eSports, Online-Casino und Co. – Ist das wirklich Sport?

eSports und Online-Casinos sind beliebte Arten der Freizeitbeschäftigung. Spielerinnen und Spieler müssen motorisches Geschick, Konzentration und eine kluge Strategie mitbringen, um erfolgreich zu sein. Aber sind solche Spiele deshalb gleich Sport? Die Bundesregierung sagt: „Ja.“ und spricht den Spielerinnen und Spielern daher verschiedene Rechte zu. Es gibt aber auch kritische Stimmen, die sagen, dass die Merkmale einer Sportart bei solchen Beschäftigungen nicht gegeben wären. Und tatsächlich gibt es noch einige Bereiche, in denen eSports und Online-Casinos nachbessern müssen.

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Auch am Rechner kann man sportlich aktiv sein.

Was genau zeichnet Sport aus?

Wer an Sport denkt, stellt sich vermutlich Menschen vor, die körperlich aktiv sind. Und tatsächlich sind viele Sportmöglichkeiten mit körperlichem Einsatz verbunden. Das gilt aber nicht für alle. Beim Schach geht es vielmehr um Konzentration und geistige Fähigkeiten. Beim Sportschießen steht zudem eine möglichst gute Hand-Augen-Koordination im Mittelpunkt. Es ist also durchaus nicht so, dass Sport zwingend schweißtreibend sein muss.

Des Weiteren ist ein Merkmal von Sport, dass er eine bestimmte Technik erfordert. Hochspringerinnen und Hochspringer hüpfen nicht einfach mal so über die Stange. Sie trainieren hart, um die perfekte Geschwindigkeit, den optimalen Absprungpunkt und die ideale Drehbewegung hinzubekommen. Sportlerinnen und Sportler erarbeiten sich somit Fähigkeiten, die andere Menschen nicht haben.

Nicht zuletzt geht es beim Sport um Durchhaltevermögen. Oft dauern sportliche Spiele mehrere Stunden und verlangen den Sportlerinnen und Sportlern sehr viel ab. Sie müssen somit bereit sein, beim Training nicht aufzugeben und sich in Wettkämpfen durchzusetzen. Nur dann haben sie eine Chance, in ihrer Sportart erfolgreich zu werden.

Das sind zentrale Merkmale des Sports:

  • eine ausgeprägte Hand-Augen-Koordination
  • ein schnelles Reaktionsvermögen
  • eine eigene Technik
  • Durchhaltevermögen
  • funktioniert nur mit effizientem Training
  • Diese Merkmale des Sports sind bei eSports zu finden

    Viele Merkmale des Sports lassen sich problemlos auf eSports übertragen. Hierzu gehört zum Beispiel die Hand-Augen-Koordination. Wer bei elektronischen Sportarten erfolgreich sein will, muss Maus, Joystick und Tastatur perfekt beherrschen. Zudem sind schnelle Reaktionszeiten erforderlich, um gegen andere Spielerinnen und Spieler in Wettkampfsituationen bestehen zu können. Ebenso sind Training und Durchhaltevermögen wichtig, um besser zu werden und sich gegen andere durchzusetzen.

    Wegen dieser unleugbaren Parallelen zum Sport, sind eSports in vielen Ländern bereits offiziell als Sportarten anerkannt. Hierzu gehören unter anderem Brasilien, China, Frankreich und die USA. Hier finden mittlerweile Wettbewerbe statt, in denen sich Sportlerinnen und Sportler bei elektronischen Sportarten messen können. Zudem sind Vertreterinnen und Vertreter von eSports inzwischen Mitglieder der Anti-Doping-Agentur WADA. Auch hieran zeigt sich ihre internationale Bedeutung und dass sie von immer mehr Menschen und Organisationen als Sport anerkannt werden.

    Haben Sie´s gewusst?
    Das Internationale Olympische Komitee lehnt eine Anerkennung von eSports als offizielle Sportarten bisher noch strikt ab.

    Wie viel Sport steckt in Online-Casinos?

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    Online-Casinos sind aus sportlicher Sicht am ehesten mit Schach zu vergleichen.

    Spielerinnen und Spieler in Online-Casinos schätzen sich häufig ebenfalls als Sportlerinnen und Sportler ein. Sie argumentieren, dass ihre Spiele mit einem Schachspiel vergleichbar wären. Natürlich ist beim Pokern, Roulette und Black Jack immer auch sehr viel Glück gefragt. Allerdings ist es mit der richtigen Strategie und einem optimalen Setzverhalten möglich, die eigenen Gewinnchancen zu maximieren. Es gibt ganze Bücher, die mathematische Regeln und Gesetzmäßigkeiten rund um Glücksspiele in Spielcasinos aufzeigen. Somit ist es möglich, sich durch Training und Ausdauer ein professionelles Fachwissen anzueignen, das andere nicht haben.

    Kritiker argumentieren jedoch, dass der Einfluss des Glücks in Online-Casinos zu groß sei, um solche Spiele als Sportart anerkennen zu können. Wer beim Pokern schlechte Karten bekommt, kann noch so gut bluffen, ein Sieg ist sehr unwahrscheinlich. Die Spiele hängen somit weniger vom Talent der Spielerinnen und Spieler ab, als vielmehr vom Glück. Deswegen werden Spiele in Online-Casinos trotz der vorhandenen Parallelen zu anderen Sportarten und Merkmalen des Sports quasi niemals als Sportart anerkannt.

    Gesetzliche Regelungen zu eSports

    Der deutsche Gesetzgeber hat sich klar zu eSports geäußert und eine eindeutige Haltung dazu bezogen. Die Bundesregierung betont, dass E-Sport nur mit einem Set an bestimmten Eigenschaften und Fähigkeiten erfolgreich durchgeführt werden könne. Diese Fähigkeiten seien nicht allein in der digitalen Welt von Nutzen, sondern könnten auch im täglichen Leben angewendet werden. Deswegen erkennt die Bundesregierung eSports als eigene Sportart an. Das hat zur Folge, dass Sportlerinnen und Sportler in diesem Bereich ein Verbands- und Vereinsrecht haben.

    Trotz dieser klaren Haltung der Bundesregierung hat der Deutsche Olympische Sportbund eSports bisher noch nicht offiziell anerkannt. Häufig wurde kritisiert, dass es für eSports keine Verbandskultur und keine Vereine gebe. Seitdem der eSport-Bund Deutschland e.V. gegründet wurde, ist dieses Argument jedoch nicht mehr so überzeugend.

    Fazit

    Nach wie vor wird kontrovers darüber diskutiert, ob eSports tatsächlich eine richtige Sportart sind. Wer sich jedoch auf den verschiedenen Veranstaltungen und Wettbewerben anguckt, was die E-Sportlerinnen und E-Sportler leisten, muss neidlos anerkennen, dass das beeindruckend ist. Gerade die Geschwindigkeit, mit der sie ihre Geräte bedienen, und die kurzen Reaktionszeiten, die sie mitbringen, haben viel von den Qualitäten eines Sports.
    In einigen Bereichen müssen eSports aber noch lernen. Das betrifft zum Beispiel das Training. So spielen einige Spielerinnen und Spieler 10-12 Stunden am Stück. Hierdurch zeigen sich aber häufig keine nennenswerten Trainingsverbesserungen. Sinnvoller wäre es, konkrete Trainingspläne zu entwickeln und sich regelmäßige Pausen zu gönnen. Hiervon würde auch die Konzentration profitieren. Erst wenn sich die eSports auch in solchen Bereichen anderen Sportarten annähern, haben sie eine Chance, vollständig als Sport anerkannt zu werden.


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