Einbrecher müssen ins Schwitzen kommen

Wenn die Tage wieder kürzer werden und die Dunkelheit einbricht, fühlt man sich in seinem eigenen Zuhause oft unsicher. Das Thema „Wohnungseinbrüche“ beschäftigt laut Statistiken jeden Dritten, jeder Fünfte zieht deswegen sogar um. Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen im Landkreis Miesbach zeigen erste Erfolge.

Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen erschweren Einbrechern den Zutritt.
Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen erschweren Einbrechern den Zutritt.

Bayernweit gab es im vergangenen Jahr insgesamt 7.480 Einbrüche in Wohnungen und Häuser, 2014 waren es noch 8.210 Einbrüche. Das sei ein Rückgang von 8,9 Prozent, wie Pressesprecher Anton Huber vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt.

Auch im Landkreis Miesbach gingen die Einbruchszahlen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Prozent zurück. Waren es 2014 noch 51 Wohnungseinbrüche, so reduzierte sich diese Zahl im Jahr 2015 auf 46. Auch die Zahlen für 2016 seien rückläufig, sagt Huber. Wohingegen im Bereich der gewerblichen Einbrüche eine leichte Steigung zu verzeichnen sei.

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Das sah 2014 im südlichen Oberbayern im Vergleich zum Vorjahr anders aus. Da hatte man einen Anstieg der Einbruchszahlen um rund 35 Prozent zu verzeichnen. Das Maximum an Einbrüchen wurde 2014 in Oberbayern erreicht, als die Polizei innerhalb einer Woche ganze 27 Straftaten verzeichnete.

Mehr Sicherheit, weniger Einbrüche

Durch die verstärkte und bessere Aufklärung der Polizei im Bereich Sicherheitsschutz hätten bayernweit 2.500 Einbrüche verhindert werden können, sagt Peter Körner vom kriminalpolizeilichen Fachbereich Einbruchsschutz. Auch die Strafen der bayerischen Justiz hätten zu einem Rückgang der Einbruchszahlen beigetragen.

Ein durchschnittlicher Wohnungseinbruch dauert etwa zwei bis fünf Minuten, ein geübter Täter brauche nur zehn Sekunden, wie Körner erklärt. Oft würden Täter sogar während der Anwesenheit der Besitzer in deren Häuser eindringen.

Deshalb sei es umso wichtiger, Aufklärungsarbeit zu leisten und den Anwohnern zu erklären, wie man sich besser vor Wohnungseinbrüchen schützen kann, betont er. Was am besten helfen würde, sei neben einer Mehfachverriegelung und ausreichenden Beleuchtung die richtige Mechanik. Deshalb sei es sinnvoll, gegebenenfalls nachzurüsten.

Der Täter muss ins Schwitzen kommen. Denn ein Einbrecher, der nicht innerhalb einer Minute in die Wohnung kommt, der geht woanders hin.

Sogenannte Pilzzapfen – Beschlagelemente einer Verriegelungsmechanik aus gehärtetem Stahl, welche die Fenster blockieren, würden beispielsweise einen höheren Einbruchsschutz bieten als die herkömmlichen Rollzapfen. Die Anwohner müsse man für solche Sicherheitsmaßnahmen sensibilisieren, sagt Körner. Außerdem rät er zu speziellen Bewegungsmeldern, die nicht auf Tiere, sondern lediglich auf Menschen reagieren. Durch spezielle Wärmekameras erkennen diese Geräte den Unterschied zwischen Mensch und Tier.

Wichtig dabei ist, die Bewegungsmelder nicht nur vor der Haustüre anzubringen. Effektiver ist es, die Melder in abgelegenen Bereichen des Grundstücks anzubringen, wie im Garten oder Kellereingang.

Sollte man doch einmal ins Visier von Einbrechern geraten, dann niemals auf Konfrontation gehen, so der polizeiliche Rat. Gerade, wenn Kinder und Frauen im Haus sind, sollte man Konflikte vermeiden. Auch wenn erfahrungsgemäß die meisten Einbrecher flüchten würden, gebe es dennoch genügend, die im Nachhinein wegen eines Tötungsdelikts angeklagt werden.

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