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Rottach muss EU-Ausschreibung wiederholen

Acht Wochen Verzögerung bei Turnhallenbau

Von Christopher Horn

Aktualisierung vom 08. März / 14:38 Uhr
Neue Kinderkrippe, neue Turnhalle und darunter eine Tiefgarage. Die Gemeinde Rottach-Egern investiert in den nächsten zwei Jahren rund 5,6 Millionen Euro in die drei Neubauprojekte.

Damit die Kosten vor allem bei der über drei Millionen Euro teuren Zweifach-Turnhalle nicht aus dem Ruder laufen, unterzogen sich die Rottacher einer EU-weiten Ausschreibung. Doch das Prozedere muss nun wiederholt werden. Der Bau verzögert sich.

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Die Baustelle an der der alten Rottacher Turnhalle

So ganz konnte man sich mit der Ausschreibungsprozedur zum Bau der Turnhalle in Rottach bislang nicht anfreunden. Die Kosten für die geplante Zweifachturnhalle liegen eigentlich deutlich unter den fünf Millionen, an welchem die EU-weite Prozedur über die Vergabe von öffentlichen Bauprojekten nötig wird.
Trotzdem entschloss sich die Gemeinde laut Bürgermeister Franz Hafner diesen “lästigen, formellen Weg” zu beschreiten, um mögliche Fördergelder nicht aufs Spiel zu setzen.

Kriterien zu eng formuliert

Doch nun scheinen sich die anfänglichen Ressentiments gegen diesen Weg zu bewahrheiten. Die Auschhreibung, die eigentlich bereits im November 2012 geendet hat, muss wiederholt werden. In Abstimmung mit Experten hatten die Rottacher eine Anzeige im Europäischen Amtsblatt und im Bayerischen Staatsanzeiger veröffentlicht. Diese enthielt einen Kriterienkatalog, wonach sich interessierte Architekten bewerben konnten.

Eine der Kriterien darin legte nahe, dass das sich bewerbende Büro mindestens 15 Beschäftigte haben muss und einen jährlichen Umsatz von wenigstens zwei Millionen Euro ausweisen sollte. “Diese und andere Punkte waren jedoch keine Ausschlusskriterien, sondern bedeuteten bei Nichterfüllung lediglich einen Punktverlust”, stellt Franz Hafner auf Nachfrage klar.

So weit, so gut. Einer der Bewerber hat nun aber bei der zuständigen Kammer Einspruch gegen die Kriterien eingelegt. Er konnte die geforderte Mitarbeiterzahl nicht erfüllen und sah sich benachteiligt.

Gemeinde will nicht vor Gericht

Auch die Gemeinde holte daraufhin nochmals fachlichen Rat ein und musste in der Tat erfahren, dass dieser Punkt zu eng gefasst war. “Wir hatten nun zwei Möglichkeiten. Entweder wir gehen vor Gericht, oder wir ändern die geforderten Bewertungseinheiten und schreiben nochmal aus”, so Hafner. Nach reichlicher Überlegung hat man sich nun dazu entschieden, erneut auszuschreiben.

Man wolle das Risiko eines Gerichtsverfahrens nicht eingehen, erklärt der Bürgermeister. Die neuen Vorgaben wurden nun auf acht Mitarbeiter und eine Million Euro Umsatz reduziert. Ansonsten ist der Kriterienkatalog aber gleich geblieben.

Die Prozedur verzögert die Bauarbeiten allerdings erheblich. “Durch die erneute Ausschreibung wird die Turnhalle rund acht Wochen später fertig, als geplant”, so Hafner. Will man jedoch auf die Fördergelder nicht verzichten, muss die Gemeinde da jetzt wohl oder übel durch.

Ursprünglicher Artikel vom 30. November 2012 mit der Überschrift: “Ein indischer Architekt für Rottach”

Neue Kinderkrippe, neue Turnhalle und darunter eine neue Tiefgarage. Die Gemeinde Rottach-Egern investiert in den nächsten beiden Jahren rund 5,6 Millionen Euro in drei Neubauprojekte.

