Gmunder diskutieren über eigenen Kulturfond
Für die, die den Ort besonders machen

von Maxi Hartberger

Rund um den Tegernsee gibt es zahlreiche Künstler – egal ob Musiker, Fotografen, Maler, Sänger oder Schauspieler. Die Gemeinde Gmund weiß: Sie sind ein wichtiger Teil der Ortsidentität. Deshalb soll genau diesen Menschen künftig eine gesonderte Unterstützung zukommen.

Kunst und Kultur – ein wichtiger Teil der Gemeinde Gmund. / Quelle: Archiv

Die Corona-Pandemie hat vor allem die Kunst- und Kulturbranche massiv getroffen. Doch auch außerhalb von Pandemie-Zeiten ist es nicht immer einfach, Veranstaltungen zu organisieren und vor allem auch wie geplant durchzuführen.

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Kulturreferent der Gemeinde Gmund Josef Stecher (FWG) weiß, wie wichtig genau solche Veranstaltungen für den Ort sind. „Aktuell ist, bedingt durch Corona, die Ratlosigkeit und das Leiden sehr groß.“ Kunst werde auch während einer Pandemie geschaffen. „Jeder, der im musischen oder darstellerischen Bereich tätig ist, der macht das auch jetzt – nur eben allein daheim.“

“Bürger lechzen nach Veranstaltungen”

Das, was den Austausch und den Zusammenhalt im Ort fördert, fällt weg – nämlich die Präsentation und das Erleben von Musik, Kunst und Kultur. „Ich bin mir sicher, dass wir als Gemeinde in den vergangenen Jahren sehr viel getan haben, um Kultur zu unterstützen.“ Durch die aktuelle Lage habe man allerdings nicht die Möglichkeit, Veranstaltungstermine festzulegen, zu planen und umzusetzen. Stecher macht deutlich:

Wenn ich jetzt eine Veranstaltung mit Vorlauf von zwei Monaten ansetze, kann es mir wieder passieren, dass man das Ganze dann doch absagen muss.

Stecher beantragt daher, einen Kulturfond einzurichten – auch als Signal, dass es nicht nur die Künstler und Kulturschaffenden schwer trifft, weil sie nicht auftreten dürfen, sondern auch die Gemeindebürger. „Uns fällt es auch schwer, dass wir unsere Veranstaltungen nicht besuchen können. Wir Bürger lechzen danach.“

Teil des Planungsrisikos wird übernommen

Mit der Errichtung eines örtlichen Kulturfonds kann die Gemeinde einen Teil des Planungsrisikos für Organisatoren von Veranstaltungen übernehmen und neue Ideen fördern, „um so einen kleinen Beitrag zur Existenzsicherung von Künstlerinnen und Künstlern zu leisten.“ Konkret beantragt Stecher, ein Budget von jeweils 12.000 Euro für die Jahre 2021 und 2022 im Haushalt bereitzustellen.

Das bedeutet: Plant ein heimischer Verein oder eine Institution eine Veranstaltung, können vorher bis zu 1.000 Euro als finanzielle Unterstützung bei der Gemeinde beantragt werden. Wenn dann beispielsweise ein geplantes Konzert im Pavillon in Seeglas wegen Regen spontan abgesagt werden muss und der Verein auf 600 Euro sitzen bleibt, kann die Gemeinde einspringen und den Betrag auffangen.

Jahresbericht gefordert

Bedingung ist, den Antrag auf Unterstützung früh genug zu stellen und ihn mit einem entsprechenden Kostenrahmen für die Veranstaltung zu belegen. Kulturreferent Stecher prüft diesen Antrag dann und gibt im besten Fall sein Okay. Während der aktuellen Corona-Pandemie gilt dies sogar für virtuell geplante Events. „Diesen Kulturfond einzurichten, kommt aber nicht ursprünglich wegen der Corona-Pandemie – es war ein Gedanke, der bereits entstanden ist, bevor ich das Amt des Kulturreferenten angenommen habe.“ Stechers Ziel:

Einfach, schnell und kurzfristig mit finanzieller Unterstützung die Vielfalt in unserer Gemeinde im Hinblick auf Kunst und Kultur fördern.

Neben der Unterstützung der Gmunder Kulturlandschaft sieht Bürgermeister Alfons Besel (FWG) einen weiteren Vorteil bei solch einem Fond: Auch kunstinteressierte Bürgerinnen und Bürger oder Sponsoren könnten privat in diesen Fond spenden. Dieser sei zweckgebunden und werde ausschließlich zur Förderung der örtlichen Kulturlandschaft verwendet. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, den Kulturfond einzurichten. Einzige Bedingung: Am Ende des Jahres berichtet Stecher, welche Vereine und Veranstaltungen mit dem Geld unterstützt wurden.

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