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Rottacher beschließen Energieplan

„Für Preysing ist das kein Thema“

Bislang ist Rottach das Schlusslicht unter den Talgemeinden bei der Nutzung erneuerbarer Energien, bedauerte der Bürgermeister. Dies soll sich nun ändern. Die rote Laterne geht damit an eine andere Gemeinde am Tegernsee.

Der Anteil der erneuerbarer Energien soll auch im Tegernseer Tal deutlich steigen.

Der Anteil erneuerbarer Energien in Rottach-Egern betrage derzeit nur ein Prozent. Dies sei zu wenig, beklagte Thomas Tomaschek (Grüne) bei der Vorstellung eines Energienutzungsplans (ENP) im Gemeinderat. Dieser sei ein Planungsinstrument für Kommunen, vergleichbar mit einem Flächennutzungsplan. „Darin wird die energetische Gesamtsituation abgebildet“, beschrieb Tomaschek den ENP.

Daraus könne man potentielle Standorte für erneuerbare Energien entnehmen. Wie viel Strom wird in den Häusern verbraucht, wie sind sie gedämmt, gibt es auch Möglichkeiten für Photovoltaik- oder Solaranlagen. Bei der Bestandsaufnahme werde jedes Gebäude in einer Karte mit Farben und verschiedenen Kennzahl hinterlegt. Damit zeige sich, wo die größten Verbräuche sind, wo es Sinn machen würde, Heizungen zusammen zu legen oder Nahwärme-Netze zu installieren.

„Wenig Interesse von Villenbesitzern“

„Wir bekommen für relativ wenig Geld einen detaillierten Plan“, erklärte Tomaschek. Dank der öffentlichen Förderung der Staatsregierung mit 70 Prozent müsse die Gemeinde nur etwa 5000 bis 7000 Euro aufbringen. Tatsächlich koste der Plan bis zu 30 000 Euro. Dafür hätte man etwa in einem halben Jahr dann einen solchen Plan in Händen. Da dieser ENP nur eine Bestandsaufnahme sei, „beschließen wir heute keine Maßnahmen“.

Es sei sozusagen die Bedienungsanleitung für die lokale Energiewende. Bei der „Geothermie“ habe man ja bekanntlich schon gute Erfahrungen gemacht. Allgemeines Schmunzeln am Ratstisch. Vermutlich dachten dabei alle an die misslungene Bohrung mit einem Krater in der Lindenstraße. Dennoch machte Tomaschek unbeirrt weiter und verwies auf Konzepte und Szenarien, die aus den Daten von einem Ingenieurbüro entwickelt würden. „Es geht hier nicht nur um den grünen Gedanken, sondern es muss Sinn bei der Wertschöpfung und der Energiesicherheit machen“, so der Grünen-Politiker.

Tegernsee hat bereits beschlossen, dass sie es machen. Kreuth hat sich nur den Ortsteil Weißach für ein Quartierskonzept herausgegriffen. In Bad Wiessee ist der ENP schon in der Umsetzung. Rottach ist noch Schlusslicht. Gmund macht gar nichts. Für Preysing ist das kein Thema.

Aus seiner Sicht spreche nichts dagegen, lobte Bürgermeister Christian Köck (CSU) das Vorhaben. Doch er verwies auf die in letzter Zeit errichteten Gemeindebauten. Sie seien alle mit zeitgemäßer Energieversorgung ausgestattet worden. Die Idee, eine Photovoltaikanlage auf den neuen Bauhof zu setzen, hätten die Planer jedoch wegen mangelnden Sonnenscheins wieder verworfen. Es werde aber Holz genutzt.

Das viel größere Problem seien die Privathäuser, dort werde viel zu viel verbraucht. Als sein Vorgänger Hafner vor elf Jahren energetische Prüfungen angeboten habe, sei die Resonanz erschreckend gewesen. „Wir sind verwöhnt und wollen schlecht auf etwas verzichten, was die neuen Techniken betrifft“, so Köck. Möglicherweise liege es auch an den fallenden Energiepreisen oder an den wohlhabenden Bürgern, die es nicht nötig hätten, sich Gedanken über ihren Energieverbrauch zu machen.

Günstige Finanzierung des Energiesparens

Für Johanna Ecker-Schulte (FWG) ist es eine „super Sache“. Man müsse die Leute motivieren, etwas zu machen. Für die Hausbesitzer gebe aus auch sehr gute Finanzierungen durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), wusste Georg Höß (FWG). Jakob Appoltshauser (SPD) setzte den ENP mit einem Bebauungsplan gleich. Hier sollte die Gemeinde Vorreiter sein. Denn dies würde auch die privaten Haushalte „anspornen“. Ihn stimme traurig, dass man erstmals nach zehn Jahren wieder über das Thema rede. Skeptisch ist Anton Maier (CSU), dass man mit dem Plan viel erreiche.

Denn anderswo habe man beispielweise mehr Sonne als in Rottach. Thomas Forche (CSU) dagegen hält es für „konsequent“, einen solchen Plan aufzustellen. Denn man sollte hier wie bei der Digitalisierung „gestalterisch tätig“ sein. Auch Peter Hagn (FWG) stimmte dafür, auch wenn er dann bei den künftigen Dachgestaltungen Probleme mit der Ortsplanungssatzung sieht.

Gegen zwei Stimmen wurde der Aufstellung eines Energienutzungsplans für Rottach-Egern zugestimmt.


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