Energiewende im Tal: Geringe Nachfrage nach Bürgersprechstunden

Tegernsee behält Beratungsbudget bei

Von Christopher Horn

Ergänzung vom 10. Dezember / 10:48 Uhr
Die letzten beiden Jahre standen im Zeichen der Energiewende. Als Vorreiter hat sich im Jahr 2011 dabei zum Teil auch die Stadt Tegernsee entpuppt. Zumindest was den Bereich der Energieberatung betrifft.

Als erste Talgemeinde entschieden sich die Stadträte dafür die Bürger bei der einführenden Erstberatung, wie auch der umfassenden Vor-Ort-Beratung, finanziell zu unterstützen.

Wenig Nachfrage

Durch die Beratungen sollten vor allem diejenigen angesprochen werden, die ihr Haus oder die Wohnung energetisch sanieren lassen wollen. Die Experten wollten in der Sprechstunde das grundsätzliche Für und Wider der einzelnen Maßnahmen am konkreten Objekt erklären.

Scheinbar gibt es aber gar nicht so viele, die die Notwendigkeit einer Erst- oder sogar Zweitberatung sehen. Das Angebot sei nicht so umfassend angenommen worden, wie zuerst gedacht, sagte Tegernsees Bürgermeister Peter Janssen. So wurde im Jahr 2011 das vom Stadtrat auf 5.000 Euro veranschlagte Beratungsbudget nur zu einem Viertel in Anspruch genommen worden.

Heuer hatte der Stadtrat das Budget auf 10.000 Euro erhöht. Insgesamt wurden davon 3.000 Euro benötigt. Insgesamt kann man also sagen, dass das Angebot nur eine überschaubare Zahl an Bürgern überhaupt interessiert. Trotz allem steht die Gemeinde immer noch hinter der Entscheidung das Budget auf 10.000 Euro zu erhöhen. „Falls sich doch noch mehr Leute für die Beratung und für die Unterstützung interessieren, sollen sie nicht mit leeren Händen da stehen,“ so Janssen.

Auch in Gmund geringes Interesse

Gmund geht dagegen einen anderen Weg. Aufgrund der insgesamt sehr geringen Nachfrage wird die bisherige Bürgersprechstunde für Energetische Maßnahmen nur noch alle zwei Monate stattfinden. Im letzten Jahr habe es zehn Termine gegeben, sechs davon fielen mangels Beteiligung aus, so Georg von Preysing.

Auch zukünftig werden die Sprechstunden im Rathaus stattfinden und abswechselnd vom Ingenieurbüro Holm und vom Energieberater Helmut Jaki durchgeführt.

Ursprünglicher Artikel vom 1. Juli 2011:
Das Thema Energiewende wird uns auch im Tegernseer Tal die nächsten Jahre begleiten. Soviel steht zumindest nach dem gestrigen Beschluß der Bundesregierung zum Atomausstieg mittlerweile fest. Zumindest bundesweit und auf landesebene ist die Tragweite der Energiewende damit angekommen.

In den Kommunen jedoch ist die regenerative Wechselbereitschaft noch nicht überall durchgesickert. Auch wenn es einigen dämmert, die wirklichen Treiber sind derzeit noch normale Bürger oder von Bürgern ins Leben gerufene Initiativen, wie der Energiestammtisch in Kreuth.

Im Tegernseer Tal gibt es viele Möglichkeiten für regenerative Energien

Doch die Stadt Tegernsee möchte dem „Treiben“ jetzt nicht länger tatenlos zusehen und hat neben ihres Engagements für die „Energiewende Oberland“, dem neuen grünen Konzept für das stadteigene E-Werk nun auch eine Beratungsinitiative für ihre Bürger ins Leben gerufen.

Überschaubares Budget zum Start

Damit möchte sie das Ziel der Energieeinsparung auf die lokale Ebene bringen und hat dafür ein Budget von 5.000 Euro eingeplant. Ohne irgendwelche ideologischen Ziele wolle man mit diesem Budget die Bürger bei der Inanspruchnahme einer professionellen Energieberatung unterstützen, so Bürgermeister Peter Janssen auf der letzten Stadtratssitzung.

Das Budget sei bis zum Ende des Jahres eingeplant, könne jedoch nach Bedarf auch weiter aufgestockt werden, so Bürgermeister Peter Janssen auf der letzten Stadtratssitzung.

Als der von der Stadt präferierte Dienstleister war das Ehepaar Holm vom gleichnamigen Gmunder Ingenieurbüro Holm in die Sitzung gekommen. In ihrer Präsentation machte Maleen Holm klar, was die Energieberatung im Rahmen einer Bürgersprechstunde nach dem Vorbild der Gemeinde Weyarn leisten kann, und was nicht.

Initiativberatung für 75 Euro pro Person – für die Bürger kostenlos

Die sogenannte Initiativ- oder Erstberatung hat das Ziel für den an einer Energieeinsparung interessierten Bürger einen ersten Einstieg in das Thema zu geben. Im Rahmen eines Termins nimmt sich die Ingeneurin bis zu zwei Stunden Zeit um mit dem Interessenten anhand von Plänen eine neutrale Beratung durchzuführen. Die wichtigsten Fragen, die dabei geklärt werden können: Welche Heizungsanlage würde passen? Welche Fördermöglichkeiten bestehen? Wie sieht der optimale Ablauf bei der geplanten Sanierung aus?

Die geplante Sprechstunde ist für die Tegernseer Bürger kostenlos. Die Stadt lässt sich die Beratung etwa 75 Euro pro Person kosten.

Zur Information der Bürger sind drei kostenlose Einführungsvorträge vorgesehen. Jeweils um 18:30 Uhr am 11., 18. und 25. Juli, finden diese im Alten Schalthaus des E-Werks in Tegernsee statt.

Dort kann man sich dann auch über die umfassendere Vor-Ort-Beratung informieren, die die Stadt mit bis zu 50% bezuschusst. Dabei liegen die Kosten für ein Kurzgutachten bei 476 Euro. Und für ein Großgutachten bei über 1.000 Euro.

Diese Beratung muss jedoch nicht vom Ingenieurbüro Holm durchgeführt werden. Die beratungswilligen Bürger können sie bei jedem beliebigen Unternehmen vornehmen, sofern dieses zur Ausstellung von Energieausweisen zertifiziert ist.


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