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Nach Zugunglück in Bad Aibling

Ermittler äußern sich zur Unfallursache

Genau vor einer Woche kamen elf Menschen beim Zugunglück in Bad Aibling ums Leben, mehr als 80 wurden verletzt. Wer oder was ist schuld? Ein Fehler des Fahrdienstleiters, technisches Versagen oder gar der Suizid eines Lokführers? Heute wollen sich die Ermittler erstmals äußern.

Wer ist Schuld an dem schweren Unglück in Bad Aibling? Foto: Peter Kneffel/dpa
Wer ist Schuld an dem schweren Unglück in Bad Aibling? Foto: Peter Kneffel/dpa

Nach dem Zusammenprall zweier Meridianzüge der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) mit elf Toten zwischen Bad Aibling und Kolbermoor wollen sich die Ermittler heute erstmals zur Unfallursache äußern. Staatsanwaltschaft und Polizei geben um 14 Uhr eine Pressekonferenz. Mit Spannung wird erwartet, ob sie Informationen bestätigen, wonach die Ursache für den Zusammenstoß der beiden Regionalzüge menschliches Versagen war.

Dobrindt: „keine technischen Fehler“

Doch ein technisches Versagen scheidet offenbar aus, wie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt nach dem Auffinden und Auswerten der drei Blackboxen gestern bekräftigte: “Tatsache ist, dass nach den Daten, die wir haben, ein technischer Fehler nicht vorgelegen hat.”

Eine andere These ist, der Fahrdienstleiter in Bad Aibling habe vorhandene Sicherungen per Hand ausgeschaltet. Dies dementiert inzwischen Polizeisprecher Jürgen Thalmeier: „Es ist eine Vorverurteilung erster Klasse. Wir müssen die Ergebnisse der Untersuchungen abwarten“. Der Fahrdienstleiter wurde noch am Unfalltag vernommen. Danach sagte ein Polizeisprecher, dass es dabei keine „strafrechtliche relevanten Hinweise“ gegeben habe.

Dem gegenüber steht eine Meldung von „BILD“, die sich auf Behördenkreise beruft, demnach erlitt der Fahrdienstleiter nach dem Unglück einen Zusammenbruch und gab gegenüber Kollegen den folgenschweren Fehler zu.

Hat ein Lokführer schuld?

Bislang hält sich die Polizei öffentlich konsequent bedeckt, sie geht nicht auf Medienberichte ein. Vor diesem Hintergrund, da offenbar weder technisches noch menschliches Versagen offiziell vorliegt, hält sich seit Tagen das schier unfassbare Gerücht, es könnte sich auch um einen Selbstmord des Lokführers handeln, der in Kolbermoor hielt und ohne entsprechende Signalstellung weiterfuhr. Ein ungeheuerlicher Verdacht, für den es aber nach Informationen der Tegernseer Stimme in Polizeikreisen keine Hinweise geben soll.

Schnell werden hier aber Erinnerungen an die Flugzeugkatastrophe im März wach, als der Germanwings-Copilot 150 Menschen mit in den Tod riss. Der hatte sein Flugzeug in „suizidaler Absicht“, so die Staatsanwaltschaft, gegen einen Berg in den französischen Alpen gesteuert. Auch damals war anfangs ein Suizid außerhalb menschlicher Vorstellungskräfte. Es bleibt also abzuwarten, ob heute schon die Frage beantwortet wird, wer oder was war schuld an der Katastrophe zwischen Holzkirchen und Rosenheim?

An der Pressekonferenz der Ermittlungsbehörden heute in Bad Aibling nehmen der Leitende Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese aus Traunstein, Rosenheims Polizeipräsident Robert Kopp und weitere Ermittler teil.

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