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Strüngmann und RDR wollen Wiesseer Gemeinderat Rede und Antwort stehen

Es kommt Bewegung in die Lederer-Fronten

Von Klaus Wiendl

Aktualisierung vom 07. Februar 2014 / 08:26 Uhr
Wie vor zwei Wochen berichtet, kommt Bewegung in die Lederer-Fronten. So will sich der Wiesseer Gemeinderat am kommenden Dienstag, den 11. Februar in nicht-öffentlicher Sitzung erneut mit dem ehemaligen Hotel Lederer und dem angrenzenden Spielbankgrundstück befassen.

Eigens dazu werden die Vertreter von RDR, derzeit Eigentümer des Hotel Lederer, und Thomas Strüngmann ihre Konzepte präsentieren.

Thomas Strüngmann ist wieder zu Gesprächen bereit.
Thomas Strüngmann steht am 11. Februar dem Wiesseer Gemeinderat Rede und Antwort.

Vor allem der Auftritt von Thomas Strüngmann, der vor über einem Jahr das ehemalige Spielbankgrundstück von der Gemeinde erwarb, wird mit großem Interesse erwartet. Gegenüber der Tegernseer Stimme erklärte Strüngmann vor zwei Wochen:

Wenn es mit der Gemeinde konform ist, kann ich mir auch wieder einen Verkauf des Grundstücks vorstellen. Hauptsache, es kommt etwas Vernünftiges dabei heraus. Das sollte unser gemeinsames Ziel sein.

Das gleiche Ziel verfolg auch Carsten Riecke, der als RDR-Vertreter getrennt von Strüngmann sein Konzept für das Lederer präsentieren möchte. Dass der letzte Antrag von Mitte Januar für die Nutzung des ehemaligen Hotels als Personalhaus für die Hurler-Unternehmensgruppe nicht angenommen würde, sei nicht schlimm.

Auf ein mögliches Aufeinandertreffen freue er sich. Und vielleicht, so Riecke Ende Januar gegenüber der TS, sei durch die neue Situation mit Hurler eine gute Ausgangsbasis für neue Gespräche entstanden. „In Anbetracht der vielen Gespräche, die wir miteinander hatten“, sagt Riecke hoffnungsvoll, „bekam ich eine sehr persönliche Mail von Herrn Höß.“

Spätestens nach dem 11. Februar wird man sehen, wie erfolgsversprechend auch die Gemeinde die neuen Konzepte ansieht und ob die Bewegung zwischen den Fronten von nachhaltiger Natur sein wird.

Ursprünglicher Artikel vom 24. Januar:
Lange war es ruhig um das ehemalige Spielbankgrundstück in Bad Wiessee und das seit Jahren leer stehende Hotel Lederer. Doch wie die Tegernseer Stimme exklusiv erfahren hat, kommt jetzt wieder Bewegung in die Sache.

Auf der nächsten nichtöffentlichen Sitzung des Wiesseer Gemeinderates könnte es zur Vorentscheidung kommen. Dann wollen Thomas Strüngmann und Carsten Riecke von RDR alle Karten auf den Tisch legen. Möglich ist auch ein erneuter Verkauf des ehemaligen Spielbankgrundstücks.

Streitobjekt ehemaliges Hotel Lederer
Streitobjekt ehemaliges Hotel Lederer

Dies bestätigten gegenüber der TS sowohl Thomas Strüngmann als auch Carsten Riecke, Geschäftsführer der Grünwalder RDR Metropol-Portfolio-München GmbH & Co.KG. Die RDR kaufte vor über zwei Jahren das Areal für 6,2 Millionen Euro von Josef Lederer. Seither ist mit der Immobilie nichts passiert.

Nachdem nun vor zwei Wochen bekannt wurde, dass RDR mit der Unternehmensgruppe Hurler laut über die Zukunft des brach liegenden Traumgrundstücks an der Seepromenade in Bad Wiessee nachdenkt, ist nun auch Thomas Strüngmann zu weiterführenden Gesprächen bereit.

Strüngmann hatte der Gemeinde das direkt neben dem Lederer-Areal liegende, ehemalige Spielbankgelände für 4,7 Millionen Euro abgekauft und hoffte, auch noch das Lederer-Grundstück von RDR erwerben zu können. Doch seine Rechnung ging bis heute nicht auf.

