Seniorenresidenz Wallberg
Fliegender Geschäftsführer-Wechsel

von Nicole Kleim

Im Mai hatte sich Peter Wisgott, Eigentümer der Seniorenresidenz Wallberg in Rottach-Egern, einen neuen Geschäftspartner an Bord geholt. Doch der blieb nicht lange. Jetzt hat Wisgotts “Baby” einen neuen Paten.

Gerhard Göttert (links) ist der neue Geschäftsführer der Seniorenresidenz Wallberg.

Wie berichtet will der Eigentümer der Rottacher Seniorenresidenz Wallberg, Peter Wisgott (47), aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. Im Mai setzte er deshalb den aus Niedersachsen stammenden Andreas Rau (50) als Geschäftsführer ein.

Dieser leitete bereits das Seniorenheim „Haus am Hirtenbach“ in Ronneberg bei Hannover. Ein ähnlich großes Haus wie die Wallberg-Seniorenresidenz mit etwa 85 Bewohnern und knapp 70 Pflegekräften. Wisgott kannte Rau seit Jahren. Man sei sich immer wieder bei Fortbildungsmaßnahmen begegnet, so hieß es. „In Andreas Rau fand ich eine Person des Vertrauens“, sagte Wisgott noch vor einiger Zeit. Und weil er aus gesundheitlichen Gründen eine Entlastung dringend nötig hatte, zögerte er nicht lange und setzte den 50-jährigen als Geschäftsführer in seinem Altenheim ein.

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Die Aufgabenteilung war so geregelt, dass Wisgott eher mit dem pflegerischen Teil im Hintergrund blieb, und Rau den betriebswirtschaftlichen Part übernahm. Beide hatten eigentlich vor, die Betriebs GmbH “nach vorne zu bringen”, wie sie sagten, um Geld damit zu verdienen. „Oberste Priorität aber ist, das Heim für die Bewohner zu verbessern”, beschrieb Rau seine Pläne für die Wallberg-Residenz. Durch eine Wiederbelebung des Kinderfußball-Cups und durch Tiere im Pflegeheim wollte er eigentlich mehr Leben in den Alltag der Heimbewohner bringen.

Neuer Geschäftsführer kennt sich mit Senioren-Residenzen aus

Doch Rau blieb nicht lange. Zwischenzeitlich wurde ein neuer Geschäftsführer eingesetzt. Über die Gründe herrscht bislang Stillschweigen. Der neue Geschäftsführer ist seit Anfang Oktober da, heißt Gerhard Göttert, ist 61 Jahre alt und gelernter Betriebswirt. Und er bringt 40 Jahre Berufserfahrung im Gesundheitswesen mit. Außerdem ist er mit allen Betriebsfacetten von Senioren-Residenzen vertraut.

Fünf Jahre arbeitete er als Krankenpfleger. Dann folgten sechs Jahre, in denen er als Lehrer im Bereich Krankenpflege beschäftigt war. Nach einer 13-jährigen Tätigkeit für einen der größten privaten Betreiber Deutschlands wurde er Regionaldirektor für sieben Pflegediensteinrichtungen mit über 600 Mitarbeitern. Als Leiter des Qualitätsmanagements war er schließlich für 120 Einrichtungen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern verantwortlich.

2003 wurde er Gesellschafter und Prokurist bei der SenVital GmbH in Köln. Im Oktober 2003 gründete er sein eigenes Unternehmen für das Gesundheitswesen: “Gerhard Göttert Management & Consulting”. Einzelheiten zur seiner Geschäftsführer-Tätigkeit will er erst Ende November bekanntgeben, wenn Peter Wisgott von seinem Auslandsaufenthalt zurückgekehrt ist.

Pflegekräfte sind Mangelware

Aktuell verfügt die Seniorenresidenz Wallberg über 100 Betten. Wie berichtet, will Wisgott weitere 55 aufstocken. Diese sollen in einem Neubau entstehen. Ein Investor sei dafür bereits gefunden worden, teilte Wisgott im Juni dieses Jahres mit.

Problematisch dürfte es allerdings weiterhin werden, Pflegekräfte zu finden. Einen ersten Dämpfer hatte Wisgott bereits im Juli vergangenen Jahres bekommen. Das Landratsamt verhängte einen kurzzeitigen Aufnahmestopp, weil er nicht genügend Fachkräfte beschäftigt hatte. „Stationäre Pflegeeinrichtungen müssen eine Fachkraftquote von mindestens 50 Prozent einhalten“, so hieß es damals.

Dass die Pflegereformen ziemlich viel Kraft und Geld kosten, dessen war und ist sich Wisgott bewusst. Es sei ein “ständiger Kampf mit Pflegekassen und Sozialämtern“.

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