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Nach Trainingslager des FC Liverpool am Tegernsee

Ein himmlischer Stürmer, der knapp 9.000 Euro Schaden verursacht hat

2017 trainierte die Mannschaft des FC Liverpool in Rottach-Egern. Nach deren Abreise zog ein Sturm am Tegernsee auf. Und der brachte den englischen Verein nun vor das Münchner Landgericht.

Auf dem Rasen des FC Rottach-Egern am Birkenmoos hatte der FC Liverpool 2017 trainiert. /Archivbild

Ende Juli 2017 gastierte der FC Liverpool in Rottach-Egern. Die Mannschaft um Trainer Jürgen Klopp hatte sein Quartier im Seehotel Überfahrt aufgeschlagen, um beim Audi-Cup in der Allianz Arena teilzunehmen. Trainiert wurde auf dem Sportplatz in der Birkenmoosstraße.

Bei strömendem Regen kamen die Spieler damals an. Zum Bedauern vieler Fans fanden die Trainingseinheiten nicht öffentlich statt. Nur die Weltpresse hatte Zugang zum Trainingsplatz. Wie gesagt, das Wetter spielte nicht mit. Also ließ der englische Verein ein Zelt organisieren, damit die Journalisten nicht im Regen stehen mussten.

Ein wütender Stürmer von oben

Wie die Süddeutsche Zeitung jetzt berichtet brachte genau dieses Zelt den Verein vor das Münchner Landgericht. Nachdem Liverpool Zweiter geworden war beim Audi-Cup und sein Trainingslager abgeschlossen hatte, die Mannschaft längst wieder im Flieger gen Heimat saß, blieb eines stehen: Das Zelt.

Die Fans wüteten vermutlich noch im Nachhinein, ihre Idole nicht live gesehen zu haben. Dieses Spiel machte das Wetter mit. Es wütete ebenso und ließ noch in der gleichen Nacht einen schweren Sturm über das Tegernseer Tal fegen. Dieser zerstörte das vergessene Zelt der Sauerlacher Firma Zeltbau Brand.

Ein Angebot, aber kein Vertrag

Irgendjemand hatte wohl übersehen, die Planen zu schließen, sodass ein Schaden von knapp 9.000 Euro entstand. Diese Summe stellte die Zeltbau-Firma dem FC Liverpool in Rechnung. Keine große Sache, dachte man sich offensichtlich. Schließlich zahlt der Verein einen solchen Betrag manchen Spielern am Tag.

Doch vor Gericht gaben “die aus der Sendlinger Straße angereisten Liverpool-Anwälte” zu verstehen, nicht der Verein sei Vertragspartner der Zeltbau-Firma gewesen, sondern das Hotel Überfahrt. Aber das konnte nur das Angebot der Zeltbau-Firma auf den Tisch legen, welches für die Richterin ohne Unterschrift so gut wie wertlos war.

“You`ll never walk alone”

Und auch die Tatsache, dass sich der FC Liverpool die Rechnung hatte schicken lassen – nur zur Kontrolle, wie der Verein angab – war nicht Beweis genug, um ihn als Auftraggeber zur Rechenschaft ziehen zu können. Woraufhin die Richterin die Nachteile einer weiteren juristischen Klärung aufzählte und damit auf eine gütliche Einigung abzielte.

„Unter 6000 Euro geh‘ ich hier nicht raus“, soll der Kläger-Anwalt laut SZ im Gerichtssaal gesagt haben. So einigte man sich darauf, diese Summe unter den Beteiligten zu dritteln: ein Drittel zahlt der Verein, ein Drittel das Hotel und ein Drittel die Zeltbau-Firma selbst. Das treibe keinen der Beteiligten in den Ruin, sollen die Anwälte abschließend angemerkt haben.


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