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Café Gäuwagerl im Kutschenmuseum eröffnet

Etwas Neues wagen

Das Warten hat ein Ende. Am Freitag öffnete klammheimlich das nagelneue Café Gäuwagerl im Rottacher Kutschenmuseum seine Pforten – ohne Blasmusik und Reden. Die sollen bei der offiziellen Eröffnung am 7. Mai folgen.

Gestern hat das Gäuwagerl still und heimlich eröffnet.
Gestern hat das Cafe Gäuwagerl im Kutschenmuseum eröffnet.

Für Josef Bogner sen. ist es wie ein Sprung ins kalte Wasser. „Wir sind gespannt, wie es sich entwickelt, da bislang hier im Kutschenmuseum keine Gastronomie war. Jetzt ist es Neuland“, sagt der Rottacher dennoch zufrieden. Er sitzt für ein kurzes Gespräch auf der Süd-Terrasse, die nicht nur einen traumhaften Blick auf Obstbäume und eine große Wiese bietet, sondern auch Platz für 40 Gäste. Begrenzt wird der Blick nach Süden nur durch den Wallberg.

Umtriebig, wie Zotzn-Wirt Bogner ist, „kann es leicht sein, dass man am liebsten jeden Tag etwas ändern möchte“. Vorerst aber sieht er noch keinen Bedarf. Denn mit dem Gäuwagerl ist den Bogners bereits ein großer Wurf gelungen, wie erste Einblicke vermuten lassen. In den drei Stuben für 50 Gäste ist alles stimmig, das Interieur zeigt viel Liebe zum Detail. Es wurden Räumlichkeiten nach „alten Vorbildern“ geschaffen, so steht es auf der neuen Homepage.

Das „Herzstück“ des Cafés ist im Selbstbedienungsbereich ein gewaltiger Futtertrog, drapiert mit bäuerlichen Utensilien. Davor eine große Theke mit zwei Steinbacköfen. „Aus denen kommen die Rahmbrote“, erklärt Bogner sein Schaubacken, was es sonst nur auf dem Christkindlmarkt gebe. „In die Öfen kommt ein frisch ausgerollter Teig, einer Pizza ähnlich. Bei uns heißt es eben Rahmbrot, bestrichen mit einer Creme fraiche und einem Belag nach Wahl“.

Sechs neue Arbeitsplätze

Nicht verzetteln, das sei wichtig. „Das Gäuwagerl wird keinesfalls ein klassisches Restaurant“. Die geplante Backstube im gegenüberliegenden „Voitlhof zum Zotzn“, so nun der offizielle Name für den neuen Gasthof, werde erst im Herbst fertiggestellt sein. „Daher könne der Betrieb vorerst nur eingeschränkt stattfinden“, beschreibt Bogner seinen Test-Modus. Alles müsse sich erst einspielen.

Damit es nicht stockt, habe man für die neuen Betriebsräume auch sechs weitere Arbeitsplätze geschaffen. „Denn In diesem Umbruchsjahr mit Stilllegung des alten Zotzn und Eröffnung des neuen ist es für uns zeitlich ziemlich eng geworden“, bekennt Bogner. „Aber das wussten wir. Wir vertrauen aber auf unsere guten Mitarbeiter“.

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Dennoch sei man quasi zum Erfolg verdammt, da einen Haufen Geld reingesteckt wurde, so Bogner. Genauere Zahlen bleiben Betriebsgeheimnis. Durchgesickert ist dennoch, dass den Bogners der neue Komplex samt Voitlhof rund 1,3 Millionen Euro kosten dürfte. Die Gemeinde investiert etwa 300.000 Euro in das Gebäude des Kutschenmuseums und hofft, dass sich die Ausgaben in etwa sieben Jahren amortisieren. Für das Café Gäuwagerl geht der Pachtvertrag mit Josef Bogner jun. zunächst über zehn Jahre.

Zum Pachtvertrag gehört auch der angrenzende Minigolfplatz, den die Bogners ebenfalls betreiben Auch sonst tut sich um das Kutschenmuseum einiges: es erhielt einen neuen Namen: „Museum im Gsotthaber Hof“, mit der Unterzeile „Bäuerliches Brauchtum in Rottach-Egern“. Bislang war „die Zeitreise in die Vergangenheit“ ein Verlustgeschäft. 70.000 Euro Minus jährlich verzeichnete der Kämmerer. Dies soll sich nun mit dem Besuchermagneten Gäuwagerl und einem höheren Eintrittspreis von zwei auf drei Euro ändern. Für Kinder und Gäste mit Tal-Card ist der Besuch weiterhin kostenlos.

Für eine weitere Attraktion muss man derzeit nichts bezahlen: die Entstehung des über 500 Jahre alten Voitlhofes gegenüber. Wie mehrfach berichtet, wird anstelle der ehemaligen Gsotthaber Stuben ein abgetragener Bauernhof aus dem Tiroler Brixlegg von Bogner jun. in mühevoller Puzzlearbeit zu neuem Leben erweckt. Aus dem Bergbauernhof wird der neue Voitlhof zum Zotzn, eine ideale Ergänzung zum Gäuwagerl. In Rottach-Egern ist zu hören, die Bogners dürften sich damit ein Denkmal gesetzt haben.

Ein paar Bilder vom neuen Gäuwagerl im Kutschenmuseum

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