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TS-Umfrage bei ortsnahen Kliniken

Jodbäder – überhaupt noch zeitgemäß?

Bislang werden die Heilwasser-Anwendungen des Kurortes Bad Wiessee von Kliniken kaum genutzt. Dies soll sich mit dem neuen Jodbad ändern. Doch passt es überhaupt in das Konzept von drei wichtigen Kliniken im Umkreis?

So sind die Wannenbäder im neuen Wiesseer Badehaus geplant. / Quelle: Matteo Thun

Nachdem das von Architekt Matteo Thun gestaltete neue Jodbad mit allen notwendigen Sanierungen inzwischen bei gut 8,7 Millionen Euro angelangt ist, hofft die Gemeinde natürlich auf regen Zuspruch, vor allem von den drei Klinken in der Nähe: der Privatklinik Jägerwinkel, dem Medical-Park und der Klinik am Alpenpark. Doch von ihnen gibt es höchst unterschiedliche Aussagen, ob und wie die Einrichtung bisher und in Zukunft genutzt werden soll.

Kein Interesse im Alpenpark

Eindeutig ist die Ablehnung bei der Klinik im Alpenpark, die bereits zur Gemeinde Kreuth gehört. Man begrüße die Entwicklung des Jodbades und seines großen Stellenwertes für Bad Wiessee. Denn es sei eine „sehr stimmige Maßnahme der Gemeinde in Zusammenhang mit dem Neubau des Badehauses, auch im Hinblick auf den gesamten Gesundheitsstandort Tegernseer Tal“, teilt Pressesprecherin Daria Kossogava auf Anfrage mit.

Doch die Klinik im Alpenpark und ihre Patienten würden Behandlungen mit Jod-Schwefelwasser nicht nutzen, „da wir eine auf Anschlussheilbehandlung spezialisierte Einrichtung sind, in welcher frisch operierte Patienten nach chirurgischen Eingriffen behandelt werden“. Diese Aufgabe sei bis vor einigen Jahren noch von den Akutkrankenhäusern übernommen worden.

Aufgrund der gesunkenen Verweildauer im Akuthaus würden diese Aufgabe nun die nachsorgenden und entsprechend qualifizierten Rehabilitationseinrichtungen übernehmen. „Die aus früheren Zeiten bekannten Kuren werden in unserem Haus nicht mehr durchgeführt, deshalb verabreichen wir auch keine Kurmittel“, stellt Kossogava für Klinikbetreiber Ludwig Klitzsch klar.

„Bisher keine Kooperation“

Nicht anders handhabte dies bisher auch die Privatklinik Jägerwinkel in Bad Wiessee: „Es gab keine Kooperation“. Aber mit einem „entsprechenden Ambiente“ könnte sich dies ändern, so der Ärztliche Direktor Dr. Martin Marianowicz, „dann würde das neue Jodbad durchaus in unser Konzept passen“. Denn das Jod-Schwefelwasser wirke sehr positiv bei Gelenkserkrankungen, Rheuma, Arthrose, Osteoporose und Rückenschmerzen.

Bisher haben wir diese Anwendungsmöglichkeit aber nicht genutzt. Es lag einfach an dem Ambiente, das dort bestand.

Aber wenn diese Anwendungen nun in einer neuen Aufmachung geschehen würden, sei es durchaus etwas, was man in die Therapie mit einbeziehen könnte. „Dafür allerdings sind Einzelbäder erforderlich, damit der Patient dort etwa 20 Minuten bei etwa 37 Grad Heilwassertemperatur verweilen und sich danach noch dort ausruhen kann“, so Marianowicz.

Widersprüchliches aus dem Medical-Park

Aus dem Medical-Park gibt es unterschiedliche Informationen. Der Chefarzt für Orthopädie, Dr. Thomas Wessinghage, lässt über die Pressesprecherin Regina Mittermair ausrichten, „dass die Planungen vorsehen, das Jod-Schwefel-Bad auch künftig zum Wohle unserer Patienten zu nutzen“. Man arbeite auch gerne kooperativ mit dem Jod-Schwefelbad zusammen.

Widersprüchliche Aussagen aus dem Medical-Park bezüglich der Jod-Schwefel-Bäder.

Zudem „motiviere man auch die Patienten aktiv“ dazu, die unterstützenden Angebote bei entsprechender Indikation in Anspruch zu nehmen. Doch hört man sich in der Verwaltung von der Hubertus-Klinik um, bekommt man andere Informationen. Dort würde man zwar die Patienten darauf hinweisen, dass es im Ort Jod-Schwefelbäder gebe, doch diese Anwendungen müssten privat abgerechnet werden. Sie können nicht über die Klinik Medical-Park erfolgen.

Wenn Patienten Anwendungen wünschten, würden sie mit dem hauseigenen Bus zum Jodbad gebracht werden. Diese Behandlungen könnten auch nur nachmittags genutzt werden, weil sie nicht in das Konzept des Medical-Parks passen würden. Dies werde schon seit vielen Jahren so gehandhabt. Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern, war aus der Verwaltung zu hören. Erst die Eröffnung des Badehauses wird also zeigen, ob und wie die Kliniken Medical-Park und Jägerwinkel das Gesundheitskonzept der Gemeinde nutzen werden.


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