Einheimischen-Wohnen statt Asylunterkunft

von Nadja Weber

Wie berichtet, will die Gemeinde Kreuth die ehemalige Dr-May-Klinik erwerben. Der Eigentümer plante hingegen, das Gebäude in eine Unterkunft für Asylbewerber umfunktionieren zu lassen. Doch die Gemeinde stellte sich quer.

Was wird aus der ehemaligen May-Klinik?
Asylbewerber werden hier wohl nicht unterkommen. Der Eigentümer hat seinen Antrag zurückgezogen.

Seit Herbst 2013 steht die ehemalige Dr.-May-Klinik in Kreuth leer. Zukunftsideen gab es seitdem viele. Seniorenheim, Klinik oder Hotelpläne waren im Gespräch. Wie Bürgermeister Josef Bierschneider auf der Bürgerversammlung vergangene Wochen erklärte, habe es dabei immer wieder „Interessenten mit großen Ideen“ gegeben, die dann nichts mehr von sich hören ließen.

Gemeinde reagiert mit Veränderungssperre

Die Gemeinde hingegen hat konkrete Pläne für das Gelände. Wie Bierschneider vor einer Woche betonte, will man das Areal erwerben, um es für Einheimische attraktiv zu gestalten. „Wir wollen Wohnraum sowie ein Gewerbegebiet für Einheimisch schaffen.“ Doch der Eigentümer, die Berliner Immobilienfirma Cooley Group, hatte andere Pläne.

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Wie es auf der Bürgerversammlung hieß, habe die Cooley Group unter dem Geschäftsführer Benedict Mathews das Gebäude in eine Asylunterkunft umbauen wollen. Hierfür seien sogar schon Anträge im Landratsamt eingegangen. Doch weil sich die Gemeinde quer gestellt hat, hat der Eigentümer den Antrag zurückgenommen. Der Rathauschef berichtet auf Nachfrage:

Wir haben eine Veränderungssperre für das Gelände beantragt, aber der Eigentümer hat seinen Antrag wieder zurückgenommen.

Währenddessen hat die Gemeinde wie berichtet ein konkretes Kaufgebot an die Cooley Group geschickt. „Wir warten immer noch auf eine Rückmeldung“, so Bierschneider gegenüber der TS.

Das Landratsamt Miesbach kann derweil noch keinen Verkauf der ehemaligen Dr.-May-Klinik bestätigen. Wie Pressesprecher Birger Nemitz erklärt, sei dies eine Sache zwischen Gemeinde und Eigentümer. Das Landratsamt werde erst dann hinzugezogen, wenn es Anträge zu prüfen gibt. Benedict Mathews von der Cooley Group war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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