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Historische Ursache für Ölfilm auf dem Wasser

Erneut Erdöl auf dem Tegernsee

Von Maxi Hartberger

Der Schreck war groß, als heute Vormittag ein Angler einen schimmernden Ölfilm auf dem Tegernsee entdeckte. Die Feuerwehr musste ausrücken. Doch die Ursache für das Öl gibt es bereits seit mehr als 700 Jahren.

Bereits im Januar gab es einen ähnlichen Fall: Damals sickerte Erdöl auf den Tegernsee. / Archivbild
Bereits im Januar gab es einen ähnlichen Fall: Damals sickerte Erdöl auf den Tegernsee. / Archivbild

Ein Angler machte heute Vormittag eine seltsame Entdeckung: In der Sinner Bucht westlich des Yachtclubs in Bad Wiessee entdeckte er einen schimmernden Ölfilm auf dem Tegernsee. Die Feuerwehr rückte sofort aus. Im ersten Moment erinnert das an den Vorfall im Januar dieses Jahres, als Erdöl aus unbekannten Gründen in den Tegernsee floss.

Damals dämmte die Feuerwehr mit Hilfe sogenannter Ölsperren die betroffene Fläche von knapp 1500 Quadratmetern auf dem Tegernsee ein. Bei der Verunreinigung handelte es sich um ausgetretenes Heizöl. Experten vermuteten damals die Ursache bei einer undichten Stelle auf dem Baugrundstück des Hotel Edelweiß.

Und heute geschah es schon wieder: Erneut bedeckte unseren klaren See eine schmierige Ölschicht. Doch es gibt Entwarnung: Da es sich um eine so geringe Ölmenge handelte, war nicht einmal eine Beseitigung möglich. Und auch die Ursache ist bereits geklärt. Diesmal war es kein Erdöl, das auf dem Tegernsee waberte, sondern das Quirinus-Öl.

Heiliges Öl aus Bad Wiessee

Bei dem Quirinus-Öl handelt es sich um natürliches Erdöl, das bereits seit Jahrhunderten je nach Wetterlage immer wieder in den See sickert. Der Benediktiner Mönch Quirinus entdeckte dieses Phänomen erstmals im Jahre 1441 am Westufer. Seine Neugier war sofort geweckt und entdeckte eine kleine Ölquelle am Rohbognerhof in Bad Wiessee.

Den naturwissenschaftlich gebildeten Mönchen ist schon damals bewusst, dass es sich um Erdöl handelt und füllten es in kleine Fläschchen ab: Sie wurden als Heilmittel verkauft. Dazu gab es dann sogar einen Beipackzettel, der über den Ursprung, die Wirkung und den Gebrauch des „Oleum Sancti Quirini“ aufklärte. Dem Öl wurden Wunderheilungen bei Augen- und Ohrenleiden zugesprochen.

Dieses natürliche Phänomen geschah heute Vormittag also nicht zum ersten Mal. Ganz umsonst war der Einsatz der Feuerwehr allerdings nicht, denn später entdeckten sie einen zusätzlichen Ölfilm auf der Hauptstraße auf Höhe des Lindenplatzes. Die Straßenmeisterei der Gemeinde übernahm die Beseitigung.


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