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Holzkirchnerin spricht über Online-Vorlesungen, Zeiteinteilung und Tomaten

Ein Uni-Semester während Corona

Von Laetitia Schwende

Erst ein Semester lang studierte eine junge Holzkirchnerin an der LMU, als die Corona-Pandemie die Vorlesungen ins eigene Wohnzimmer verlegte. Die Studentin erzählt, wie sie das Online-Semester erlebt hat und wie ihr italienische Tomaten beim Lernen geholfen haben.

Auch für Victoria hat sich der Unialltag drastisch verändert.

Der Sommer 2020 war in vielerlei Hinsicht ein Besonderer und geprägt von der Corona-Pandemie. Auch im Tegernseer Tal gab es zahlreiche Einschränkungen. Hotels, Gastronomie und Einzelhandel hatten zu kämpfen. Für Schüler und Studenten waren die letzten Monate ebenfalls nicht leicht. In der aktuellen Reihe “Wie habt ihr Corona überstanden” befragen wir Menschen aus der Region, wie sie die Zeiten der Einschränkung und Veränderung überstanden haben.

Diese Woche berichten wir über eine 20-Jährige Studentin aus Holzkirchen. Victoria Simpson studiert seit letztem Winter Politikwissenschaften an der LMU München. Wie viele andere habe sie das Ganze zu Beginn noch nicht allzu ernst genommen. Doch dann kam die große Unsicherheit. Ausgangsbeschränkungen, Maskenpflicht und die Universität ging zur Onlinelehre über. „Eine schwierige Zeit“ sagt Victoria, obwohl das mit der Onlinelehre „relativ gut funktioniert hat.“

Problematisch waren eher die Rahmenbedingungen. Es gab keinerlei Möglichkeiten mehr die Vorlesungen mit Kommilitonen oder dem Professor zu besprechen. Das ganz Gefühl des Studierens sei weg gewesen. Auch das Lernen fiel somit schwerer.

Pomodoro Technik kann beim Lernen helfen

Wer sonst den Input anderer Studierender hatte und gemeinsam in Bibliotheken Unistoff paukte, habe sich jetzt ein wenig verlassen gefühlt. Denn die Umstellung ist groß und ein hohes Maß an Disziplin erforderlich, um zu Hause bei mehr Ablenkungen effektiv zu lernen.

Hierbei hat Victoria die sogenannte Pomodoro-Technik geholfen. Diese hat sie auf Anraten ihrer Dozenten ausprobiert und konnte damit erfolgreich lernen. Das Konzept ist dabei denkbar simpel: In kurzen Arbeitsintervallen von 25 Minuten den sogenannten Pomodori (ital. Tomaten, wegen der tomatenförmigen Küchenuhr des Erfinders) werden zuvor festgelegte Arbeiten erledigt, dann folgt eine 5 Minütige Pause. Beim Weckerklingeln wird bereits Erledigtes abgehakt. Das sorgt für ein Erfolgsgefühl und bringt neue Motivation.

Man “lernt die kleinen Dinge zu schätzen”

Trotz solcher Hilfestellungen, findet die Studentin es gut und gerecht, dass dieses Semester nicht direkt als solches angerechnet wird. Soll heißen: alle regulären Prüfungen werden als freier Versuch gewertet, sodass der Druck zu einem guten Stück von den Studierenden abfiel.

Auf die Frage, ob sich aus der Zeit vielleicht auch etwas Positives ergeben hat, kennt die 20-Jährige klare Antworten. Bezüglich des Studiums fand sie die freiere Zeiteinteilung angenehm, doch im Alltag hat sie besonders die intensivere Zeit mit der Familie genossen. „Man verbringt wieder viel mehr Zeit mit Geschwistern und Eltern und lernt die kleinen Dinge zu schätzen.“ Das habe ihr auch geholfen, den Unialltag zuhause gut zu überstehen.

“Man müsste sich auf ein langfristigeres Leben mit dem Virus einstellen”

Die Angst vor einer zweiten Welle ist laut Victoria definitiv da. Sie hofft natürlich, dass der Präsenzlehrbetrieb an den Universitäten bald wie geplant wieder aufgenommen werden kann. Trotzdem denkt sie darüber nach, wie sie mit einer neuen Welle umgehen würde. Wichtig wäre ihr, die Problematik noch mehr in den Alltag zu integrieren.

Viele Menschen sehen ihrer Meinung nach die Pandemie als etwas schnell Vorübergehendes an und werden bald unvorsichtig. „Man müsste sich auf ein langfristigeres Leben mit dem Virus einstellen und entsprechend dauerhaft bedacht handeln“. Denn Abende in den belebten Bars der Stadt genießen und mit Kommilitonen nach der Vorlesung einen Kaffee trinken, das möchte Victoria gerne schon bald wieder tun können.

 

TS-Reihe: Wie habt ihr Corona überstanden?
Nach der Schule mit Freunden an den See, bei lauen Sommerabenden die Freiheiten des Studentenlebens genießen, gefüllte Lokale und Vollbetrieb auf den Baustellen des Tals. So oder so ähnlich hätten Frühjahr und Sommer am Tegernsee wohl aussehen könne. Wäre da nicht die Corona-Pandemie gewesen.Die mit ihr einhergehenden Beschränkungen haben das Leben der meisten Menschen in vielerlei Hinsicht auf den Kopf gestellt. In der aktuellen Reihe befragen wir Personen aus verschiedensten Bereichen, von Studenten über Mütter bis zum Bauleiter, wie sie die Zeiten der Einschränkung und Veränderung überstanden haben.

 

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