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Fußball-Sportanlagen im Tal: Wo die Gemeinden den Rotstift ansetzen

Von Martin

Wie steht es um die Sportanlagen der Tal-Gemeinden?

Wie viel investieren die Gemeinden in die Sportstätten und was lässt sich die Kommune die Instandhaltung kosten? Muss hier auf Grund von Budgetknappheit gespart werden?

Negativbeispiele wie in Bad Wiessee und Tegernsee, wo unter anderem aus einem Vollzeit-Platzwart eine 400 Euro Kraft geworden ist, gibt es natürlich. Wir werden die Auswirkungen dieser umfassenden Sparmaßnahmen im Rahmen unserer kurzen Serie beleuchten.

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Einsteigen möchten wir jedoch mit den Gmundern. Denn bei den Sportfreunden (SpFrd) erfreut sich der Verein und deren Amateurfußballer infrastruktureller Rahmenbedingungen auf Champions-League-Niveau.

Zwei Rasenplätze mit annähernd internationalen Maßen, bei denen Investitionskosten bis zu 300.000 Euro angesetzt werden können, verlegte man diese heute nochmals neu.

Das Vereinshaus der Sportfreunde Gmund-Dürnbach - ein Schmuckstück, wie die Plätze

Zusätzlich ein Trainingsplatz. Eine Flutlichtanlage für Trainingseinheiten und Spiele am Abend.

Außerdem ein fast neues Vereinsheim, das 1994 in Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Verein für eine Millionen DM errichtet, und 2005 um eine 10.000 Euro teure Terrasse erweitert wurde.

Dabei steuerten die Sportfreunde jeweils rund ein Drittel der Kosten bei bzw. beteiligten sich durch Eigenleistung.

“Lieber pflege ich die Anlagen heute, als diese morgen für viel Geld zu sanieren”

Genutzt werden die Sportstätten ausschließlich von den Sportfreunden, die auf dem Sportgelände regelmäßig größere Turniere veranstalten und Fußballschulen für Jugendtrainings beherbergen.

Interessant zu wissen ist auch, dass der obere Hauptplatz vor 25 Jahren verlegt wurde und in den Büchern mit einer Nutzungsdauer von ca. 22 Jahre vermerkt ist. „Eigentlich müsste der Platz irgendwann neu verlegt werden“, so Bauhofleiter Hubert Häusler.

Die Bauhofmitarbeiter haben es allerdings durch regelmäßige Instandhaltung und Pflege in den zurückliegenden Jahren geschafft, diese Laufzeit zu verlängern. Der Kommune kommt dies über kurz oder lang also deutlich günstiger. Und Gmund hat scheinbar irgendwann begriffen: lieber pflege ich die Anlagen heute, als diese morgen für viel Geld neu zu errichten bzw. zu sanieren.

Die Gemeinde lässt die Plätze an der Tölzerstraße ein bis zweimal die Woche mähen und pflegen. „Pro Platz werden 45 Minuten Mähzeit angesetzt“, verrät Bauhofleiter Häusler. „Das entspricht auch dem tatsächlichen Aufwand“, so der Bauhofchef und fügt an: „Bei Bedarf, ansonsten etwa alle zwei Jahre werden neue Grassamen gesät.“

Die beiden großen Plätze an der Tölzerstraße

Dies sei auch nicht ganz billig. „Ich kann die Fußballer und ihren Unmut, dass der Platz bei schlechter Witterung gesperrt wird, durchaus verstehen“, so Häusler, aber der Schaden, den ein aufgeweichter Platz erleidet, sei einfach zu groß.

Ein Hausmeister mit einer eigenen 100 m² großen Dienstwohnung

Ein neuer Hausmeister sorgt seit Juni 2011 für die Sauberkeit des kompletten Vereinsheims, die Gärtnerarbeiten der Spielfeldumrandung und für die Bewässerung der zwei Fußballfelder und des angrenzenden Trainingsplatzes. Ohne dafür ein Entgelt zu erhalten.

Als Gegenleistung darf er „nur“ in der über 100 m² großen Wohnung im ersten Stockwerk des Vereinsheims zu äußerst vergünstigten Mietbedingungen wohnen. Dementsprechend ist seine Tätigkeit als Hausmeister nur nebenberuflich zu finanzieren.

Hervorragende Rahmenbedingungen – aber nicht überall

Abgesehen davon, dass das Aushängeschild der Gmunder Fußballer, die erste Herrenmannschaft, zweimal in Folge abstieg und nun in der zweit niedrigsten Liga – in der B-Klasse spielt, zieht Hans Weber, Jugendleiter der SpFrd ein rundum positives Bilanz und lobt die hervorragenden Rahmenbedingungen, die nicht nur für Freude bei rund 100 Nachwuchskickern, den Herrenteams und der Damenmannschaft sorgt: „Wir können uns nicht beklagen.“

In den nächsten Tagen werden die Zustände der weiteren Tal-Fußballvereine und das Engagement der anderen Gemeinden unter die Lupe genommen. Und soviel sei vorab verraten: Nicht überall im Tal sind die infrastrukturellen Rahmenbedingungen so gut wie in Gmund.

Man könnte es auch drastischer formulieren, dass andere Gemeinden ihre Sportstätten teilweise nahezu verkommen lassen.

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