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Wiessees Pläne für neue Therme sollen konkreter werden

Kann Höß drei Investoren präsentieren?

In Kürze, so die Aussage von Wiessees Bürgermeister Peter Höß, hoffe er dem Gemeinderat drei Investoren für das Thermen-Projekt vorstellen zu können. Das erklärt Höß exklusiv gegenüber der TS.

Die Opposition dagegen sieht kein Licht am Investoren-Himmel. „Der Glaube daran nimmt von Woche zu Woche ab“, so schildert ein Gemeinderat die Gemütslage. Gleichzeitig gibt es Hiobsbotschaften von einem anderen Matteo-Thun-Projekt.

So sollte die geplante Therme in Wiessee einmal aussehen - jetzt ist die Gemeinde zu ersten Abweichungen bereit Foto: Gemeinde Bad Wiessee
So sollte die geplante Therme in Wiessee einmal aussehen – jetzt ist die Gemeinde zu ersten Abweichungen bereit Foto: Gemeinde Bad Wiessee

Noch bis Ende des Jahres hofft Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block), dem Gemeinderat von Bad Wiessee drei Investoren vorstellen zu können. Zeitgleich werden auch die Modalitäten der europaweiten Ausschreibungen des Millionenprojekts erarbeitet. Dies bestätigte Höß der Tegernseer Stimme, der auch die teuren Entwürfe von Matteo Thun inzwischen nur noch als „städtebauliche Studien“ einstuft. „Bei den planerischen Vorstellungen der Investoren zeige sich Thun kompromissbereit“, so Höß.

Seinen kühnen Plan des künftigen Wiesseer Kurviertels mit Hotel, Therme und Medizinzentrum hatte Star-Architekt Matteo Thun vor bald zwei Jahren skizziert. Seitdem wurde viel spekuliert und einige geplante Bürgerversammlungen abgesagt. Das leidige Thema war die Investorensuche. Hieß es vor zwei Jahren noch, die „Investoren würden Schlange stehen“, so sind es derzeit wohl nur drei, die ernsthaftes Interesse zeigen würden. Ihre planerischen Ideen wurden dem Gemeinderat erstmals auf der Klausurtagung am 1. August präsentiert.

Abstriche an Matteo Thuns Masterplan

Schon da zeigte sich, dass der „Masterplan“ von Thun in der Realität schwer zu vermitteln ist. „Die Gespräche mit dem möglichen Investorenkreis haben gezeigt, dass die Therme wahrscheinlich nach Norden (in etwa in den Bereich des jetzigen Badeparks) verschoben werden muss, damit Wandelhalle und Hotelneubau als Einheit besser entwickelt werden können“, hieß es in der Pressemitteilung vom 5. August. Im Klartext kann dies nur bedeuten, dass Thuns Pläne arg gebeutelt und offenkundig so in Gänze nicht realisiert werden.

„Dass die Therme jetzt hinter rutscht auf die Nordseite, könnte bedeuten, dass sich die Hotel-Investoren nicht einen Thermen-Riegel vor die Aussicht auf den Wallberg stellen lassen wollen“, erläutert ein Gemeinderatsmitglied, „es findet sich wohl niemand, der die Vorgaben von Matteo Thun so eins zu eins übernehmen will.“

Sowohl an der Tiefgarage mit geplanten 550 Stellplätzen wolle man mit einer Reduzierung den Investoren entgegenkommen, wie auch mit einer Abänderung von Thuns Verkehrskonzept. „Die Wilhelminastraße als Zufahrt zum Hotel Terrassenhof wird wohl dauerhaft offen bleiben“, erläutert CSU-Gemeinderat Kurt Sareiter.

Die europaweite Ausschreibung erfolge demnächst

„Was die Investoren aus Thuns Szenario machen, werden wir uns dann gespannt anhören“, meint ein anderes Gemeinderatsmitglied mit Blick auf die angekündigte Präsentation. „Wir hoffen, dass es so ist, wie der Bürgermeister uns erzählt. Doch der Glaube daran nimmt von Woche zu Woche ab. Wenn die Investoren schon angeblich in den Startlöchern stehen, dann verstehen viele nicht, warum dann ein Termin mit ihnen noch nicht feststeht. Doch wenn sich dies dauernd verschiebt, muss man die Schlüsse daraus ziehen und umplanen.“

Die Präsentation der Thermen-Pläne ist mittlerweile knapp zwei Jahre her.
Die Präsentation der Thermen-Pläne ist mittlerweile knapp zwei Jahre her.

Bürgermeister Höß bleibt optimistisch, dass er noch im Laufe der nächsten beiden Monate die drei Unternehmen/Privatinvestoren dem Gemeinderat vorstellen kann. Auch die EU-weiten Ausschreibungen würden nach Auskunft von Höß in den nächsten Monaten erfolgen.

„Es sind nicht bei allen Überlegungen europaweite Ausschreibungen notwendig. Es gibt auch Konstellationen, wo dies nicht notwendig ist“, erklärt Höß, „aber da brauchen wir absolut kompetente juristische Beratung. Und da vertrauen wir der Münchner Anwaltskanzlei Noerr, die das gesamte Projekt ‘neue Therme’ seit Anfang an begleitet“.

Thuns Hotel in Davos ging bereits in Konkurs

Möglicherweise werden also von Thuns Pläne wenig Bestand haben, da die Investoren eigene Ideen verwirklichen wollen. Das muss kein Schaden sein. Denn bei Matteo Thuns Entwürfen ist offenbar nicht alles Gold, was glänzt. In Davos zum Beispiel platzten seine Träume eines Luxushotels.

Schweizer Medien berichten bereits vom Konkurs seines „Goldenen Eies“, wie es Einheimische wegen seiner auffälligen Form und Farbe nennen. Spektakulär sind auch die Fakten des Intercontinental Hotels: 200 Zimmer, 216 Angestellte und 250 Millionen Schweizer Franken Baukosten. Im Januar öffnete das Prunkhotel seine Pforten, sechs Monate später erfolgte das Aus. Als Grund wird die zu geringe Auslastung genannt.


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