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Gmunder Gemeinderat diskutiert Pläne von Giesecke und Devrient

Erstmal kein Parkhaus in der Idylle

Von Christopher Horn

Die Papierfabrik Louisenthal ist der größte Gmunder Arbeitgeber. Damit das auch in Zukunft so bleibt, wird die Fabrik derzeit erweitert.

Vergangene Woche wurden nun erneut Anträge zur Ausweisung neuer Gewerbeflächen eingereicht. Dabei war auch ein Parkhaus auf dem Gelände im Gespräch. Zumindest der Gmunder Gemeinderat könnte sich das als Lösung für die Parkplatznot gut vorstellen.

Die Papierfabrik Louisental ist weiter auf Expansionskurs. Archivbild
Die Papierfabrik Louisenthal ist weiter auf Expansionskurs. Archivbild

Der Gmunder Gemeinderat beschäftigte sich vergangene Woche damit, wie die Gemeinde in den kommenden 20 Jahren aussehen soll. Die Weichen dafür müssen schon heute gestellt und Entwicklungen im Flächennutzungsplan festgehalten werden. Auch die Papierfabrik Louisenthal von Giesecke und Devrient ist ein fester Bestandteil der Pläne und derzeit größter Arbeitgeber der Gemeinde.

Auch Banknotenhersteller denkt an die Zukunft und baut den Standort Gmund immer weiter aus. Erst im November 2013 hatte der Gmunder Gemeinderat drei neue Maßnahmen genehmigt. Im Gebäude eins des Fabrikkomplexes entstehen neue Produktionsbüros. Darüber hinaus wird die Halle A3 – das derzeitige Folienwerk – von derzeit 9,48 Meter auf dann 12,46 Meter um ein Geschoss aufgestockt. Schließlich wird auch ein Ersatzbau der Wasserkraftstufe errichtet werden. Im dazugehörigen Stromerzeugungshäuschen wird eine neue Turbine installiert.

„Wir liegen hier voll im Soll. Stand jetzt werden alle drei Maßnahmen wie geplant fertig“, betont Pressesprecherin Daniela Gaigl. Demnach sind die Büros im Gebäude eins im August bezugsfertig, das Folienwerk bis September aufgestockt und auch die neue Turbine der Wasserkraftstufe bis November dieses Jahres installiert.

Weitere Baumaßnahmen folgen

Wie sich nun herausstellt, denken die Verantwortlichen von Giesecke und Devrient aber schon einen Schritt weiter. So bat man die Gemeinde Gmund vergangene Woche im Zuge der Fortschreibung des Flächennutzungsplan, weitere Gewerbeflächen auszuweisen. Zum einen soll der bestehende Mitarbeiterparkplatz in naher Zukunft erweitert werden. Dazu will G&D auch die Fläche nördlich der Mühltalstraße gewerblich nutzen. Zum Dritten würde man gerne auch das Stück zwischen Werkskanal und Mangfallbett bebauen.

Der Gmunder Gemeinderat musste daher entscheiden, was baurechtlich vertretbar ist und was nicht. Die geringsten Bedenken hatte das Gremium dabei in der Frage der Ausweisung der neuen Gewerbefläche nördlich der Mühltalstraße. Diesem Ansinnen stimmte man am vergangenen Dienstag einstimmig zu. Was dort entstehen wird, ist derzeit noch nicht genauer definiert. „Es gibt hier noch keine Detailplanungen. Die Papierfabrik hat sich diese Flächen einfach vorsorglich als Gewerbeflächen reserviert“, erklärt der Gmunder Geschäftsleiter Alfons Besel.

Will Giesecke und Devrient dort bauen, muss man einen erneuten Antrag bei der Gemeinde einreichen, über den der Gemeinderat dann abstimmen muss. „Wir wollten uns die Möglichkeit einer Erweiterung offen halten. Also haben wir die Anträge eingereicht, allerdings ohne konkrete Planung und Zeithorizont“, bestätigt auch Unternehmenssprecherin Gaigl.

Ein Parkhaus als sinnvollste Lösung?

Über die Frage der Erweiterung des Parkplatzes wurde hingegen schon deutlich intensiver diskutiert. „Wäre es hier auf lange Sicht nicht vernünftiger, auf der bestehenden Parkfläche ein Parkhaus zu errichten, anstatt weitere Flächen auszuweisen“, schlug Gemeinderat Franz von Preysing (CSU) in der Sitzung am Dienstagabend vor. Vorschreiben kann die Gemeinde dem Unternehmen das allerdings nicht, da die Fläche schon jetzt in Unternehmensbesitz ist.

Verweigert man jetzt die Erweiterung der Parkfläche, müsste Giesecke und Devrient einen neuen Antrag einreichen. Das Thema habe schon Kopfschmerzen bereitet, gab der Bürgermeister Georg von Preysing zu. Schon jetzt ist die Situation aufgrund der Vielzahl der parkenden Autos vor Ort nicht ganz unproblematisch.

Der bestehende Mitarbeiterparkplatz soll mittelfristig erweitert werden. Auch ein Parkhaus ist im Gespräch.
Der bestehende Mitarbeiterparkplatz soll mittelfristig erweitert werden. Auch ein Parkhaus ist im Gespräch.

Und auch Helga Wagner (Grüne) bemängelte, dass so schon wieder zusätzliche Parkflächen entsteht, anstatt sich Gedanken zu machen, wie die Mitarbeiter über andere Verkehrsmittel zur Arbeit gelangen könnten. Am Ende stimmte das Gremium denkbar knapp mit 12:9 Stimmen für die Erweiterung der Parkfläche. Den Vorschlag, dort ein Parkhaus zu errichten, will man den Verantwortlichen der Papierfabrik nun unterbreiten. Über ein Parkhaus habe man noch nicht nachgedacht, auch hier sei keine zeitnahe Umsetzung geplant. Das Ansinnen sei eher zukunftsorientiert, betont Gaigl.

Den dritten Antrag, zusätzliche Baufläche zwischen dem Werkskanal und dem Mangfallbett auszuweisen, sah der Gemeinderat indes kritisch. „Aus naturschutzrechtlicher Sicht ist diese Fläche direkt am Wasser zu hochwertig. Wir können uns derzeit nicht vorstellen, diese als Gewerbefläche auszuweisen, macht der Geschäftsleiter Alfons Besel deutlich. Daher lehnte auch der Gemeinderat diese Idee einstimmig ab.

„Dass dieser Punkt einstimmig abgelehnt wurde, akzeptieren wir. Dass die ersten beiden Anträge genehmigt worden sind, ist indes sehr erfreulich“, erklärt Daniela Gaigl abschließend. Nun will sich G&D über die Details Gedanken machen und bei Bedarf Pläne für die konkrete Umsetzung einreichen. Zeitnah sei das allerdings nicht geplant.


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