Diskussionen um fliegenden Bau auf der Popperwiese
Henkel-Manager feiern in Partyalm

von Robin Schenkewitz

Aktualisierung vom 7. Oktober / 17:14 Uhr:
Nachdem wir am vergangenen Freitag über die Partyalm auf der Popperwiese berichtet haben, gab es viele Gerüchte über den Namen der Firma, die den “fliegenden Bau” auf Gemeindegrund nutzen will.

Die Fragen aller Fragen lautete: wer kommt denn nun zur Partyalm auf die Popperwiese? Die entstandenen Spekulationen möchte die Firma nun beenden und geht aus dem Grund an die Öffentlichkeit.

Ein privater Veranstalter baut derzeit auf der Popperwiese ein großes Holzhaus mit angeschlossenen Zelten auf.
Ein privater Veranstalter baut derzeit auf der Popperwiese ein großes Holzhaus mit angeschlossenen Zelten auf.

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Wie Bürgermeister Franz Hafner erklärt, haben sich die Verantwortlichen aufgrund der Diskussionen und vielen Gerüchte dazu entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen. “Es ist die Firma Henkel, die die Alm auf der Popperwiese errichtet.” Der Vorstand, der derzeit mit rund 200 Managern der international agierenden Firmengruppe am Tegernsee weilt und die Event-Arena des Hotel Bachmair Weissach für eine Tagung nutzt, will damit mit den vielen Gerüchten ausräumen.

Eine Werbung für die Heimat

Henkel, das seinen Hauptsitz in Düsseldorf hat, zählt zu den 500 umsatzstärksten Konzernen der Welt. Von den knapp 47.000 Mitarbeitern sind laut Unternehmensbeschreibung mehr als 80 Prozent außerhalb Deutschlands beschäftigt. Die Firma erwirtschaftet unter anderem mit Waschmitteln, Produkten für Schönheitspflege sowie Klebstoff-Technologien einen jährlichen Umsatz von 16,5 Milliarden Euro.

Auf den Tegernsee als Veranstaltungsort sei man gekommen, weil ein Henkel-Erbe am Tegernsee lebt. Auch das international besetzte Vorstandsgremium kennt das Tal und freut sich auf die Location an der Ringseeanlage. “Die Manager wollen in Ruhe dort am See eine Abendveranstaltung abhalten. Dabei war die Intention eine Art interne Reklame für die eigene Heimat zu machen. Doch die aktuellen Diskussionen haben zu Irritationen geführt,” so Rottachs Bürgermeister Franz Hafner. Dabei betont er gleichzeitig, dass sich die Gemeinde Rottach-Egern freut “eine solch hochkarätige Veranstaltung im Ort haben zu dürfen.”

Ursprünglicher Artikel vom 4. Oktober
Vielen im Tal ist es bestimmt schon aufgefallen: auf der Rottacher Popperwiese wird eifrig gebaut. Ein langes Holzhaus entsteht derzeit auf der sonst grünen Wiese, die im Sommer vor allem von Badegästen genutzt wird. Grund ist eine Firmenveranstaltung. Danach soll das Haus wieder verschwinden.

Laut Gemeinde eine ganz normale Sache. „Es spricht nichts dagegen“, so Bürgermeister Franz Hafner. Anwohner wundern sich jedoch.

Die Partyalm auf der Popperwiese.
Die Partyalm auf der Popperwiese.

Bereits seit einigen Tagen wird an der Popperwiese gebaut und gewerkelt. Dabei entsteht auf der beliebten Ausflugswiese am Rottacher Seeufer ein großes, rechteckiges Holzgebäude. Dieses soll in den kommenden Tagen als Veranstaltungsort für eine große deutsche Firma dienen.

Der “Fliegende Bau”, der von einer Dasinger Dienstleister aufgebaut wird, ist mittlerweile fast fertig. Über die Kosten für den kurzfristigen Aufbau schweigen sich die Veranstalter aus. Genauso wie die Pacht, die an die Gemeinde Rottach-Egern zu zahlen ist, derzeit noch unter Verschluss gehalten wird. Und auch die Firma, deren Mitarbeiter in der “Partyalm” feiern werden, bleibt geheim.

Viele Anfragen

„Es ist ausdrücklich gewünscht, dass wir den Namen nicht nennen, da es eine rein interne Veranstaltung ist“, erklärt Bürgermeister Franz Hafner. Und auch der zuständige Eventmanager Julian Siebach, der unter anderem für die Vermarktung des Rottacher Seeforums verantwortlich ist, bittet um Verständnis, dass der Ausrichter seinen Namen nicht in den Medien lesen möchte. Es ist einzig bekannt, dass die Veranstaltung wohl im Rahmen einer Tagung in der neueröffneten Bachmair Weissach Arena stattfinden wird.

Beschwerden oder negative Reaktionen seit Baubeginn seien laut Siebach bisher nicht bekannt. Dafür aber schon viele Anfragen bei der Gemeinde. „Das sind vor allem Fragen. Die Leute wollen nur wissen, was da passiert“, so Siebach. Gegenüber der Tegernseer Stimme äußern sich jedoch einige Rottacher überrascht. So fragt ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte: „Muss das denn wirklich sein? Können solche Firmenfeiern nicht in der zur Verfügung stehenden Veranstaltungshalle abgehalten werden?“

Bis Mitte Oktober

Dabei ist das private Vorhaben bereits im Mai dieses Jahres durch den Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung genehmigt worden. „Die Veranstalter haben das Gelände für einen gewissen Zeitraum gepachtet“, erklärt Bürgermeister Hafner auf Nachfrage. Dies sei, wie auch bei den Hütten im Kurpark, auf Anfrage jederzeit möglich. Und auch an der Popperwiese sei das schon öfter vorgekommen. So hatte beispielsweise der Yachtclub erst vor Kurzem etwas auf- und dann auch wieder abgebaut.

Außerhalb der Badezeit sei das Hafners Meinung nach auch völlig in Ordnung. Daher haben der Bürgermeister und der Gemeinderat auch kein Problem mit solch oder ähnlichen Veranstaltungen auf der Popperwiese. „Mit der Maßgabe, dass eventuelle Schäden auch wieder repariert werden, steht solchen Vorhaben nichts entgegen“, so Hafner. Lange wird das Holzhaus jedenfalls nicht am See stehen bleiben. „Bis Mitte Oktober ist alles wieder vorbei“, verrät Siebach.

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