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Zur gescheiterten Sportstättenplanung in Otterfing

Ein Weg, der keiner war …

Von Benno Kirschenhofer

Ein letztes Zucken: Stand dieser Woche ist in Otterfing der Altstandort perdu. Die Vision an der Kreuzstraße in weitester Ferne. Und ein Dorf in Scherben. Ein Appell.

Ein Weg, der keiner war.
Ein Weg, der keiner war.

Ein Kommentar von Benno Kirschenhofer
„Nach jahrelangen und aufreibenden Diskussionen möchte man jetzt erst einmal durchatmen und tief Luft holen“, heißt es im Bericht zur Otterfinger Gemeinderatssitzung, nach der die Stoppuhr zur Zukunft der Otterfinger Sportinfrastruktur wieder auf 00:00 gesetzt wurde.

Wenn man eine schnelle Auswertung anstellt – zu keinem Thema wurde in den vergangenen Jahren in den lokalen Medien so agitiert, polemisiert, schikaniert. Ein bunter Strauß an Unsachlichkeiten, Lagerkämpfen, Stellvertreterkriegen und Beleidigungen. Viele Planungen, Immissionsgutachten, Kalkulationen, Haar- und Dorfspaltereien später ist es nun offiziell: Dieser „Weg“ war eine Sackgasse. Das reine Nichts.

Kehren statt schmieden

Dieses Nichts sollte dann auch noch in Worte gekleidet werden – man wolle sämtliche Planungen vorerst einstellen. Oder sämtliche Planungen für den Altstandort? Ein letzter Streit um die letzte Scherbe in einem blutigen Kampf. Müsse man Eisen schmieden so lange sie heiß sind? Oder sind manche einfach zu heiß? Ganz ehrlich: Da ist nirgendwo mehr ein Eisen, schon gar kein heißes. Zu schmieden gibt’s auch nichts mehr. Eher zusammenkehren. Jeder vor seiner Tür – dann wird’s auch was mit dem Hoffnungsmonat Oktober!

Ich gestehe, ich bin befangen, was dieses Dorf betrifft. Kenne viele der involvierten Akteure und kann mich ein Stück weit in sie hineinversetzen. Überdies übt mein eigener Herr Vater eben dort mit dem Stockschießen die angeblich „immissionsstärkste“ (Gemeint ist wohl das lautstarke Gschaftln bis in die Nacht!) Sportart aus.  Aber so befangen, wie die meisten Protagonisten von vorneherein an dieses „Projekt“ herangegangen sind, kann ich gar nicht sein.

Otterfing hat nun sein „politisches Bad Wiessee“ erlebt. Vieles wird auch über den Oktober hinaus vergiftet bleiben.  Man darf annehmen, dass über die vielen menschlichen Blessuren sogar noch später Gras wachsen wird als auf einem etwaigen neuen Fußballplatz.

Prämissen

Aber es sollten auch Lehren daraus gezogen werden:  Ein wie auch immer notwendiges Projekt für das dörfliche Gemeinwesen kann nur gelingen, wenn zumindest die Schlüsselfiguren die Notwendigkeit von Partizipation und Kompromisskultur ernst nehmen.  Es kann nur gelingen, wenn eine Projektplanung nicht von vornherein mit dem perfiden Ansinnen angegangen wird, jenseits der Sachlichkeit und der guten Manieren einfach mal mit einzelnen Personen abzurechnen und sie zu Fall bringen zu wollen.

Es kann nur gelingen, wenn Fakten und Daten in der Sache objektiv bewertet und nicht sofort zu Giftpfeilen gemacht werden.Es kann nicht gelingen, wenn ein ganzes Dorf übersehen hat, dass es schwarz-weiß in Lager getrennt kein Dorf mehr ist.

Auf einen goldenen Oktober.

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