“Fuchspelz gehört zur Tracht” – Tegernseerstimme

Kritik an Landtagspräsidentin Aigner ein Angriff auf alle Trachtler?

“Fuchspelz gehört zur Tracht”

Ilse Aigner trug traditionell zur Leonhadifahrt in Kreuth einen toten Fuchs um den Hals. Tierschützer gingen auf die Barrikaden. Der Gauverband sieht darin nun einen Angriff auf alle Trachtler.

Der Fuchs um Ilse Aigners Hals sorgt für große Diskussionen. / Quelle: Nina Häußinger

Zur diesjährigen Leonhardifahrt in Kreuth kamen Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Ministerpräsident Markus Söder (wir berichteten). Leonhardi ist auch in Kreuth ein wichtiger Feiertag. Traditionell pilgern Pferdebesitzer an diesem Tag in den Ort, um sich den Segen des heiligen Leonhard abzuholen.

Eigentlich steht an diesem Tag also die Tradition im Vordergrund. Sehr verbunden mit den Traditionsveranstaltungen sei Landtagspräsidentin Ilse Aigner, meint Vorstand des Oberlandler Gauverbandes, Hans Schwaiger. „Immer wieder nimmt sie an den verschiedenen Brauchtumsveranstaltungen teil. Man merkt, dass sie mit unserer Heimat und unserer Brauchtumspflege verbunden ist.“

Fuchs sorgt für Diskussionen

Heuer wurde der Fuchs um Aigners Hals aber zum Diskussionsthema Nummer eins. Die Tierschutzorganisation Peta veröffentlichte eine entsprechende Pressemitteilung. „Die Kritik von Peta und weiteren kann ich nicht nachvollziehen und die gewählten Worte zeigen klar, dass diese keine Ahnung haben“, erklärt der Trachtenvorstand. Die Füchse, die bei kalten Temperaturen beispielsweise an Leonhardifahrten getragen werden, wachsen keinesfalls in Käfigen auf engstem Raum und unter schlechten Bedingungen auf. Die Füchse leben frei im Wald und werden allerdings, wie auch andere Wildtiere, bejagt.

Kein Fuchs stirbt um als Pelzstola verarbeitet zu werden, betont der Gauverband. Es sei umgekehrt. Der Fuchs wird bejagt und das Fell anschließend teilweise entsprechend verwendet und nicht einfach nur entsorgt. „Es ist lange Tradition, dass zum Schalk oder zum Miadagwand ein Fuchspelz getragen wird. Diese werden gepflegt und innerhalb der Familie weitergegeben und vererbt. So sind die zu sehenden Fuchspelze teilweise viele viele Jahre alt. Dies ist weit nachhaltiger als Kunstpelze aus China o.ä. zu importieren – gerade in Zeiten in denen wir immer mehr darüber reden, Kunststoffe einzusparen“, erklärt der Vorstand der Oberlandler Trachtler. Schwaiger betont abschließend:

Wenn wir anfangen zu kritisieren, dass unsere Frauen bei entsprechenden Temperaturen Fuchspelze tragen, wann geht’s dann weiter, dass man uns Trachtlern das Tragen unserer Hirschledernen verbieten will?


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