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"Menschliches Versagen" an Otterfinger Brücke

Erneut kontaminiertes Material verbaut

Von Robin Schenkewitz

Jetzt muss die Baustelle an der Otterfinger Brücke wieder aufgerissen werden. Wie das Landratsamt auf Anfrage der Holzkirchner Stimme heute bestätigt hat, wurde ein sofortiger Baustopp verhängt. Das wiederverbaute, kontaminierte Material muss ausgegraben und in eine Wertstoffdeponie gebracht werden. Als Grund für den Fehler gibt das Landratsamt menschliches Versagen an.

Wie heute bekannt wurde hat die Baufirma erneut kontaminiertes Material in der Brücke verbaut
Wie heute bekannt wurde, hat die Baufirma kontaminiertes Material in der Otterfinger Brücke verbaut.

Vor knapp 24 Stunden fragten wir noch: Erneut kontaminiertes Material verbaut? Seit heute ist klar, das Fragezeichen wird zum Ausrufezeichen. Was sich Bürgermeister Jakob Eglseder gestern noch nicht vorstellen konnte, ist heute bereits Gewissheit.

Nachdem erst vor wenigen Wochen kontaminiertes Material im Aushub der alten Brücke gefunden wurde, ist nun auch für den Bau der neuen Brücke die mit Benzol, BCP und PAK belastete Erde verwendet worden. Diese Materialien fanden früher Verwendung als Plastikweichmacher, gelten heute jedoch als Gefahrenstoffe.

200 Kubikmeter belastetes Material verbaut

Wie der Sprecher des Landratsamtes Gerhard Brandl auf Anfrage der Holzkirchner Stimme bestätigt, hat die zuständige Baufirma das kontaminierte Material in der Rampe hinauf zur Brücke verbaut. „Wir wurden darüber informiert und sind natürlich eingeschritten“, erklärt Brandl. Als erste Maßnahme habe man eine sofortigen Baueinstellung verhängt: „Die Baufirma weiß auch schon bescheid.“

Rund 200 Kubikmeter von dem kontaminierten Material wurden nach ersten Schätzungen irrtümlicherweise wieder verbaut, heißt es aus dem Landratsamt. Genau könne man das noch nicht sagen. Die tatsächliche Menge werde man erst beim Ausgraben herausfinden, meint Brandl.

Menschliches Versagen

Das Material muss nun auf eine Wertstoffdeponie gebracht und dort fachmännisch entsorgt werden. Aufgrund der erneuten Panne hat das Landratsamt nun ein besonderes Auge auf die Baustelle, wie der Pressesprecher versichert:

Wir sind dran und behalten das im Auge. Der zuständige Mitarbeiter ist alle zwei Tage vor Ort.

Dass das Material überhaupt wieder verbaut wurde erklärt Brandl mit menschlichem Versagen. Offenbar haben die Arbeiter schlichtweg den falschen Haufen verwendet, und so anstatt dem unbelasteten Material die kontaminierte Erde wieder eingearbeitet.

Weil in die Auffahrt belasteter Aushub eingearbeitete wurde, bleibt die Brücke noch mindestens drei Wochen gesperrt
Weil in die Auffahrt belasteter Aushub eingearbeitete wurde, bleibt die Brücke noch mindestens drei Wochen gesperrt.

„Ich möchte da keine Schuldzuweisungen machen. Absicht war das mit Sicherheit nicht“, glaubt auch der Otterfinger Bürgermeister Jakob Eglseder. Er könne sich dieses „grobe Versehen“ nur so erklären, dass im Zuge der Urlaubsvertretung der Bauleiter etwas durcheinander gebracht habe.

Kosten trägt die Baufirma

Schon im Laufe der nächsten Tage soll das Material wieder ausgegraben werden. „Wir hoffen, dass sich das Thema mit dieser Brücke dann erledigt hat“, meint Brandl. Das hoffen auch die Verantwortlichen in der Gemeinde. Schließlich hat sich durch den Vorfall schon der Eröffnungstermin um zwei Wochen verschoben.

Zusätzliche Kosten fallen für Otterfing durch den Fehler der Baufirma allerdings nicht an, wie Eglseder versichert: „Die Entsorgung müssen ja sowieso wir übernehmen. Aber die Kosten für das Ausgraben von 4.000 bis 5.000 Euro übernimmt natürlich die Baufirma.“

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