Strüngmann jederzeit zu Gesprächen bereit

Hurler sei es mit einem gemeinsamen Hotelprojekt sehr ernst, sonst hätten man es der Gemeinde nicht vorgetragen, erklärt Riecke nun. Das sei wirklich gewollt. „Er fokussiert sich natürlich auf das Grundstück, das uns gehört. Ich will aber nicht ausschließen, dass die Hurler Unternehmensgruppe auch das Grundstück von Herrn Strüngmann übernehmen würde. Aber ich kann natürlich nicht für Hurler sprechen“, betont der RDR-Geschäftsführer.

Nun soll es zu einer Art runder Tisch im Gemeinderat kommen. „Jederzeit bin ich bereit, der Gemeinde auf Anfrage Rede und Antwort zu stehen, was das Hotel Lederer betrifft“, erklärt auch Thomas Strüngmann.

Wenn es mit der Gemeinde konform ist, kann ich mir auch wieder einen Verkauf des Grundstücks vorstellen. Hauptsache, es kommt etwas Vernünftiges dabei heraus. Das sollte unser gemeinsames Ziel sein.

Zwei Hotels würden sich für sein Grundstück interessieren und darauf bauen wollen, versichert Strüngmann gegenüber der Tegernseer Stimme. „Sie haben auch schon Angebote abgegeben. Aber dies ist nicht die optimale Lösung, die ein Gesamtgrundstück hergeben würde“, so der Unternehmer. Bislang hofft Bürgermeister Peter Höß immer noch, dass das Spielbank-Gelände samt Hotel Wittelsbach mit dem Lederer verbunden werden kann.

Neue Hochwasserlinie erschwerte vieles

Carsten Riecke von RDR bestätigt auf Anfrage das gemeinsame Treffen und hofft, „mit Herrn Strüngmann die Gespräche wieder aufnehmen zu können. Leider sind diese zum Einschlafen gekommen“. Dies hätte aber nicht an RDR gelegen, beteuert der Geschäftsführer der Grünwalder Firma.

Thomas Strüngmann sieht das ein wenig anders. Er erklärt jetzt erstmals öffentlich, warum es bislang noch nicht zu einem erfolgreichen Abschluss zwischen RDR und ihm gekommen sei:

Weil ich eine Aktie, die heute bei 45 steht und bei 70 stand, nicht für 90 kaufe, um es in der Börsensprache beispielhaft auszudrücken. Die neue Hochwassergrenze hatte von meiner Seite entscheidenden Einfluss auf die Kaufpreisverhandlungen, weil sich eine Hotelplanung dadurch eindeutig räumlich verschiebt.

Nach dem verheerenden Hochwasser im vergangenen Juni beschloss der Gemeinderat Ende Oktober, die Hochwasserlinie entlang der Uferpromenade neu zu definieren. Vor allem für die RDR-Gruppe war das brisant: denn derzeit läuft die Hochwasserlinie genau durch das Hotel.

Das ehemalige Hotel Lederer beim letzten schweren Hochwasser im Juni 2013.
Das Lederer beim letzten schweren Hochwasser im Juni 2013.

„Das müssen wir jetzt machen. In der Hochwasserlinie kann nicht gebaut werden“, sagte damals Klaudia Martini (SPD) in der entscheidenden Sitzung. Der Neubau eines Hotels an dieser Stelle wurde damit erheblich erschwert „Wir wollen mit dem Tegernsee nichts mehr zu tun haben. Das haben die von RDR mir wörtlich gesagt“, versichert Strüngmann, als er ihnen seine Grundstücke zum Selbstkostenpreis anbot. Carsten Riecke hält dagegen:

Wir sind zu allem bereit. Aber wenn wir immer wieder hören, euer Grundstück ist nichts mehr wert, das kann ich einfach nicht mehr hören. Ein faires Spiel machen wir immer mit, vor die Wand fahren lassen wir uns allerdings nicht.

Vielleicht ist nun aber eine neue Situation und damit eine Gesprächsbereitschaft entstanden, nachdem Hurler – bekannt durch das Seehotel Überfahrt – mit im Boot ist? „In Anbetracht der vielen Gespräche, die wir miteinander hatten“, sagt Riecke hoffungsvoll, „bekam ich eine sehr persönliche Mail von Herrn Höß.“ Das „Gipfeltreffen“ im Februar könnte also wieder Bewegung in eine festgefahrene Situation bringen. Der Gemeinde Bad Wiessee kann es eigentlich nur recht sein.

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