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Erste Demo gegen Putins Krieg

Frieren gegen Putin in Rottach-Egern

Von Martin Calsow

In Berlin demonstrierten 100.000, im Tegernseer Tal kamen etwa 100 Menschen, um gegen den Überfall Russlands auf sein Nachbarland Ukraine zu demonstrieren. Mit dabei waren Tal-Bürgermeister und sogar der Landrat.

Eindrücke von der Kundgebung gestern in Rottach-Egern. / Quelle: Peter Posztos

Man kann es nicht anders sagen: Es war saukalt, als der Vorsitzende der JU und Versammlungsleiter Maximilian Wieczorek zum ersten Mal in sein Megaphon sprach. „Wir wollen Frieden“, rief er, und in Richtung Usmanow-Villen: „Nachbarn, die das Regime Putin unterstützen, sind bei uns nicht willkommen.“  Die anwesende Polizei zählte etwa 100 Menschen, die sich zum Teil in ukrainischen Flaggen gehüllt, zum Teil mit Plakaten an der Rottacher Friedensglocke eingefunden hatten. Die Bürgermeister aus Bad Wiessee, Tegernsee und sogar Kreuth waren gekommen. Auch Landrat Olaf von Löwis zeigte zusammen mit seiner Frau, dass er den Angriff auf die Ukraine ablehnt.

Angesichts des sehr kurzfristig anberaumten Termins verliefen die Reden der Veranstalter ein wenig holprig, einiges wurde vom Wind weggeweht. Dennoch wurde auf die örtliche Nähe zu den Villen des russischen Oligarchen Usmanow hingewiesen. Der gebürtige Usbeke soll zum engsten Zirkel Putins gehören und mehrere Immobilien in Rottach-Egern besitzen. Der Rottacher Bürgermeister wurde nicht gesehen.

Das Tal steht hinter der Ukraine

Während die Demonstranten also frierten, äußerte sich der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan im fernen Berlin auch zu ebensolchen Oligarchen in einer Pressemitteilung. Er forderte, „die Reisefreiheit und das Vermögen von Oligarchen einzuschränken, die Putins Regime unterstützen“. Aber der Außenpolitiker ist eben auch für seine vorsichtige Formulierung berüchtigt. Und so relativierte er:

Wir wissen, dass russische Oligarchen sich im Oberland zum Beispiel am Tegernsee sehr wohl fühlen. Wir müssen sicher sein, dass sie nicht zu dem Machtsystem von Kriegstreiber Putin gehören. Sonst müssen Konsequenzen mit Blick auf Reisefreiheit oder Vermögen gezogen werden.

Da war man derweil in Radwans Heimatort schon weiter: Denn auch der Rottacher Gemeinderat und Chef der örtlichen Grünen, Thomas Tomaschek, war mit seiner Familie gekommen. Der Ortsverband der Grünen Tegernseer Tal will am Mittwoch, den 2. März 2022 um 17 Uhr eine Protestkundgebung vor der Villa des russischen Oligarchen Alsiher Usmanow in Rottach-Egern veranstalten. „Oligarchen wie Usmanow sind Teil des russischen Regimes – solche Leute müssen spüren, dass Sie in unserem Ort nicht mehr willkommen sind, weil sie mit Kriegsverbrecher Putin gemeinsame Sache machen“, so Thomas Tomaschek, Sprecher des Ortsverbands.

Nach einer guten halben Stunde wurde die Veranstaltung beendet. Just in diesem Augenblick lief die Nachricht ein, dass die Ukraine zu Friedensgesprächen bereit sei. Aber das muss in diesen Tagen nichts heißen…


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