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Eine Kellerkneipe mit Tradition und ein Wirt, der seinen Traumjob gefunden hat

Von Martin

Unsere Kneipentour führt uns heute nach Bad Wiessee. Genauer gesagt zum Heustadl in die Setzbergstraße. Dort betreibt Malte Kock (Bild linke Seite) sein “Heu” und freut sich auch nach Jahren noch über seinen Traumjob.

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Als gelernter Kfz-Mechaniker zur Bundeswehr, dort die Mittlere Reife nachgeholt. Dann Barkeeper im „Heustadl“ und heute der Wirt der Bar. Malte Kock hat viel ausprobiert, bis er seinen Traumjob gefunden hat.

Der gebürtige Dortmunder ist schon vor Jahren mit seiner Familie über Olching bei Fürstenfeldbruck an den Tegernsee nach Bad Wiessee gekommen. Seine komplette Jugend hat er in Bayern verbracht. Rund 25 Jahre ist das jetzt her.

Früher war Kfz-Mechaniker sein Traumjob. „Der Beruf hat sich gewandelt“, meint Malte. Den ganzen Tag nur Teile zu wechseln, erfüllte ihn irgendwann nicht mehr. Die Gastronomie hat Malte gereizt, obwohl er zugibt, dass er alles von der Pike auf lernen musste.

Doch als Malte noch als Barkeeper im „Heustadl“ arbeitete, hat er schnell gemerkt, dass das sein Ding ist. „Bis zum heutigen Tag habe ich kein Motivationsproblem, wenn es darum geht, zur Arbeit zu gehen.“

Obwohl man nicht bestreiten kann, dass Wirt ein harter Job ist. „Man hat lange Arbeitszeiten, aber das stört mich nicht. Ich komme jeden Tag aufs Neue gerne ins Heu.“

Der gebürtige Ruhrpottler ist inzwischen seit über fünf Jahren Wirt im „Heustadl“, gearbeitet hat er dort schon viel länger. Der damalige Besitzer Christopher Deiss, der mit nicht einmal 35 Jahren früh an Krebs verstarb, wies ihn in die „Gastroszene“ ein.

„Er hat mir alles beigebracht“, sagt Malte mit etwas belegter Stimme. „Es war sein Wille, dass ich den Laden irgendwann einmal übernehme, was ich noch zu seinen Lebzeiten getan habe.“ Malte trauert noch heute um seinen sehr guten Freund und damaligen Chef.

„Ich habe damals einen toll laufenden Laden übernehmen dürfen“, beteuert Malte, der bis heute alle Hebel in Bewegung setzt, damit das so bleibt. Sogar das Angebot, eine zweite Kneipe im Tal zu übernehmen, schlug er deshalb aus. „Mir war und ist das Heustadl immer eine Herzensangelegenheit gewesen.“ Eine „Baustelle“ zu haben, ist seiner Meinung nach „eh immer das Beste“. Ein Laden allein sei Arbeit genug.

Holzverkleidung aus der alten Fährhüttn – die Tradition lebt weiter

Das „Heustadl“ blickt auf eine beinahe 50-jährige Kneipentradition. Das Herzstück der verwinkelten Kellerkneipe bildet die Theke, die einen gleich im Eingangsbereich empfängt. Diese schlängelt sich beinahe durch den gesamten Laden. Im hinteren Teil der Bar stehen umfunktionierte Bierfässer als Sitzgelegenheit.

„Die dunkle Holzverkleidung an der Wand und die Türbögen sind noch aus der alten Fährhütt’n“, so Malte. Im Türrahmen ist eine Jahreszahl aus dem 18. Jahrhundert eingraviert.

Viel hat sich seit der Übernahme vor fünf Jahren an der Einrichtung nicht geändert. Nur den Nebenraum links von der Theke hat Malte mit einem modernen Boden, Sofas und Kamin in eine gemütliche Chill-out-Ecke umgebaut. Dass der Raum oft nur von frisch verliebten Pärchen aufgesucht wird, „stört mich nicht“. Den Malte hat es eigentlich am liebsten, wenn all seine Gäste sich an der Theke aufhalten.

Meist steht der ehemalige Barkeeper selbst hinter dem Tresen. Oft sitzt er aber auch davor und unterhält sich mit jedem über alles. Über Vergangenes und über die Zukunft. Über Probleme des Tegernseer Tals und wie man es verbessern könnte. „Da kann es schon mal vorkommen, wenn ich eine angeregte Unterhaltung führe, dass ich zum Beispiel eine bestellte Pizza im Ofen vergesse“ ‒ was allerdings für die meisten kein Problem ist. „Dann wird einfach noch mal eine neue in den Ofen geschoben.“

Für gewöhnlich ist das Publikum, das ins „Heustadl“ kommt, angenehm und gut gemischt. Irgendeine Ausrichtung, was Alter oder Aussehen angeht, gibt es hier nicht. Vielleicht merken die Gäste genau diese unausgesprochene Einstellung: hier wird jeder gleich freundlich behandelt. Und genau das sorgt für die gute Atmosphäre und bringt Malte dazu, den Job als „Heustadl“-Wirt als seinen Traumberuf zu bezeichnen und jeden Abend gerne hier zu sein.

Wenn es seine Gesundheit zulässt, kann sich Malte durchaus vorstellen, auch in 20 Jahren noch der Wirt vom „Heu“ zu sein.

Alle Bilder von Sebastian Scholz


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