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Ein Aktienfonds der Strüngmanns sei im Visier der Ermittler

Hausdurchsuchungen auch am Tegernsee?

Erste Aktualisierung vom 27. Februar / 11:14 Uhr
Steuerfahnder und Staatsanwälte haben die Münchner Büros der Tegernseer Unternehmer Andreas und Thomas Strüngmann am Mittwoch durchsucht. Jetzt sind der Tegernseer Stimme weitere Details bekannt. Doch die Frage, ob Häuser am Tegernsee durchsucht wurden, steht noch im Raum.

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Andreas und Thomas Strüngmann. Die beiden Tegernseer sind seit einiger Zeit in der Krebsforschung aktiv / Bild: Armin Brosch

Noch dringen kaum Einzelheiten der Razzia in der Firmenzentrale der Athos GmbH in der Rosenheimer Straße nach außen. Wie gestern berichtet, durchkämmten am Mittwoch Ermittler der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft die Münchner Büroräume der Brüder Andreas und Thomas Strüngmann (64). Es gehe um den Verdacht der Steuerhinterziehung.

Ein Sprecher der Strüngmanns, Peter Dietlmaier in Düsseldorf, bestätigte der Tegernseer Stimme, dass die Durchsuchung bereits am Mittwoch stattfand. Die Frage, ob auch die beiden Villen am Tegernsee durchsucht wurden, wollte Dietlmaier weder bestätigen noch dementieren, es sei eine „übliche Hausdurchsuchung gewesen“.

Es geht um einen Aktienfonds

Nähere Angaben machte Dietlmaier auf Anfrage der Tegernseer Stimme zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft: „Hintergrund der Ermittlungen ist die Annahme der Behörden, dass unter den mehreren Fonds ein Aktienfonds hätte steuerlich anders behandelt werden müssen. Mit den ermittelnden Behörden wird im Sinne einer schnellen Klärung der Vorwürfe vollumfänglich zusammengearbeitet.“

Nach Informationen der Tegernseer Stimme stehen die Ermittlungen nicht im Zusammenhang mit der Causa Commerzbank oder den Luxemburg-Leaks, den Steuertricksereien im Großherzogtum. Auch die private Bank der Strüngmanns, die Südwestbank in Baden-Württemberg, eine der größten Privatbanken Deutschlands, scheint davon nicht berührt. Die Staatsanwaltschaft München I war wegen des „strafbewehrten Steuergeheimnisses“ heute zu keinen Angaben bereit.

Ursprünglicher Artikel vom 26. Februar 2015 mit der Überschrift: Ermittlungen gegen Strüngmann-Brüder
Steuerfahnder und Staatsanwälte haben die Münchner Büros der Tegernseer Unternehmer Andreas und Thomas Strüngmann durchsucht. Die Ermittler gehen dem Verdacht eines möglichen Steuerdelikts nach, so das Manager Magazin. Die Durchsuchung wird von einem Sprecher der Gebrüder Strüngmann bestätigt.

In das Visier der Steuerfahnder sind zwei der erfolgreichsten Unternehmer Deutschlands geraten. Beide haben ihren Wohnsitz in Tegernsee. Einen Namen machten sich Thomas und Andreas Strüngmann mit der Gründung der Hexal-Werke in Holzkirchen.

Anfang 2005 verkauften sie den damals weltweit zweitgrößten Generikahersteller für 5,6 Milliarden Euro an den Basler Pharmariesen Novartis. Die Strüngmanns gehören zu den wohlhabendsten Deutschen. Das Manager Magazin führt sie mit einem Vermögen von jeweils rund 3 Milliarden Euro auf Rang 34.

Durchsuchung der Büroräume

Ein Sprecher der Strüngmanns bestätigte gegenüber dem Manager-Magazin die „Ermittlungen wegen eines möglichen Steuerdelikts. Mit den ermittelnden Behörden wird vollumfänglich zusammengearbeitet“. Auf Nachfrage der Tegernseer Stimme bestätigt eine Mitarbeiterin die Durchsuchung der Büroräume. Thomas Strüngmann war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. „Er sitzt im Flugzeug“, so die Auskunft seiner Mitarbeiterin.

Thomas Strüngmanns Name fällt am Tegernsee meist im Zusammenhang mit dem Kauf des ehemaligen Spielbankgeländes an der Wiesseer Seepromenade und einem möglichen Hotelprojekt. Dafür führt er in diesen Wochen Gespräche mit der Grünwalder Firmengruppe RDR, der das angrenzende Lederer-Areal gehört. Nach Informationen der Tegernseer Stimme könnte ein gemeinsam entwickeltes Hotel unter Zusammenschluss beider Grundstücke demnächst präsentiert werden. Ideenspiele des Städteplaners Eberhard von Angerer wurden bereits im vergangenen Jahr der Öffentlichkeit präsentiert. Weit scheinen Thomas Strüngmann und RDR nicht mehr auseinander zu liegen.

Vergangene Woche wurde ebenfalls bekannt, dass Thomas Strüngmann der Kreissparkasse 65 Bücher aus dem Psallierchor abgekauft und sie dem Tegernseer Tal Verein geschenkt hat.

Projekte im Visier der Ermittler

Ob die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in seinem Büro am Rosenheimerplatz das Hotelprojekt gefährden könnten, ist noch nicht bekannt. Die Strüngmanns haben sich unternehmerisch breit aufgestellt. Wie berichtet, steckten die Zwillinge eine Milliarde in die Krebsforschung. Dazu gründeten sie bundesweit ein Firmenimperium. Mit neuen Therapien haben sie dem Krebs den Kampf angesagt. Ihre Ziele sind hochgesteckt und verschlingen ein Vermögen.

Während die Strüngmanns bislang ziemlich geräuschlos arbeiteten, war dies gestern offenbar anders: Ermittler drängten sich in den leicht verwinkelten Zugang zu der im dritten Stock gelegenen Büroflucht, mehrere Mannschaftswagen verstellten den Eingang des Zweckbaus, berichtet das Manager Magazin. Die Beamten sollen anschließend Aktenordner und Festplatten gefilzt haben. Welchen Vorwürfen die Fahnder nachgehen, sei noch unklar. Die Münchner Staatsanwaltschaft soll einen Kommentar abgelehnt haben, so das Manager Magazin.


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