Einmal Tegernseer Busmodel und zurück – Tegernseerstimme

Einmal Tegernseer Busmodel und zurück

Sie ist regelmäßig mit ihrem RVO-Bus im Tegernseer Tal unterwegs. Doch bald sieht man Barbara Dialler noch öfter. Die 52-Jährige wird das neue Gesicht einer Bus-Kampagne. Wir haben sie interviewt.

Barbara Dialler (52) wirbt mit ihrem Gesicht für den RVO.

Bei schönem Wetter und an den Wochenenden ist viel los auf den Straßen in und um den Tegernsee. Nur leider nicht in den RVO-Bussen. Deshalb hat das Landratsamt Miesbach eine Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden, woran das wohl liegen könnte, und wie man mit wenig Aufwand, Menschen dafür begeistert, mit dem Bus zu fahren.

Zum neuen Konzept gehört auch, nicht mehr nur die Fahrgäste in den Mittelpunkt zu rücken, sondern auch die Busfahrer. Barbara Dialler (52) arbeitet seit fast sieben Jahren beim RVO in Tegernsee. Sie ist die einzige Linienbusfahrerin unter lauter Männern im Landkreis und das neue Testimonial dieser Kampagne. Ihr Gesicht wird voraussichtlich ab dem Spätsommer auf mindestens einem der örtlichen Busse zu sehen sein.

Tegernseer Stimme: Frau Dialler, wie kam es dazu, dass Sie zum neuen Bus-Model gekürt wurden?

Barbara Dialler: Ich arbeite seit 2010 beim RVO und wurde im Dezember von Andreas Päschel, dem Niederlassungsleiter der RVO in Tegernsee angesprochen, ob ich nicht Lust dazu hätte.

Und: sofort begeistert?

Barbara Dialler: Ich habe gedacht: „Warum nicht?“ Ist doch eine tolle Erfahrung, einmal „Model“ zu sein.

Wie lief das Shooting ab?

Barbara Dialler: Sehr lustig. Das fand in Rosenheim statt. Ich musste meinen Schmuck abnehmen – bei meinem Ehering habe ich mich geweigert – und den Gürtel ablegen. Meine Hose und Bluse durften keine Falten haben. Dann war ich eine Stunde in der Maske.

Was verdient man denn so als „Werbestar“?

Barbara Dialler: Wie gesagt, ich hab’s aus Spaß an der Sache gemacht. Geld gab es keines dafür.

War es schon immer ihr Traum, Busfahrerin zu sein?

Barbara Dialler: Mein Papa ist früher Bus gefahren und hatte ein eigenes Taxiunternehmen. Mein Interesse galt schon immer den „12 Tonnen schweren Dingern“. Nach der Geburt meiner Tochter habe ich seine Firma übernommen und bin selbst Taxi gefahren. Mit 38 Jahren habe ich den großen Busschein gemacht und mir einen gebrauchten Bus gekauft.

Jetzt sind Sie aber beim RVO angestellt?

Barbara Dialler: Ja. Früher bin ich eine Linie für Schulkinder nach Irschenberg gefahren. Im Jahr 2010 fanden dann neue Ausschreibungen statt und ich habe den Auftrag dafür nicht mehr bekommen. Damit brach eine Haupteinnahmequelle weg und ich musste umdenken.

Und wie ging es weiter?

Barbara Dialler: Ich habe mein Unternehmen verkauft und einen Vertrag beim RVO unterschrieben.

Rückblickend eine gute Entscheidung?

Barbara Dialler: Auf jeden Fall. Das Taxi- und Busunternehmen in Eigenregie ist unheimlich anstrengend. Nicht nur körperlich. Auch das Privatleben leidet. Entspannt auf einen Geburtstag zu gehen, war fast unmöglich.

Auf welchen Strecken sind Sie denn derzeit hauptsächlich unterwegs?

Barbara Dialler: Wir sind in Gruppen eingeteilt. Ich bin in der Schlierseer Gruppe, fahre die Strecken nach Valepp und zum Spitzingsee, bin aber auch in Miesbach, Bad Tölz und Holzkirchen unterwegs.

Kommen Sie auch zum Tegernsee?

Barbara Dialler: Hauptsächlich, um meinen Bus aufzutanken und zu waschen. (Lacht). Ich fahre in regelmäßigen Abständen einmal um den See – das hängt ganz vom Dienst ab. Auf meiner Tour liegt auch die Moni-Alm in Rottach-Egern und Kreuth.

Und seit wann wissen Sie, dass Sie das neue Gesicht der RVO-Kampagne sind?

Barbara Dialler: Ehrlich gesagt, habe ich es aus den Medien erfahren. Ein Kollege hat mir vor ungefähr zwei Wochen den Link zu Ihrem Artikel geschickt.

Soll das heißen, Sie wussten noch gar nicht von Ihrem Glück?

Barbara Dialler:(lacht) Kann man so sagen. Ich weiß von nix. Bis vor einer Woche habe ich noch nicht einmal ein Foto von mir gesehen.

Die Kampagne soll demnächst starten. Ist es aufregend für Sie, wenn Sie künftig durchs Tal touren?

Barbara Dialler: Ich bin gespannt, ob man mich auch privat darauf anspricht. Manche Kollegen freuen sich schon. Sie sagen: „So haben wir Dich immer dabei.“

Vielen Dank für das Gespräch.


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