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Gehört das Tal bald zum MVV-Bereich?

Von Nina Häußinger

Aktuell gilt der MVV-Bereich nur bis Holzkirchen. Danach müssen extra Tickets Richtung Tegernsee, Bayrischzell und Lenggries bezahlt werden. Das will der Landkreis ändern. Man will endlich zum MVV gehören. Eine Mammutaufgabe – schließlich müsste sich dann vor allem bei BOB und RVO einiges verbessern.

Der Landkreis Miesbach will mit in den MVV-Bereich aufgenommen werden.

Der Landkreis Miesbach will dem MVV beitreten. Aktuell bietet sich dazu eine gute Möglichkeit, weil die Verantwortlichen der MVV die Verbundpartner fördern wollen. „Wir haben den festen Willen beizutreten. Das wird eine finanzielle Belastung werden, aber wir hoffen auf einen kräftigen Beitrag des Freistaates“, betont Landrat Wolfgang Rzehak im gestrigen Kreisausschuss. So sei es dem Landkreis auch versprochen worden. Zwar habe man jetzt einen neuen Verkehrsminister, aber der solle wohl eine ähnliche Linie fahren.

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Um auch den Kreisräten das Thema „MVV“ nun näher zu bringen, stellte der MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch gestern sein Konzept vor. Klar sei, dass immer mehr Autoverkehr von der A8 Richtung Bad Tölz und Tegernseer Tal ströme. „Die Pendler Richtung München seien fast genauso viele, wie andersherum“, so Rosenbusch. Gerade an den Wochenenden sei der Freizeitverkehr hier extrem. Und auch die parkenden Pendler machen dem Landkreis immer mehr zu schaffen.

BOB- und Busverkehr müsste sich ändern

Teilweise brauche ein Fahrgast aktuell vier Fahrkarten, um sich im näheren Umkreis von A nach B zu bewegen. „Das ist nicht kundenorientiert“, betont Rosenbusch. Er machte den Ausschussmitgliedern deutlich, welche Vorteile ein Beitritt ins MVV-Netz bringen würde. Vor allem die Einheitlichkeit im Hinblick auf Tarife, Fahrgastinformationen und Verkehrsplanung sei ein wichtiger Faktor. Auch sei der Verbund sehr sozial.

Es gebe dann beispielsweise Semestertickets und Seniorentickets. „Südbayern ist noch in großen Bereichen ohne Verbund“, so Rosenbusch weiter. Seit 2009 habe man zwar Erweiterungen gemacht, aber nur sehr kleine. Die Bob bekomme in einem Jahr neue Fahrzeuge, schon das wird das Winterthema enorm entlasten, ist sich der ehemalige BOB- und jetzige MVV-Chef sicher.

Trotzdem brauche man für eine Realisierung des MVV-Netzes noch mehr Fahrzeuge. Auch die Busse müssen dann in das System eingebunden werden. Bedeutet: Die Anbindung an die Bahnhöfe müsste verstärkt werden und die Busse öfter fahren. Für die Verhandlungen seien somit einige Anforderungen zu erfüllen, damit der Landkreis zum MVV-Netz beitreten kann. Die Vorteile erklärt Rosenbusch so:

Die Busse werden integriert, alles kann dann mit einer Karte gefahren werden. Das würde vor allem den Autoverkehr stark entlasten.

Ebenso sollten dann die Park&Ride Parkplätze nicht mehr derart überfüllt sein, da viele direkt von Zuhause die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Die Kosten seien schwer abzuschätzen. „Das fängt bei einigen 100.000 Euro an und kann in die Millionen gehen“, so Rosenbusch. Je nachdem wie viel Zugverkehr es geben soll. Klar ist auch, dass ein Beitritt nur zusammen mit dem Landkreis Bad Tölz Sinn mache. Die Ausschussmitglieder jedenfalls hatten nach der Vorstellung von Rosenbusch Redebedarf und waren sich einig, dass der Beitritt dringend nötig sei.

Elisabeth Janner war der Meinung: „Ich bin eine geschädigte BOB-Fahrerin. Das macht nur Sinn, wenn Züge öfter fahren und mehr Platz ist. Bevor das nicht passiert, können wir uns das alles schenken.“ Rosenbusch betonte: „Unterschätzen sie nicht die neuen Züge. Das ist ein ganz anderes Niveau mit mehr Kapazität.“ Auch ist er sich sicher, dass es sich bei der gesamten Debatte um ein politisches Thema handle, das man einfordern müsse. „Jeden Tag. Immer wieder.“

Rzehak will mit Nachbarlandkreis mithalten

Auch der Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider ist froh, dass das Thema nun endlich angegangen wird: „Wir unterstützen das als CSU auf jeden Fall, dass wir hier Nägel mit Köpfen machen und den nächsten Schritt gehen.“ Bis wann das Projekt realisiert werden kann ist derweil noch unklar. Von 2026 war die Rede. „Da ist ihr Nachbarlandkreis deutlich ambitionierter“, betont Rosenbusch. Die wollen es schon bis 2022 schaffen.

Landrat Rzehak betonte daraufhin: „Landrat Niedermeier und ich sind uns einig. Das Ziel ist Ende 2022. Ob wir das schaffen, werden wir sehen.“ Damit beschloss der Ausschuss, dass der Landkreis in die Verhandlungen eintreten und die Öffentlichkeit regelmäßig über den Fortschritt informieren solle.


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