Damit die Kosten vor allem bei der über drei Millionen Euro teuren Zweifachturnhalle nicht aus dem Ruder laufen, unterzogen sich die Rottacher bei der Vergabe sicherheitshalber einer EU-weiten Ausschreibung. Diese ist nun abgelaufen. Insgesamt 35 Bewerber meldeten ihr Interesse an, darunter auch ein indisches Unternehmen.

Die Baustelle an der alten Rottacher Turnhalle

Die Kosten für die geplante Zweifach-Turnhalle liegen eigentlich deutlich unter dem Punkt, an welchem eine EU-weite Ausschreibung über die Vergabe von öffentlichen Bauprojekten nötig wird. Diese Schwelle liegt bei fünf Millionen Euro. Doch die Gemeinde entschloss sich laut Bürgermeister Franz Hafner dennoch diesen “lästigen formellen Weg” zu beschreiten.

900.000 Euro Fördergelder möglich

Ausschlaggebend für die Entscheidung war auch die Tatsache, dass Rottach nur so Aussicht auf die komplette Summe der staatlichen Zuschüsse in Höhe von 900.000 Euro hat. Darüber hinaus ist man sich offenbar zudem darüber im Klaren, dass die Kosten für die Turnhalle allerdings auch höher ausfallen könnten. In der Rottacher Verwaltung rechne man damit, dass die bisher errechneten Kosten „eher überschritten werden“. „Drei Millionen Euro plus X“, so Hafner wörtlich auf Nachfrage.

Eine europaweite Ausschreibung erschien denmach auch unter Kostengesichtspunkten sinnvoll. Die Gemeinde erstellte deshalb eine Basisplanung, um so den Bewerbern Anhaltspunkte dafür zu geben, wie die Turnhalle aussehen soll.

Zweifach oder Doppel?

Dafür hat die Gemeinde einen Experten hinzu gezogen, der auch bereits an der Planung des Seeforums beteiligt gewesen ist. Dabei hat man eine Halle mit zwei Feldern in Blick. Wie diese genau aussehen wird, ist aber noch nicht abschließend geklärt. Zur Debatte stehen eine Zweifach- und eine Doppelturnhalle.

Während eine Zweifach-Turnhalle eine quadratische Form hat, ist die Doppelturnhalle eher länglich geschnitten. Obwohl beide von der reinen Grundfläche gleich seien, ist die zweite Variante variabler nutzbar, da man diese bei Bedarf in drei Spielflächen unterteilen könne, wie Hafner telefonisch schildert. Aus diesem Grund tendiere die Gemeinde auch eher zu letzterer Alternative. Trotz allem habe man die Ausschreibung aber dennoch offen formuliert, so Hafner:

Wir wollen natürlich eine optimale Lösung, haben jedoch im Basiskonzept beide Varianten erwähnt, um weiterhin Anspruch auf die volle Fördergeldsumme zu haben.

35 Bewerber

Aus diesem Grund wurde die Ausschreibung im Europäischen Amtsblatt und im Bayerischen Staatsanzeiger veröffentlicht. Am Ende der Frist, die erst am 26. November abgelaufen war, zeigte sich, dass es scheinbar viele Interessenten für das Projekt gibt. So haben sich insgesamt 35 Architekten beworben, darunter auch ein indischer Bewerber, wie Hafner erläutert.

Die Interessenten – unter ihnen auch einer aus Indien – haben nun bis zum 3. Dezember die Möglichkeit ihre Bewerbungsunterlagen bei der Gemeinde einzureichen. Ist dies geschehen, werden wir uns mit dem Experten zusammensetzen und darüber entscheiden, welche Bewerber zu Gesprächen in die Gemeinde eingeladen werden und dann vor Ort ihr Konzept präsentieren dürfen.

Dabei betont der Bürgermeister, dass die Gemeinde eigens für den Zweck einen Kriterienkatalog entwickelt habe. Trotz allem kann eine endgültige Aussage über die Kosten des Projekts erst dann getroffen werden, “wenn eine konkrete Planung mit einer Kostenberechnung vorliegt”. Davon ist am Ende auch der Zeitplan für den Bau der Turnhalle abhängig.


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