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Pächter kommt Zwangsräumung zuvor

Ende von Heidis Café in Bad Wiessee

Wenig Glück hatte Max Scheyerl nach der Aufgabe seines Traditions-Cafés Schwaiger vor fünf Jahren. Er verpachtete es damals an Heidrun G. aus Thüringen. Doch die neuen Betreiber wollten nicht nur das Inventar über ebay versilbern, sie blieben auch die Pacht schuldig. Das Unvermeidliche folgte.

Ende von Heidis Cafe in Bad Wiessee

Es liegt verwaist an der Sanktjohanserstraße. Die Jalousien sind seit Tagen heruntergelassen. Das Einfallstor von Süden nach Bad Wiessee ist vorerst um einen gastronomischen Betrieb ärmer. Wo einst frühmorgens Max Scheyerl schon in der Bachstube werkelte, herrscht seit gut einer Woche Grabesruhe. Das Café Heidi ist seit 28. Juli geschlossen. Der Tag, an dem der Gerichtsvollzieher sein Erscheinen zur Zwangsräumung angekündigt hatte.

Denn die Betreiber sollen über einen langen Zeitraum den Pachtvertrag vom Oktober 2012 nicht eingehalten haben. Laut Scheyerl haben Heidi G. und ihr Mann den Mietzins unregelmäßig bis gar nicht bezahlt, weil die Geschäfte nicht so gut liefen. „Wenn wir nicht im vergangenen Jahr vor Gericht geklagt hätten, würden die immer noch darin sitzen und keine Pacht zahlen“, so Scheyerl. Damals vor fünf Jahren, als Scheyerl nach Jahrzehnten in der Backstube aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf an den Nagel hängte, sei die Wahl auf die Interessenten aus Thüringen gefallen. „Vom Alter her hätte das Ehepaar schon gepasst. Heidrun G. soll mit ihrer Schwester schon einmal ein Lokal betrieben haben“.

Keine geregelten Öffnungszeiten

Dies genügte Scheyerl als Referenz. Damals hätte aus dem einstigen Café durchaus auch ein Bistro entstehen können, so Scheyerls Angebot an Heidrun G. „Damit wären die neuen Pächter auch in der Lage gewesen, Frühstücke anzubieten. Sie versuchten es auch eine kurze Zeit, doch dann war damit wieder Schluss“, erzählt Scheyerl. Wenn aber erst ab elf Uhr der Laden geöffnet werde, berichtet der gelernte Bäcker und Konditor, so sei dies viel zu spät. „Das ist in diesem Gewerbe unmöglich. Die hatten keine geregelten Öffnungszeiten“.

Auch an Feiertagen seien die Kunden vielfach vor einem geschlossenen Geschäft gestanden. Dies sei für ein Café in einem vom Tourismus geprägten Ort auf Dauer nicht tragbar. Umsatzeinbußen und ausbleibende Pachtzahlungen waren die Folge.

Schuldner waren bereits ausgeflogen

Scheyerl zog vor Gericht und bekam den Titel für eine Zwangsräumung. „Diese ging am 28. Juli ganz geräuschlos über die Bühne“, erzählt Scheyerl. „Im Beisein des Gerichtsvollziehers wurden die verlassenen Geschäftsräume geöffnet, da die Cafe-Betreiber bereits ein oder zwei Tage zuvor ausgezogen waren“. Die persönlichen Dinge der säumigen Pächter müssten allerdings noch eine geraume Zeit aufgehoben werden, so verlange es das Gesetz. Mit dem es Betreiber G. bereits im Mai zu tun bekam, als er Knet- und Kuvertüre-Maschinen über ebay verscherbeln wollte.

Der Beschuldigte wurde vom Amtsgericht Miesbach zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt. Beim nächsten Pächter will Max Scheyerl, der in seinem Haus auch eine Frühstückspension betreibt, etwas genauer auf die Referenzen schauen. Interessenten gebe es schon. „Inzwischen haben sich bereits vier für das Café gemeldet“.


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