturheilkunde ein buchstäblich vielgepriesenes Medikament. Heute wird diese kleine genügsame Pflanze meist als Unkraut übergangen, viele Menschen kennen sie gar nicht mehr. Aus dieser Sicht kann der Muttertag eine aufmunternde Erinnerung sein, das Augenmerk auf die zahlreichen hilfreichen Wesen in unserem Umfeld zu lenken, darüber Freude und Dankbarkeit zu empfinden und dies auszudrücken. Denn das Schönste ist: Ein ehrliches Dankeschön erfreut nicht nur die Beschenkten, sondern auch jene, die es mit einem fröhlichen Lächeln weitergeben.

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