Hundebesitzer meldet sich bei Polizei
Giftfutter in Rottach-Egern ausgelegt?

von Nicole Kleim

Ein Spaziergänger findet am vergangenen Samstag am Rottachdamm Hundefutter im Schnee und kann sein Tier nicht mehr davon abhalten, davon zu fressen. Ein Vorfall mit Konsequenzen. Sowohl für den Hund als auch für dessen Besitzer.

Ausgelegtes Hunde-Trockenfutter – auf einer Strecke von 6 Metern – direkt am Rottachdamm verunsichert Hundebesitzer: Giftköder oder Fehlalarm?

Ausgelegtes Rattengift an der Weißach, ein Mann, der Hund und Herrchen in Rottach bedroht, und jetzt das: Am Rottachdamm in Rottach-Egern, in unmittelbarer des Gewerbehofs, findet ein Spaziergänger am Samstag eine große Menge an Hunde-Trockenfutter im Schnee. Gegenüber der TS erklärt der Hundebesitzer:

Das Futter ist auf einer Länge von sechs Metern unter dem Schnee in Wellenlinien ausgelegt worden.

Sein Hund habe davon gefressen. Aus Angst, das Futter könnte vergiftet sein, konsultiert er kurz nach dem Vorfall die Rottacher Tierärztin Dr. Sabine Gordon. Diese verabreicht dem Hund eine Injektion, damit sich das Tier erbricht und empfiehlt dem Rottacher eine Folgetherapie für den Bernersennen.

Abwarten und Tee trinken? Geht nicht.

Ob es sich wirklich um mit Gift präpariertes Hundefutter gehandelt habe, könne er nicht sagen. Und auch die Tierärztin bestätigt auf Nachfrage, dass derzeit noch nicht klar sei, ob es sich um Giftfutter oder einen Fehlalarm handelt. Man wollte aber nicht abwarten, bis bei dem Tier die typischen Vergiftungssymptome aufgetreten wären:

Wenn der Hund erst einmal Blutungen hat, ist es viel aufwändiger, ihn zu behandeln.

Weil das Futter eher nach normalem Futter aussah und keine Verfärbungen hatte und sie davon ausgehen konnte, dass weder Säure noch Lauge beigemischt wurden, habe sie den Hund erbrechen lassen. Für eine genaue Diagnose hätte der Hundebesitzer das Erbrochene jedoch untersuchen lassen müssen.

Die Kosten dafür betragen laut Auskunft von Frau Dr. Gordon zwischen 80 und 120 Euro. Geld, das der Hundebesitzer – zusätzlich zu den Kosten des Arztbesuches in Höhe von 150 Euro – selbst in die Hand nehmen müsste. Was er deshalb nicht tat, weil er glaubt, dass man “von dem bisschen, was der Hund gefressen habe, nicht unbedingt den vergifteten Teil erwischt hätte.”

Selbst, wenn jemand das Futter nicht in böser Absicht ausgelegt hat, werde damit allerdings eine Lawine losgetreten, betont die Tierärztin:

Warum streut jemand Futter an einer Stelle aus, die von Spaziergängern oft frequentiert wird? Was bei dieser vielleicht unbedachten Tat nicht berücksichtigt wird, sind sowohl die finanziellen Konsequenzen für den Hundebesitzer als auch die Strapazen für das Tier.

Nun will der besorgte Rottacher Hundebesitzer aufrütteln. Es sei schließlich um das Leben seines Tieres gegangen. Selbst wenn jemand nur „normales Futter“ ausgelegt hätte, sei so ein Handeln verantwortungslos. “Mein Hund musste jedenfalls eine Tortur über sich ergehen lassen.“ Das restliche Futter werde er jetzt einsammeln und – auf eigene Kosten – auf Giftrückstände untersuchen lassen.

Von einer Anzeige hat der Mann aktuell abgesehen, wie die Polizei in Bad Wiessee mitteilt. Dennoch wurde der Fall noch am Samstag von der Rottacher Tierärztin gemeldet.


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