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Rottach-Egern: Freie Wähler küren Ulbricht zum Bürgermeister-Kandidaten

Ein Duell das keines war

Von Christopher Horn

Die Freien Wähler Rottach-Egern haben gestern ihren Bürgermeisterkandidaten gewählt. Aus diesem Grund versammelten sich rund 150 Bürger im Rottacher Seeforum.

Viele erwarteten eine Kampfabstimmung zwischen dem Zweiten Bürgermeister Herrmann Ulbricht und dem Gastronom Josef Bogner. Doch es kam anders. Ulbricht wurde mit Mehrheit zum Kandidaten gewählt.

Hermann Ulbricht will Nachfolger von Bürgermeister Franz Hafner werden
Herrmann Ulbricht will Nachfolger von Bürgermeister Franz Hafner werden

Bürgermeister Franz Hafner wird 2014 nicht erneut für das höchste Amt in Rottach-Egern kandidieren. Das steht seit einigen Wochen definitiv fest, als Hafner seinen Rückzug ankündigte. Seitdem ist klar, die Freien Wähler Rottach-Egern werden im kommenden Jahr einen neuen Kadidaten für das Amt des Bürgermeisters ins Rennen schicken.

Kampfkandidatur ja oder nein?

Da die freien Wähler allerdings, anders als andere Parteien, ein eingetragener Verein sind, dürfen nicht nur Mitglieder, sondern alle Bürger mit Erstwohnsitz in Rottach-Egern über den Kandidaten abstimmen. Aus diesem Grund war der Andrang gestern Abend im Rottacher Seeforum groß. Rund 150 Personen wollten am Wahlprozess teilnehmen. “Ich freue mich, dass so viele gekommen sind”, so die bisherige Sprecherin der Freien Wähler Gabrielle Schultes-Jakolla zu Beginn der Versammlung.

Auch Sie ging da noch von einer Kampfkandidatur der beiden Anwärter Herrmann Ulbricht und Josef Bogner aus und betonte, dass die Freien Wähler eine Plattform für alle parteilosen Rottacher seien und daher beide Kandidaten das Recht hätten für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Darüber welchen Ausgang der Abend nehmen würde, war sich keiner der Anwesenden sicher. “Es gibt viele schlechte Beispiele wie Verlierer oder Gewinner mit einer Situation umgehen, ich bin sicher, dass wir das besser machen”, so Jaskolla weiter.

Als die Vorschläge für die Bürgermeisterkandidaten abgegeben wurden, kam es dann zu der eigentlichen Überraschung des Abends. Als erster wurde zwar Herrmann Ulbricht vom derzeitigen Amtsinhaber Franz Hafner vorgeschlagen. Doch dann herrschte Stille im Saal, keine weiteren Meldungen, keine weiteren Vorschläge gingen ein.

Der Kandidat Herrmann Ulbricht

Also trat der etwas überraschte Ulbricht an das Mikrofon und stellte sich und sein grobes Wahlprogramm vor. Der 49 Jahre alte Keramikermeister sitzt seit 2002 im Gemeinderat und und ist seit 2008 stellvertretender Bürgermeister. “Mir macht die Arbeit in der Gemeinde großen Spaß und ich will dazu beitragen, dass Rottach-Egern auch weitehin das Aushängeschild des Tegernseer Tals bleibt”, so Ulbricht über seine Motive.

Als zentrale Themen seiner Kandidatur nannte er den Tourismus, die Familienpolitik, den Arbeitsmarkt, aber vor allem auch den Erhalt der Landschaft. Er sprach sich für hochwertigen Tourismus aus und schloss ausdrücklich auch die vielen Gästehäuser und Pensionen mit ein.

Bürgermeisterkandidat Hermann Ulbricht bei stellte sich und sein Programm vor
Bürgermeisterkandidat Herrmann Ulbricht bei stellte sich und sein Programm vor

Darüber hinaus will sich Ulbricht für bezahlbaren Wohnraum einsetzen. Eines machte er aber unmissverständlich klar:

Unsere Landschaft ist unser Kapital und daher bin ich dagegen im Außenbereich neues Bauland auszuweisen.

Zu guter letzt bekräftige Ulbricht, dass ihm Transparenz und Bürgernähe ein wichtiges Anliegen sind. Er wolle Bürgermeister für alle Rottacher sein und habe auch nichts gegen Live-Übertragungen aus den Gemeinderatssitzungen. Seine Ausführungen schienen die anwesenden Bürger dann auch überzeugt zu haben, er wurde mit einer Mehrheit von 64 Prozent zum Kandidaten für das Bürgermeisteramt gewählt.

Bogner will weiterhin Bürgermeister werden

Das von vielen erwartete Duell mit Josef Bogner blieb hingegen aus. Der Gastronom wurde weder vorgeschlagen, noch trat er ans Mikrofon, um ebenfalls seine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt zu bekräftigen.

Josef Bogner stellte sich dann doch nicht zur Wahl Quele: Archivbild
Josef Bogner stellte sich am Mittwoch (noch) nicht zur Wahl / Quelle: Archivbild

Nichts desto trotz gaben 15 der 140 Wahlberechtigten ihre Stimme für Bogner ab. Dass nicht alle mit der Wahl Ulbrichts einverstanden waren, zeigen auch die 14 abgegebenen Nein-Stimmen und rund 18 Enthaltungen. Trotz allem zeigte sich Ulbricht zufrieden mit dem Ergebnis der Wahl.

“Ich bin überglücklich, aber schon etwas überrascht, dass ich der einzige Kandidat war”, so Ulbricht auf Nachfrage. Noch am Nachmittag habe ihm Bogner versichert ebenfalls kandidieren zu wollen.

Für Josef Bogner verlief der Abend dagegen enttäuschend: “Vor einigen Tagen haben mich viele Freie Wähler noch darin bestärkt anzutreten und haben mir zugesichert mich auf der Versammlung vorzuschlagen”, so Bogner auf Nachfrage.

Dies ist aber nicht passiert und daher sei er schon etwas enttäuscht von einigen Personen. Selber vorschlagen wollte er sich indes nicht und das obwohl er ebenso wie sein Kontrahent Ulbricht eine Präsentation über seine Ziele vorbereitet hatte. Eines macht Bogner aber unmissverständlich klar:

Ich will weiterhin Bürgermeister werden.

Aus diesem Grund prüfe er gerade die Möglichkeiten sich als freier Kandidat über eine Bürgerliste aufstellen zu lassen. Sein Programm will er spätestens im Herbst auf einer Veranstaltung präsentieren. In den kommenden Tagen werden wir den möglichen Kandidaten Josef Bogner nochmals genauer vorstellen.


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