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Kommentar zu den Ergebnissen der Kommunalwahl 2014

Ein „Weiter so“ will keiner mehr

Von Steffen Greschner

Die Wahlergebnisse zeigen es mehr als deutlich: Absolute Außenseiter erreichen Ergebnisse, die keiner für möglich hielt. Die geringe Wahlbeteiligung ist mehr als erschreckend. Die Aufgaben für die neuen Volksvertreter sind klar: Sie müssen in den kommenden Jahren Vertrauen zurückgewinnen. Nicht für sich, sondern für die Politik in den Gemeinden und im Landkreis.

Ein Ergebnis, das vor Kurzem im Landkreis Miesbach noch undenkbar gewesen wäre.

Es fällt schwer, diese Wahl in Worte zu fassen. Resignation, Verwirrung und Verunsicherung kennzeichneten die Stimmung vor der Wahl. Das Ergebnis am heutigen Abend spiegelt dagegen den klaren Wunsch nach Veränderung wider.

In Tegernsee ist es knapp ausgegangen zwischen dem „sicheren Kandidaten“ Hans Hagn von der CSU und dem „roten“ Thomas Mandl, der als SPD-Kandidat fast 45 Prozent der Stimmen erhielt. Wohlgemerkt als bislang einziger SPD-Vertreter im Tegernseer Stadtrat, belächelt in den letzten Monaten für seine Vorstöße für Online-Petitionen und Versuche neuer Beteiligungsverfahren.

In Bad Wiessee hat Bürgermeister Peter Höß eine Wahl nur knapp gewonnen, bei der keine der etablierten Parteien überhaupt einen Gegenkandidaten aufgestellt hatte. Der absolute Außenseiter und Herausforderer Rolf Neresheimer, der hauptsächlich mit dem Versprechen für mehr Beteiligung und Transparenz ins Rennen ging, hat ihn fast das Amt gekostet. Obwohl seine ranBW-Liste schon im Vorfeld Auflösungserscheinungen zeigte, wählten Neresheimer fast 43 Prozent.

In Rottach-Egern hat es nicht für den zweiten Bürgermeister Hermann Ulbricht gereicht, obwohl er die volle Unterstützung des amtierenden Rathauschefs Franz Hafner und der Freien Wähler hatte. In die Stichwahl gegen Christian Köck geht stattdessen der parteifreie Außenseiter Josef Bogner. Für Aufsehen sorgte Bogner mit dem Versprechen eines regelmäßigen Dorfgesprächs als neues Beteiligungsmodell für Rottacher Bürger.

Eine ganze Salve voller Warnschüsse

Selbst von den prognostizierten „CSU-Gewohnheitsstimmen“ für den Verweigerer-Kandidaten Jakob Kreidl ist weit und breit nichts zu sehen. Freie Wähler vor Grün und SPD, die CSU mit weniger als 16 Prozent der Stimmen auf Rang vier bei der Landratswahl – das wird Einzug in die Geschichtsbücher finden.

Das Ergebnis der Kommunalwahl ist vor allem für Lokalpolitiker der alten Schule im Tegernseer Tal und im Landkreis mehr als nur ein Dämpfer. Es ist vielmehr eine ganze Salve voller Warnschüsse, dass es nicht weitergehen kann wie bisher. Die stark gesunkene Wahlbeteiligung ist dabei nur noch das i-Tüpfelchen der Politikverdrossenheit.

Der Wunsch, den die Menschen im Landkreis und im Tegernseer Tal mit ihren Stimmen heute abgegeben haben, ist mehr als deutlich: Los geht’s! Ein „Weiter so“ will keiner mehr.


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