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Das 9-Euro-Ticket:

Fluch oder Segen für den Tegernsee?

Von Simon Haslauer

Für neun Euro durch Deutschland? Ab Juni soll das für drei Monate kein Problem mehr sein. Doch das “9-Euro-Ticket” steht auch in der Kritik. Insbesondere die BRB fürchtet einen „Overkill“.

Das 9-Euro-Ticket – Fluch oder Segen für den Tegernsee? / Quelle: BRB

Die Bevölkerung von den steigenden Energiepreisen entlasten und gleichzeitig den Öffentlichen Personennahverkehr stärken: Das 9-Euro-Ticket soll beides schaffen. So jedenfalls der Plan der Ampelkoalition in Berlin. Das Ticket steht jedoch auch in der Kritik – allen voran aufgrund der Finanzierung.

Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt behauptet der Bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter, der Bund habe das 9-Euro-Ticket aus ideologischen Gründen angekündigt und wolle nun die erforderlichen Finanzmittel nicht aufwenden. Seiner Meinung nach gebe es auch keinen Grund, warum das Ticket nur für drei Monate gelten soll. Bernreiter rechnet vor allem mit vollgestopften Zügen und frustrierten Fahrgästen.

„Overkill“ im Sommer?

Davor fürchtet sich auch die Bayerische Regiobahn (BRB). Gegenüber einer Lokalzeitung gibt BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann zu: „Ich habe Sorge, dass wir in den Ausflugsgebieten des Oberlands einen Overkill erleben.“ Zu den täglichen Pendlern kommen dann auch vermehrt andere Fahrgäste hinzu. Ganz zu schweigen von Baustellen und möglichem Schienenersatzverkehr. Schuchmann betont:

Richtig Freude macht mir die Aussicht auf die Sommermonate nicht.

Denn insbesondre für Ausflugsziele wie den Tegernsee bedeutet das neue Ticket vor allem eines: Mehr Touristen fahren mit dem Zug. „Ja, wir rechnen mit mehr Fahrgästen, besonders auch an den Wochenenden werden viele Ausflügler das Angebot nutzen. Das wird zu volleren Zügen, gerade auf den beliebten Ausflugsstrecken, führen“, so BRB-Pressesprecherin Annette Luckner gegenüber der TS.

Weitere Fahrzeuge einzusetzen oder dichtere Takte zu fahren, sei aufgrund der Eingleisigkeit kaum möglich. Die BRB fahre bereits im Regelbetrieb alles Zugmaterial, das sie haben, so Luckner. Und Bahnsteige seien eben auch begrenzt. Doch nicht nur bei der BRB, sondern auch andere Regionalzugbetreiber fürchten eine Überlastung.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat sich deshalb dafür ausgesprochen, mit dem Start des 9-Euro-Tickets die Fahrradmitnahme in Zügen teilweise auszusetzen. „Auf bestimmen Strecken sollte die Fahrradmitnahme ausgeschlossen werden“, so Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann gegenüber der Rheinischen Post. „Das ist die einzige Möglichkeit, noch mehr Chaos zu verhindern.“

So funktioniert das Ticket

Doch wie genau funktioniert das Ticket eigentlich? „Das 9-Euro-Ticket soll bundeseinheitlich vom 01.06. bis 31.08.2022 gelten“, erklärt  Luckner. Damit können Verbraucherinnen und Verbraucher drei Monate lang für je 9 Euro den öffentlichen Nahverkehr in ganz Deutschland nutzen. Im Fernverkehr, also ICE, IC und EC gelte es jedoch nicht, betont die BRB-Pressesprecherin.

Außerdem gelte es immer für einen Monat – es muss also nicht gekündigt werden. Falls Pendler bereits ein Monatsticket der BRB abonniert haben, keine Sorge. Luckner erklärt: „Abonnent*innen sollen automatisch benachrichtigt werden und müssen im Vorfeld ihr Abo nicht kündigen.“ Der Hauptweg, an das Ticket zu kommen, ist digital. „An Automaten, Kundencentern und anderen Verkaufsstellen soll es aber auch erhältlich sein”, so Luckner abschließend.


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