Dürnbach: Handwerker wohnen günstiger als Familien
Geschickter Deal am Landbaderfeld

von Christopher Horn

Am Landbaderfeld in Dürnbach entsteht eine neue Siedlung. Neben reinen Wohnhäusern werden auch Gewerbeeinheiten gebaut. Zwei Handwerker wollen das nun verbinden. Wohnen und Arbeiten an Ort und Stelle – und das zu einem günstigeren Quadratmeterpreis als die Familien nebenan.

Auf dem Landbaderfeld entstehen Wohn- und Gewerbeeinheiten
Auf dem Landbaderfeld entstehen Wohn- und Gewerbeeinheiten

Am Landbaderfeld in Dürnbach haben die Verantwortlichen im Gmunder Rathaus vergangenes Jahr die Weichen für ein neues Wohngebiet gestellt. Auch ein Einheimischenprogramm wurde beschlossen. Zudem entstehen Gewerbeeinheiten.

Die Bauarbeiten sind bereits in vollem Gange. Gestern Abend diskutierten die Gmunder Bürgervertreter nun die Bauanträge zweier Handwerker. Sie wollen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Wohnen und Arbeiten an einem Platz.

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Angst vor Maximalbebauung

So will Martin Hupfauer ein Gebäude mit Tiefgarage und Autoaufzug errichten. Neben einer Spenglerei, einem Lager, Personal- und Büroräumen sowie einer Praxis sind im Dachgeschoss auch zwei Wohnungen geplant. Ein ähnliches Ziel verfolgt auch Josef Seestaller. Auch er will einen Wohn- und einen Geschäftsbereich bauen. Die Gebäude Hupfauer und Seestaller sollen schließlich miteinander verbunden werden. Gemeinderätin Barbara von Miller (SPD) findet das gar nicht gelungen:

Wir bekommen hier eine Maximalbebauung.

Ihr ist vor allem der große Wohnbereich der beiden Häuser ein Dorn im Auge. Und das aus gutem Grund. Eigentlich ist das Landbaderfeld in diesem Bereich ein Gewerbegebiet. Der Quadratmeterpreis ist daher günstiger als wenige hundert Meter weiter an der Stelle, an der das reine Wohngebiet beginnt und die einheimischen Familien wohnen.

„Das macht schon einen deutlichen Unterschied“, betont der Gmunder Geschäftsleiter Florian Ruml auf Nachfrage der TS. Eine konkrete Zahl wollte er jedoch nicht nennen und verwies auf Vertragsangelegenheiten. Wichtig sei nur, dass die Wohnfläche nicht die Gewerbefläche überwiege, weiß Bürgermeister Georg von Preysing (CSU): „Das wäre nicht zulässig. Mindestens 51 Prozent muss Gewerbe sein.“

Bewohnen dürfe die Wohnung auch nur, wer in dem Gebäude arbeite. Auf Nachfrage der TS erklärt Christine Lang, die Leiterin des Gmunder Bauamts, dass die Gemeinde hierauf besonders achten wird: „Über eine Dienstbarkeit kann man das regeln. Die Gemeinde muss die Einhaltung dann regelmäßig überprüfen“, so Lang.

Am Landbaderfeld grenzen Wohn-, Gewerbe- und Mischgebiet aneinander. Quelle: Eberhard von Angerer

Bürgermeister Georg von Preysing und Vize Georg Rabl (FWG) begrüßen ausdrücklich die dort entstehende Mischform aus Wohnen und Arbeiten. „Wir haben uns die Idee Wohnen und Arbeiten an einem Platz auf die Fahnen geschrieben. Es wurde genau das umgesetzt, was wir an dieser Stelle wollten“, betonte Georg Rabl.

Im Tegernseer Tal sei die Wohnsituation nicht so einfach, ein solcher Schritt sei ein wichtiges Signal zur Mitarbeiterbindung, ergänzte von Preysing. Am Ende stimmte der Ortsplanungsausschuss mit einer Gegenstimme für das Bauvorhaben. Die Herren Hupfauer und Seestaller dürfte das freuen, sie haben einen geschickten Deal gemacht. Sie haben ihren Arbeitsplatz direkt vor der Haustür und bieten ihren Angestellten günstigen Wohnraum an Ort und Stelle.

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