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Verwaltungsaufwand soll durch interne Absprachen gesenkt werden

Gemeinsam und doch unterschiedlich

Von Nadja Weber

Die Fusion der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) und der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) ist im April vergangenen Jahres gescheitert. Beide Organisationen sind nach wie vor parallel und eigenständig in der Tourismusbranche tätig. Doch was ist ihr Alleinstellungsmerkmal?

Georg Overs und Harald Gmeiner sind teils für eigenständige Bereiche zuständig, ziehen aber dennoch am gleichen Strang
Georg Overs und Harald Gmeiner sind teils für eigenständige Bereiche zuständig, ziehen aber dennoch am gleichen Strang.

Durch das „Nein“ des Schlierseer Gemeinderats ist die Fusion von TTT und ATS zu einer gemeinsamen landkreisweiten Vereinigung vom Tisch. Beide Organisationen sind nach wie vor parallel in der gleichen Branche tätig.

Wenn sich so mancher Bürger die Frage stellt, worin sich die Tourismusorganisationen überhaupt unterscheiden, ist das legitim. Denn beide werden finanziell vor allem von Steuergeldern der Gemeinden und des Landkreises getragen.

„Nach dem nicht zustande gekommenen Zusammenschluss ist die TTT eine reine Destination Management Organisation in vollem Umfang, aber nur für das Tegernseer Tal“, erklärt Geschäftsführer Georg Overs. Die ATS hingegen sei eine landkreisweit agierende Tourismusorganisation. Die lokale Differenzierung macht sich vor allem in den Arbeitsbereichen Marketing, Produkt- und Angebotsentwicklung bemerkbar.

Unterschiedliche Aufgabenbereiche

Die ATS arbeitet hauptsächlich für die Schwerpunktthemen Wandern, Rad und Winter innerhalb der gesamten Alpenregion Tegernsee Schlierssee. Vergleicht man die Internetseiten der TTT und der ATS fallen dennoch gemeinsame Themenbereiche auf, wie Gesundheitstourismus oder familienfreundliche Freizeittipps. Sollten sich Überschneidungen ergeben, sprechen sich die Organisationen intern ab.

Dennoch werden Aufgaben zum Teil noch doppelt durchgeführt. Laut Overs konnte der Aufwand für Absprachen durch entsprechende Vereinbarungen zwar gesenkt werden, er sei aber nach wie vor vorhanden. Harald Gmeiner, Geschäftsführer der ATS, sieht darin aber kein Problem:

Die Absprache gelingt unproblematisch, da wir ja im selben Haus arbeiten und Geschäftsführer, Abteilungsleiter und Mitarbeiter sich im intensiven Austausch befinden.

Für Events und Veranstaltungen im Tal ist ausschließlich die TTT verantwortlich sowie für den Betrieb der fünf Tourist-Informationen der Talgemeinden. Die wichtigsten technischen Systeme, wie die sogenannte Travel Technologie, nutzen beide Tourismusorganisationen. Sie bilden die Basis für ein gemeinsames Marketing.

Weil diese Systeme landkreisweit zum Einsatz kommen, ist die Betreuung und Wartung der technischen Systeme Aufgabe der ATS. „Zusammen mit den Orten und den Gemeinden sollen die Systeme weiterentwickelt werden“, so Gmeiner weiter.

Finanzierung

Die TTT wird von den Gemeinden finanziert. Diese wiederum erwirtschaften ihre Gelder aus dem Fremdenverkehrsbeitrag und dem Kurbeitrag. Die ATS wird vorwiegend aus der Kreisumlage finanziert, aber auch von Beiträgen der Gemeinden und der TTT, letztere stellvertretend für die Talgemeinden. Die ATS wurde bislang mit jährlich 850.000 Euro vom Landkreis finanziert. Ab 2017 stellt der Landkreis nur noch die Hälfte des derzeitigen Budgets zur Verfügung. Dazu Gmeiner:

Wir brauchen grundsätzlich ein neues Finanzierungskonzept und sind auch schon dabei, ein solches auszuarbeiten.

Die TTT kann jährlich auf ein Budget von rund vier Millionen Euro zurückgreifen. „Unser Budget ist weitaus größer als das der ATS, was vor allem daran liegt, dass wir die fünf Tourist-Informationen betreiben“, erklärt Overs. Das Budget der TTT setzt sich aus Beiträgen der fünf Gemeinden und einem eigenwirtschaftlichen Ertrag von rund einer Millionen Euro zusammen.

Trotz der knapperen finanziellen Mittel, die der ATS in zwei Jahren nur noch zur Verfügung stehen, und der gescheiterten Fusion aller touristischen Strukturen im Landkreis wollen beide Organisationen die positiven Entwicklungen aufrecht erhalten. Gmeiner ist sich sicher: „Um Ziele zu erreichen, ist nicht immer eine Gesellschaft notwendig, sondern die Überzeugung und der Wille.“

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