Über VIP`s wird nicht geredet. Es sei denn Sie sind tot….

Von Martin

Der See, das Bräustüberl und der Wallberg sind wohl die Aushängeschilder des Tegernseer Tals schlechthin. Doch nicht vergessen sollte man an dieser Stelle die Tegernseer Schifffahrt, deren Tradition bis in das Jahr 1894 zurückreicht.

Ganz oben auf den touristischen To-Do-Listen von Tages- und Urlaubsgästen des Tegernseer Tals stehen meistens drei Dinge: Eine halbe Bier im „Bräu“ trinken, mit der Gondel hoch zum Wallberg-Panorama-Restaurant fahren, um dort die herrliche Aussicht zu genießen, und „last but not least“: eine gemütliche Rundfahrt mit dem Schiff über den Tegernsee erlebt zu haben.

170.000 Fahrgäste reisten 2010 mit einem der Tegernseer Schiffe

Fünf Schiffe umfasst die Flotte der Tegernseer Schifffahrt, deren elf Kapitäne im letzten Jahr über 170.000 Gäste zu den vielen Anlegeplätzen rund um den See transportieren. In den Sommermonaten Juli, August und September 2010 fuhren jeweils ca. 30.000 Passagiere mit der Tegernseer Schifffahrt. Auch 2011 sind wieder ähnliche Zahlen zu erwarten.

MS Tegernsee und MS Rottach-Egern
Die beiden Flaggschiffe der Tegernseer Schifffahrt: Die Schwesterschiffe MS Tegernsee und MS Rottach-Egern.

Die Flaggschiffe auf dem Tegernsee sind die „MS Tegernsee“ und die „MS Rottach-Egern“, die jeweils 31 Meter lang und 7 Meter breit sind und bei Rundfahrten 250 Personen an Bord Platz bieten. In den Jahren 2002 und 2003 wurden die beiden „Luxusdampfer“ für rund 3,1 Millionen Euro von der Bayerischen Seen-Schifffahrt GmbH angeschafft und können neben „normalen“ Fahrten auch für Firmenveranstaltungen oder Privatfeiern genutzt werden.

8 Millionen Investitionen für die Zukunft

Darüber hinaus gab es laut Lorenz Höß, Betriebsleiter der Tegernseer Schifffahrts GmbH, in den vergangen Jahren weitere Großinvestitionen, um für die Zukunft gerüstet zu sein: „Neu sind ein Verwaltungsgebäude, eine Werftanlage und ein Schwimmdock, die unterhalb des „Point“-Parkplatzes in Tegernsee entstanden sind und 2009 eingeweiht wurden“, freut sich Höß noch heute. „Und das ohne den Fahrplan während der Umbaumaßnahmen unterbrechen zu müssen.“

Getragen hat diese Summen übrigens nicht der Staat Bayern, sondern die Fahrgelder der vielen Passagiere. „Seit der Teilprivatisierung der Staatlichen Seen-Schifffahrt im Jahr 1997 muss die GmbH zwar die mögliche Verluste abfangen, kann aber die Gewinne für Investitionen nutzen“, verrät Höß.

Von den vier, mit Schiffen befahrenen, bayerischen Seen sei der Tegernsee der zweit rentabelste See nach dem Königssee, was unter anderem die Gesamtinvestition von rund 8 Millionen Euro möglich mache. Mit den Einnahmen des Königsees werden, wenn erforderlich, die drei weiteren zur GmbH gehörenden Seen Ammersee, Starnberger See und Tegernsee quersubventioniert.

Die MS Rottach-Egern bei der Anfahrt auf das Kloster Tegernsee.
Die MS Rottach-Egern bei der Anfahrt auf das Kloster Tegernsee.

Höß weiß überdies, um den hohen Stellenwert bei vielen Touristen: „Mindestens 70% bis 80% aller unserer Fahrgäste sind Touristen.“ Den Urlaubern am Tegernsee wurde heuer erstmals von Juni bis August als kleines Highlight Montagabends eine Willkommensfahrt auf dem See angeboten, bei der das Bad Wiesseer Orchester mit einer Jazz-Combo für die musikalische Unterhaltung der Gäste sorgte. „Die Resonanz und die Akzeptanz dieses Zusatzangebots war sehr gut“, so Höß. „Erfreulich ist aber auch, dass wir bei den Einheimischen wieder Fahrgastzuwächse verzeichnen können.“

„Wir wissen welchen Prominenten die Seegrundstücke gehören“

Früher noch Gang und Gebe – heute eher verpönt – war es, bei Rundfahrten den Passagieren mitzuteilen, wem dieses und wem jenes Seegrundstück gehört: Hier hat Promi A, dort Politiker B gewohnt. „Das ist eher zur Ausnahme geworden und wird von der „Prominenz“ nicht gern gesehen. Wenn überhaupt dann verraten wir, wo bereits Verstorbene residierten. Die können sich ja dann auch nicht mehr beschweren.“

Bis 3. Oktober wird noch der normale Sommerfahrplan auf dem See gefahren. Bis zum 16. Oktober (Kirchweih) fährt täglich ein Schiff die Große Rundfahrt, dann wird bis Anfang November (Allerheiligen) der Fahrplan noch etwas eingeschränkt. Ab Mitte Dezember „sollte es das Wetter dann noch zulassen und der See nicht zufrieren – sobald dies der Fall ist, wird der Betrieb eingestellt – wird bis Ostern mit einem Schiff weiter gefahren“, so Höß.

Zum Abschluss noch eine Frage an unsere Leser:

Wann sind Sie das letzte Mal mit einem der fünf Schiffe der Schifffahrt auf dem See unterwegs gewesen?


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