Kein weiterer Wintergarten in Egerner Bucht
Rottacher Freiherr scheitert mit Antrag

von Klaus Wiendl

Im Januar genehmigte der Rottacher Ortsplanungsausschuss dem Hotel Malerwinkel die Vergrößerung des Wintergartens. Nun will auch der Nachbar einen. Doch daraus wird nichts.

Als Nachbar vom Hotel Malerwinkel wollte der Eigentümer für sein Haus ebenfalls einen Wintergarten.

Vermutlich dachte Freiherr Louis-Ferdinand von Feilitsch als Antragsteller: Gleiches Recht für Alle. So bestätigt das zumindest sein Architekt Fritz Mayer gegenüber der Tegernseer Stimme. Wenn das Hotel Malerwinkel an der Überfahrt seinen Wintergarten auf über 60 Quadratmeter vergrößern darf, dann sei es nur recht und billig, wenn dies auch sein Bauherr als unmittelbarer Nachbar dürfe.

Doch beide machen die Rechnung ohne den Wirt. Ihr geplanter Glasanbau sei zu „prägend und außerhalb der Baulinie“, so Bauamtsleiterin Christine Obermüller nun in der letzten Sitzung des Rottacher Ortsplanungsausschusses. Während beim Seehotel und Restaurant Malerwinkel von Thomas Höss ein vergrößerter Wintergarten „die Terrasse insgesamt gefälliger mache“, so Bürgermeister Christian Köck im Januar, sei dies beim Nachbarhaus nicht so.

Nutzungsänderung „unberechtigt“

Dies habe sich auch bei der Ortsbesichtigung am Mittwoch gezeigt. „Der Wintergarten soll an der Ostseite über nahezu die gesamte Hausbreite in einer Tiefe von 3,50 Metern entstehen“, erklärt Obermüller. Wenn er kleiner ausfiele, unterhalb des Balkons und nicht über die Breitseite des Hauses, hätte sie keine Einwände. Aber so nicht.

Außerdem befürchte Obermüller bei einer Genehmigung Präzedenzfälle für andere Häuser in Rottach-Egern. Deshalb empfahl Sie, den Bebauungsplan nicht zu ändern. Erschwerend kommt für den Freiherrn hinzu, dass er auch eine Nutzungsänderung beantragt hatte. Er will aus dem ehemaligen Beherbergungsbetrieb eine Privatwohnung machen – mit drei Gästezimmern samt Bädern im Obergeschoß zur Vermietung. Dies geht auch Jakob Appoltshauer (SPD) gegen den Strich:

Den Antrag für Gästezimmer halte ich für “unberechtigt” und den Wintergarten kann ich mir auch nicht vorstellen.

Deswegen werde er nicht zustimmen. So sah es auch die Mehrheit der Räte. Mit einer Gegenstimme wurde der Wintergarten an der Egerner Bucht abgelehnt.


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