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Wiesseer Wasserwacht präsentiert neue Rettungsgeräte

Einweihungsfeier nach der Katastrophe

Vor mehr als einem Jahr zerstörte eine Brandkatastrophe zwei Boote und ein Rettungsfahrzeug der Wasserwacht. Einen „Wahnsinn“ an Hilfsbereitschaft hätten die Wiesseer Wasserwachtler daraufhin erlebt. Am Samstag wurde nun endlich die Ersatzbeschaffung gefeiert.

Die Feier fand vor dem Aquadom bei der Wasserrettungsstation statt.

Schön aufgereiht liegen sie am Ufer bei der Wasserwachtrettungsstation unweit des Aquadoms in Bad Wiessee. Das große Schiff für 160.000 Euro, getauft auf den Namen „Seegeist“, daneben die „Otter“ der Kreiswasserwacht, ein kleineres Boot der Schnelleinsatzgruppe (SEG) für 25.000 Euro, am Strand das fabrikneue Wassernotfahrzeug für 68.000 Euro, ein Mercedes Sprinter. Sie sind der Ersatz für das am 13. Februar 2017 zerstörte Material.

Schweißarbeiten am großen Schiff der Wasserwacht lösten den Brand im BRK-Rettungszentrum aus. Schwerste Verletzungen erlitten zwei Männer, die am Boot gearbeitet hatten. In der Garage des BRK gingen insgesamt sechs Fahrzeuge und zwei Boote in Flammen auf. Der Schaden war immens.

Für Hans Mielke, der wenige Wochen vor dem Unglück zum Ortsvorsitzenden der Wasserwacht gewählt wurde, war der Schock groß. Es begann eine harte Zeit. Die Wiederbeschaffung des Zerstörten erforderte ein großes Engagement der Ehrenamtlichen. Denn die Versicherung erstattete nur den Zeitwert. Es blieb ein Finanzloch von 300.000 Euro.

Zahlreiche Hilfsangebote

Umso stolzer waren sie, als sie den zahlreichen Ehrengästen beim Festakt ihre neue Kollektion bieten können. Der Einladung folgten neben Wiessees Bürgermeister Peter Höß auch seine Kollegen aus Kreuth und Gmund: Josef Bierschneider als Kreisvorsitzender des BRK Miesbach und sein 2. Stellvertreter, Alfons Besel.

Zufriedene Mienen bei Hans Mielke (Ortsvors. der Wiesseer Wasserwacht), Alfons Besel (Gmunds Bürgermeister und 2. stellv. Vors. BRK Miesbach), Josef Bierschneider (Kreuths Bürgermeister und Vors. BRK Miesbach) und Peter Höß (Wiessees Bürgermeister)

„Wir haben nach 14 Monaten den Schaden erfolgreich abgewickelt und 300.000 Euro gesammelt“, erklärte Mielke. Damit sei der von der Versicherung nicht abgedeckte Eigenanteil zu 100 Prozent erfüllt worden. Es seien keinerlei Mittel des Kreisverbandes benötigt worden. Dies mache ihn stolz, „wir haben es geschafft“. Er sei allen Spendern dankbar. Auch die Talgemeinden und der Landkreis seien mit einer Höhe eingesprungen (Zahlen nannte Mielke nicht), wo er nur sagen könne, „es war Wahnsinn“.

Die Zusammenarbeit mit den Versicherungen sei unbürokratisch und „exzellent“ gewesen. Überrascht worden sei er nach der Katastrophe von den vielen spontanen Hilfsangeboten. Bereits drei Stunden danach habe Peter Kathan vom Wiesseer Yachtclub dessen „einsatzbereites Boot“ angeboten. Auch die Feuerwehr Tegernsee habe spontan ihr Boot zur Verfügung gestellt. Das Ersatzschiff sei dann von der Wasserwacht Oberbayern gekommen. Bis Ende September vergangenen Jahres habe man somit den Vertrag mit dem Rettungszweckverband Rosenheim erfüllen können.

Für Hochwassereinsatz gerüstet

Alexander Schwarz, Vorsitzender der Kreiswasserwacht, sprach von „einem schwarzen Jahr 2017“. Zunächst die Brandkatastrophe, dann ein „schwerer Unfall“ der Schnelleinsatzgruppe (SEG). Deren geliehenes Fahrzeug aus Rosenheim erlitt Totalschaden. „Gott sei Dank wurde aber niemand verletzt“, so Schwarz.

Eine Novität: Das Einsatzboot “Otter” für 25.000 Euro ist mit Rädern quasi ein Amphibienfahrzeug.

Er stellte auch eine Novität vor: die „Otter“ als kleines Rettungsboot mit vier Rädern, die auch auf See nicht abmontiert werden. Man hoffe zwar, dass kein Hochwasser mehr komme. Wenn doch, könne man das Boot, das einem Amphibienfahrzeug gleicht, auch schieben. In Miesbach sei man stolz auf dieses Boot, „denn es ist das erste dieser Art der Wasserwacht in Bayern“.

Bürgermeister Peter Höß lobte die große Hilfs- und Spendenbereitschaft, die neue Boote zur Rettung von Menschenleben ermöglichte. Der Wasserwacht-Mannschaft wünschte Höß „eine immer gesunde Rückkehr von den Einsätzen“.

Auch die Schifferstecher mit neuen Booten

Das neue Jahr habe wieder Grund zur Zuversicht und Freude gebracht und „den Zusammenhalt aller Rettungskräfte gestärkt“, wusste Bierschneider. „Nach der Wiedereröffnung des Rettungszentrums können nun auch die neue Boote und das Rettungsfahrzeug gesegnet werden“. Diesen Akt nahm Pfarrer Wieland Georg Steinmetz vor. Seine Botschaft an die Wasserwachtler:

Jeder Einsatz ist auch so etwas wie eine Glaubensprobe.

Zuvor segnete Steinmetz auch zwei neue Zillen der Wiesseer Schifferstecher. Ihnen gehört seit vielen Jahren Georg Gaugenrieder an. Er verwies auf die Tradition seiner Schifferstecher, die „eine Besonderheit“ am Tegernsee seit den 80er Jahren seien. In den Anfängen habe man sich zunächst Boote beim Münchner-Olympiapark ausgeliehen.

Seit 1991 sei man im Besitz eigner Zillen, an denen aber der Zahn der Zeit nagte. Neue mussten her. „Inzwischen sind wir bei der 3. Generation angelangt, die etwas länger und schmäler ist“. Sie bestanden die Feuertaufe. Nicht sie gingen bei einem Schauturnier baden, sondern die Stecher, die mit Lanzen vom Podest gestoßen wurden. Verletzt wurde niemand. Die Wasserwacht konnte ungestört weiterfeiern.

Die “Seegeist” kostete 160.000 Euro.
Perfektes Wetter für die Einweihung.
Viele Gäste suchten dann aber doch lieber schattige Plätze.
Pfarrer Wieland Georg Steinmetz gab den Booten seinen kirchlichen Segen.
Das fabrikneue Wassernotfahrzeug für den Preis von 68.000 Euro.
Der Chef der Wiesseer Wasserwacht, Hans Mielke, dankte für die Hilfsbereitschaft.
Die 3. Generation der Schifferstecher-Boote.
Zum Abschluss der Feier wurden die beiden neuen Schifferstecher-Boote mit einem Schauturnier eingeweiht.

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