Umstrittener BOS-Funk

33 Meter für mehr Sicherheit: Kreuth genehmigt neuen Funk-Mast in Stuben

Von Martin

Die Kreuther Gemeinderäte hatten gestern Abend über den umstrittenen BOS-Funk und einen weiteren Standort im Tegernseer Tal zu entscheiden. Dabei wurde klar, auch wenn die Masten für die neue Funktechnologie auf unbewohnten Gebiet stehen sollen, ist nicht jeder automatisch dafür. Und zugunsten der Sicherheit von Verkehrsteilnehmern müssen Kompromisse eingegangen werden.

Der neue BOS-Funkmast in Kreuth bekommt einen tanngrünen Anstrich.

Das staatliche Bauamt hatte den Antrag für einen neuen Masten auf Kreuther Gemeindegebiet gestellt. In Kreuth-Stuben, kurz vor der österreichischen Grenze, soll dieser zukünftig stehen.

Ein wenig abgelegen im Wald wird der Mast aufgrund seiner Höhe von mehr als 33 Metern trotzdem von weiten sichtbar sein. Durch einen tannengrüne Anstrich will man die eineinhalb Meter breite Säule der Umgebung anpassen.

Da sich der Standort in unmittelbarer Nähe zum Landschafsschutzgebiet Mangfallgebirge befindet muss auch die Naturschutzbehörde und die Bayerischen Staatsforsten am Genehmigungsverfahren beteiligt werden. Und auch die Anwohner sollen über die Pläne informiert und in den weiteren Prozess eingebunden werden.

Funklöcher und schnelle Hilfe

Begeistert zeigt sich die Polizei und die Kreuther Feuerwehr von den Plänen. Bisher so die einstimmige Aussage sei die Funkversorgung in diesen Bereichen sehr schlecht.

Dazu Thomas Wolf, der neue 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr:

Die Funklöcher machen die Hilfe vor Ort teilweise ziemlich kompliziert. Zum Teil können wir nicht mal mit den Hubschraubern, die die Schwerstverletzten in Krankenhäuser transportieren sollen, Kontakt aufnehmen.

Wir sind auch keine Fans von solchen Masten. Sie würden aber auf alle Fälle den Bürgern und den Verkehrsteilnehmern, die die Bundesstraße nutzen, mehr Sicherheit bieten.

Trotzdem macht Wolf klar, dass es eine Verbesserung bei den vorhandenen Funklöcher erst dann geben kann, wenn alle Anlagen in Betrieb sind. „Ein Mast alleine kann die Probleme der Rettungskräfte noch nicht lösen.“

Sicherheit schön und gut – aber zu welchem Preis?

In einer anschließenden Diskussion zeigen sich vor allem Markus Wrba (FWG) und Martin Walch (SPD) nicht sehr begeistert von Standort und Maße des neuen Mastes. Walch stellt dabei einerseits die Funktionsfähigkeit des BOS-Funks in Frage und weißt andererseits auf seiner Meinung nach eklatante Widersprüche hin: „Bei Windrädern machen wir alles mögliche, damit wir im Landkreis und in unserem Tourismusgebiet im Tegernseer Tal nicht unsere Landschaft verschandeln.“

Für Günther Smolka (CSU) heilt dagegen der Zweck die Mittel. „Wenn man etwas für die Sicherheit und damit gegen die Funklöcher tun möchte, kann man sich der Errichtung des Mastens nicht verschließen.“ Und Bürgermeister Josef Bierschneider stell klar, dass man sich als Gemeinde „aus sicherheitsrechtlichen Belangen nicht gegen die Sache stellen kann.“ Bei einer Verweigerung durch den Gemeinderat könne die Regierung von Oberbayern auch über den Kopf des kommunalen Gremiums hinweg entscheiden, wo die Funkmasten aufgestellt werden sollen.

Dabei weiß auch der Bürgermeister nicht, wieviele weitere Standorte auf Kreuther Gemeindegebiet noch entstehen können. Bisher hätte man in den Bereichen Glashütte, Siebenhütten/Blauberge und in Scharling gesucht. Unbewohnte Gebiete sind dabei vor allem aufgrund der Genehmigungssituation leichter zu realisieren.

Diese Erkenntnis wird auch bei der Abstimmung offenkundig. Gegen zwei Stimmen entscheidet sich der Kreuther Gemeiderat für den neuen Standort in Stuben.


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