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Tod nach Rottacher Unfallflucht

Großaufgebot: Ermittler befragen Anwohner

Von Christopher Horn

Aktualisierung vom 5. Dezember / 14:15 Uhr
Am vergangenen Freitag war die 52-jährige Rottacherin, die in der Nacht des 17. November erst angefahren und dann liegen gelassen wurde, ihren schweren Verletzungen erlegen.

Im Fall der tödlichen Fahrerflucht sucht die Polizei dabei weiterhin mit Hochdruck nach dem Täter. Gestern haben die Ermittler mit einem Großaufgebot die Anwohner im Umfeld der Unfallstelle befragt.

Gestern hat die Polizei nochmals alle Anwohner im Umfeld des Tatortes befragt
Gestern hat die Polizei nochmals alle Anwohner im Umfeld des Tatortes befragt / Quelle: Archivbild

Wie die Polizei heute auf Nachfrage bestätigt, habe es gestern ab den Nachmittagsstunden eine gesammelte Anwohnerbefragung im Umfeld der Unfallstelle rund um die Karl-Theodor-Straße gegeben. Dafür waren insgesamt 30 Beamte im Einsatz, 20 davon waren Bereitschaftspolizisten.

„Die Bürger haben sehr gut mitgemacht, es konnten jedoch keine entscheidenden Hinweise gewonnen werden“, erklärt Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Schon im Laufe der vergangenen zwei Wochen hatte die Polizei nach und nach diverse Zeugen und auch Mitarbeiter in Rottacher Betrieben befragt, sich aber gestern nochmals für die koordinierte Aktion entschieden.

Fahrzeugteile werden weiter untersucht

Auch die Fahrzeugteile, die die Polizei am Tatort sicherstellen konnte, haben bislang keine heiße Spur gebracht und werden derzeit noch immer vom Landeskriminalamt untersucht. „Es handelt sich hier leider um sehr kleine Teile“, so Sonntag weiter. Hätte man Stücke mit einem Prüfzeichen oder einer Individualnummer gefunden, wären Rückschlüsse auf des Fahrzeug deutlich einfacher gewesen. Das sei hier aber eben nicht der Fall, so der Polizeisprecher weiter.

Durch die Auswertung einer Geschwindigkeitsmessanlage in der Nähe des Tatortes wissen die Beamten zudem, dass in der Tatnacht mehrere Fahrzeuge die Karl-Theodor-Straße passierten. Das Problem: die elektronischen Messtafeln registrieren nur die Anzahl der vorbeikommenden Autos, machen jedoch keine Bilder der Nummernschilder. Demnach ist die Polizei darauf angewiesen, dass sich die Fahrer eigenständig melden: „Es haben sich aber noch immer nicht alle Fahrzeughalter, die in der besagten Nacht die Messstelle passiert haben, bei uns gemeldet“, so Sonntag.

Auch wenn die Maßnahmen bislang nicht den erhofften Erfolg gebracht haben, betont der Polizeisprecher, dass man den vorhandenen Spuren weiter nachgehen wird. „Wir haben noch eine Reihe weiterer Ermittlungsansätze, die wir derzeit verfolgen“. Welche das sind, wollte Sonntag aus ermittlungstaktischen Gründen jedoch nicht verraten.

Ursprünglicher Artikel vom 2. Dezember mit der Überschrift: Kripo wertet Messgeräte aus
Am vergangenen Freitag erlag die 52-jährige Rottacherin, die vor rund zwei Wochen von einem unbekannten Autofahrer angefahren und liegen gelassen wurde, ihren Verletzungen. Die Auswertung der Geschwindigkeitsmessung vor Ort hat den Ermittlern dagegen nur wenig neue Informationen eingebracht.

Vor allem auf konkrete Hinweise ist die Polizei angewiesen. Die Suche nach Personen, die etwas gehört oder gesehen haben, läuft unterdessen weiter auf Hochtouren. Erste Zeugen wurden bereits vernommen.

Auch in der Tatnacht sind einige Autos an der Messstation vorbeigekommen
Die Geschwindigkeitsmessung ist eine der Spuren, die die Kripo verfolgt.

Die achtköpfige Sonderkommission mit dem Namen „Heimweg“ geht derzeit mehreren Spuren nach. Bereits kurz nach dem Unfall konnten die Beamten am Tatort Kleinteile eines Autos sichern, die Rückschlüsse auf das Fahrzeug geben. Außerdem wurden auch Spuren an der Kleidung des Opfers gefunden.

Auch die Auswertung der Geschwindigkeitsmessanlage ist abgeschlossen. Zudem suchte die Polizei Ende vergangener Woche intensiv nach einem in Rottach-Egern beschäftigten Mann. Dafür wurden Betriebe, vor allem aus dem gastronomischen Bereich, angesprochen und Gespräche mit Mitarbeitern geführt, wie wir bereits am Freitag berichteten.

Mittlerweile ist jedoch klar, dass der gesuchte Mann nicht der gesuchte Täter ist, sondern lediglich als Zeuge vernommen wurde. Das hat die Polizei heute auf Nachfrage bestätigt. „Wir haben derzeit keinen Tatverdächtigen“, betont Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Zum Inhalt der Zeugenbefragung wollte sich die Polizei heute nicht äußern.

Geschwindigkeitsmessung ergibt keine direkten Hinweise

Weitere Hinweise erhoffen sich die Ermittler durch Autofahrer, die in der Tatnacht am 17. November, in der Zeit zwischen 04:00 und 05:15 Uhr, mit dem Auto die Karl-Theodor-Straße oder den Oberachweg befuhren. Durch die Auswertung einer Geschwindigkeitsmessanlage vor Ort wissen die Beamten, dass dort in der Nacht mehrere Fahrzeuge gefahren sind. Das Problem: die elektronischen Messtafeln registrieren zwar die Anzahl der Fahrzeuge, machen jedoch keine Bilder der Nummernschilder vorbeikommender Autos.

Demnach ist die Polizei darauf angewiesen, dass sich die Fahrer eigenständig melden. „Wir konnten bereits mit einigen Fahrzeughaltern sprechen, jedoch noch nicht mit allen“, erklärt Sonntag die Situation. Daher bittet er jene, die an der Karl-Theodor-Straße selber mit dem Auto oder zu Fuß unterwegs gewesen sind oder jemanden kennen, auf den das zutrifft, sich dringend unter der 08025/299299 bei der Kripo zu melden.

Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, werden auch weiterhin mit 5.000 Euro belohnt.

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