Flugblätter gegen Ortsumfahrung

von Peter Posztos

Sie sind gegen eine Nord- oder Südtrasse und fordern ein landkreisübergreifendes Konzept. Die neue Bürgerbewegung in Waakirchen ist für einen konsequenten Ausbau der B 13 und der B 318. Nun gehen die Initiatoren weiter in die Offensive.

Eine Umfahrung um Waakirchen ist umstritten. Die Gemeinde ist mehr und mehr gespalten.
Eine Umfahrung um Waakirchen ist umstritten.

Die Verkehrsprobleme in Waakirchen werden seit 40 Jahren diskutiert, getan hat sich bisher nur wenig. Täglich fahren über 14.000 Fahrzeuge durch den Ort, der im Verkehr erstickt. Erst mit der vordringlichen Priorität im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) komme jetzt Fahrt in die Geschichte, erklärte zur Gründung der Bürgerbewegung “Entlastung der B 472” vor einer Woche deren Sprecher Lars Hülsmann.

Dabei ist der Zulauf zur Bürgerbewegung, die sich klar gegen den Bau einer wie auch immer gearteten Ortsumfahrung positioniert, groß. Über Hundert Waakirchner kamen alleine zur Gründungsveranstaltung im katholischen Pfarrsaal. Doch damit wollen sich die Initiatoren um Hülsmann nicht zufrieden geben. Am kommenden Samstag wolle man ein Info-Flugblatt im gesamten Gemeindegebiet verteilen und dafür “von Tür zu Tür gehen”.

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Flyer sollen informieren

Aufgrund der knapp bemessenen Zeit bis zum 2. Mai habe, so Hülsmann, derzeit höchste Priorität die Bürger über ihre Möglichkeit zur Stellungnahme zum Bundesverkehrsplan 2030 zu informieren. Hierzu wolle man alle Einwohner Waakirchens über das Flugblatt ansprechen.

Darin rufen die Umfahrungsgegner den Waakirchner Gemeinderat auf, die Ziele der Bürgerbewegung zu unterstützen. Einen Verbleib des Projektes „Ortsumfahrung Waakirchen“ im vordringlichen Bedarf des Bundes, lehnt die Bürgerbewegung dabei ab. Die Gegner wollen dagegen unbedingt die ebenfalls umstrittene Holzkirchner Südumgehung und den Ausbau der B318 an der Autobahnzufahrt Holzkirchen durchfechten.

Der Flyer, der am Samstag in Waakirchen verteilt werden soll / Quelle: Bürgerbewegung Waakirchen
Der Flyer, der am Samstag in Waakirchen verteilt werden soll / Quelle: Bürgerbewegung Waakirchen

Als Gründe für ihre Anti-Haltung nannte Lars Hülsmann bei der Gründungsveranstaltung vor allem die Auswirkungen auf die Natur rund um den Heimatort. Die Waakirchner Ortsumfahrung könnte als Ost – Westtangente eine geheime Ersatz-Autobahn werden, fürchtet Hülsmann.

Das könne vor allem passieren, so die Befürchtung, wenn die Holzkirchner Südspange nicht kommt, wohl aber die Waakirchner Trasse. Dabei wollen die Gegner weder eine Süd- noch eine Nordumfahrung, denn wertvolle Natur würde bei beiden Alternativen für immer zerstört werden. Zudem würden unzumutbare Situationen für die landwirtschaftliche Nutzung der Restflächen geschaffen werden.

Gemeinderat will weiter im vordringlichen Bedarf bleiben

Mit ihren Forderungen stellt sich die Bürgerbewegung allerdings gegen das Votum des Gemeinderates. Auf einer Sondersitzung am Dienstag hatte das Gremium sich für den Verbleib der Umgehung im vordringlichen Bedarf ausgesprochen. Man wolle, so Bürgermeister Sepp Hartl, eine vernünftige Lösung, die allen helfe. Mit einem sicheren Straßenübergang für Kinder in Point, einer Verlegung des Ortsschildes aus Richtung Häuserdörfl oder speziellen Geschwindigkeitsbegrenzern. Diese Lösungen, so Hartl weiter, müsse man vor einer möglichen Ortsumfahrung schnell umsetzen.

Der Bau einer südlichen Trasse mit einer geschätzten Investitionssumme von 6,6 Millionen Euro sei bis jetzt allerdings noch kein Bestandteil eines Planungsprozesses, erklärte Hartl, sondern lediglich ein Projektantrag zur Ermittlung möglicher Kosten. Erst im Sommer werde das Bundesverkehrsministerium prüfen, ob das Projekt überhaupt im „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) bestehen bleibt.

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