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Ungebrochner Bauboom in Rottach-Egern

Eine Skyline am Schorn?

Die Sitzung des Ortsplanungsausschusses am Mittwoch hatte es in sich. Allein neun Bauvorhaben lagen auf dem Ratstisch. Ein Hinweis auf die zunehmende Verdichtung, vor allem in Seenähe. Doch die Gemeinderäte schauten genau hin und verwehrten so manches Bauvorhaben.

Schaugerüst am Bauvorhaben Forellenstraße 11
Schaugerüst am Bauvorhaben Forellenstraße 11

Der Bauherr hatte sich den Ortstermin in der Forellenstraße 11 wohl anders vorgestellt. Die Schleunung Baumanagement GmbH ließ für die angerückten Gemeinderäte samt Bürgermeister extra ein Schaugerüst zur geplanten Höhe des Wohnhauses mit Tiefgarage errichten. Die Holzstangen ragten weit über das bestehende Einfamilienhaus, das abgerissen werden soll, hinaus. Zu weit offenbar, wie der Ortsplanungsausschuss befand. Denn das Grundstück sollte aufgeschüttet werden, da es „unmittelbar im Überschwemmungsgebiet an der Seepromenade liegt“, befand Bauamtsleiterin Christine Obermüller.

Der Neubau soll in der Größe an die bestehende Nachbarbebauung angepasst werden. Dies werde auf die weitere umliegende Bebauung dort am See nicht ohne Wirkung bleiben. Auch der Nachbar an der Seefront wolle sein Grundstück verkaufen, erklärte Obermüller. Und gleich daneben, in der Forellenstraße 9, ist die Planierraupe bereits unterwegs. Von einem alten Häuschen stehen nur noch Bruchstücke. Dort soll neben einem Einfamilien- auch gleich noch ein Mehrfamilienhaus entstehen. Obermüller beklagte, dass die Seegrundstücke zusehends mit Eigentumswohnanlagen verändert und verdichtet würden.

Grundsätzliches Problem sei, dass mit der dem Hochwasser angepassten Aufschüttung die Neubauten gut „einen Meter auf einem Hügel gebaut werden“, wie Josef Lang (CSU) befürchtete. „Wenn dies jeder dort macht, wird dies die Landschaft nachhaltig verändern“. Das Bestreben der Gemeinde aber ist, dass die Häuser hin zur Popperwiese nicht höher sondern niedriger werden.

Künftig ein Bebauungsplan?

„Da uns in naher Zukunft dort in dieser Seelage weitere Bauvorhaben ins Haus stehen werden, sollten wir uns mit einer Bauleitplanung beschäftigen, um diese ungute Entwicklung einzudämmen“, schlug Bürgermeister Christian Köck (CSU) vor. Denn vom See aus gesehen hätte man nur noch einen Blick auf hohe Gebäude, sollten sie entstehen. „Daher begrüße ich es sehr, dass der Bauherr ein Einsehen hatte und uns entgegen kommt. Da er seine Baugröße minimieren möchte, ist dies sicher ein Schritt in die richtige Richtung“.

Planierraupe beseitigt Einfamilienhaus in der Forellenstraße 9
Planierraupe beseitigt Einfamilienhaus in der Forellenstraße 9

Kurz vor Sitzungsbeginn erreichte die Bauamtsleiterin die Absage der Firma Schleunung. Nach den Bedenken, die bereits bei der Ortsbesichtigung geäußert wurden, wurde der Antrag auf Vorbescheid zurückgezogen. Plötzlich ging es dann auch eine Nummer kleiner. Obermüller: „Der Antragsteller könnte sich nun ein Haus mit nur noch sechs Metern Wandhöhe vorstellen“. Einstimmigkeit herrschte am Ratstisch, dass aber die First- und weniger die Wandhöhe entscheidend sei. Deshalb verständigte man sich darauf, dass das Maß aller Dinge eine künftige Bauleitplanung sei.

Nicht viel anders erging es einem anderen Bauvorhaben auf einem Seegrundstück. In der Ganghoferstraße 10 war ein Einfamilienhaus mit sechs Metern Höhe beantragt. Die bisherigen Gebäude auf dem Grundstück sind mit 3,50 Metern Höhe eingeschossig. „Gerade im Außenbereich finde ich sechs Meter etwas hoch“, kritisierte Obermüller. Sie schlug eine Wandhöhe von fünf Metern vor, „aber nicht mehr“.

Da dort vermutlich auch aufgeschüttet werden müsse und die wahre Höhe für den Ortsplanungsausschuss nicht ersichtlich sei, „kann ich dem Bauvorhaben nicht zustimmen“, befand Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG). Auch dort mache ein Ortstermin nur Sinn, wenn man weiß, wie hoch der Neubau über den Boden ragen werde, schränkte Lang ein. Einstimmig wurde das Bauvorhaben im sensiblen Uferbereich zurückgestellt und Nachbesserungen angefordert.


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