Großaufgebot findet vermissten Piloten tot am Walberg
Gleitschirmflieger stürzt aus seinem Sitz

von Robin Schenkewitz

Heute Vormittag ist der vermisste Gleitschirmflieger, den die Bergwacht bereits am Sonntag im Wallberggebiet gesucht hatte, geborgen worden. Mit einem Großaufgebot von Polizei und Bergwacht haben die Einsatzkräfte die weitere Umgebung des Gleitschirms untersucht und den Piloten tot aufgefunden.

Aufgrund der Schwere und der Vielzahl der Verletzungen des Mannes sind derzeit weder Identität noch Todesursache bekannt.

Bild: Drachenflieger.de
Am Montag ist ein Gleitschirmpilot am Wallberg abgestürzt / Bild: gleitschirm.de

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Bereits am Montag hatten wir berichtet, dass am Wallberg ein herrenloser Gleitschirm von einem Wanderer gesichtet wurde.

Die Behörden gingen da noch davon aus, dass sich der Gleitschirm lediglich verselbstständigt hatte und am Hang hängen geblieben war. Mittlerweile herrscht jedoch traurige Gewissheit: der Mann ist tot.

Ermittlungen veranlassen Suchaktion

Nachdem am späten Dienstagnachmittag ein Polizeibergführer den Gleitschirm geborgen hatte, fand dieser am Gurt die Personalien eines 56-jährigen Mannes aus Pfaffenhofen. Von dem vermissten Piloten fehlte jedoch weiterhin jede Spur.

Als die örtliche Polizei den Mann an seinem Wohnort nicht antraf, und man gleichzeitig sein Fahrzeug auf dem Parkplatz der Wallbergstation fand, wurden die Einsatzkräfte hellhörig. „Da es zu diesem Zeitpunkt aber bereits zu dunkel für weitere Maßnahmen war, entschieden die Beamten, erst am nächsten Morgen mit der Suchaktion zu beginnen“, so Polizeisprecher Jürgen Thalmeier auf Nachfrage.

Dank eines so genannten „Vario-Geräts“, das ebenfalls beim verlassenen Gleitschirm gefunden wurde, konnte man den Suchbereich am Wallberg weiter eingrenzen. „Dieses Gerät zeichnet Daten wie Flughöhe und Flugroute auf“, weiß Thalmeier.

Pilot stürzte wohl aus seinem Sitz

Am frühen Mittwochmorgen machte sich dann der Trupp, bestehend aus der Bergwacht Rottach-Egern, einer Hundestaffel sowie Beamten der Alpinen Einsatzgruppe, auf den Weg den vermissten Piloten zu finden.

Nur kurze Zeit später hatte die 29 Mann starke Gruppe Erfolg. Sie fanden den vermissten Gleitschirmflieger rund 250 Höhenmeter unterhalb seines Schirms. „Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass der Mann aus Schirm herausgeklettert und den Weg zu Fuß zurückgelegt hat“, erzählt Thalmeier.

Daher gehe man davon aus, dass der Mann bereits schon vorher aus seinem Sitz herausgefallen sei, so der Polizeisprecher. Wie genau dieser Vorgang von statten gegangen ist, muss allerdings noch ermittelt werden. „Ob es ein Unfall, technisches Versagen oder gar ein Suizid war, können wir im Moment noch nicht beantworten“, weiß Thalmeier.

Auch der Polizeihubschreuber war an der Suchaktion beteiligt / Bild Felix Wolf
Auch der Polizeihubschrauber war an der Suchaktion im felsigen Gebiet beteiligt / Bild Felix Wolf

Ebenso ein Rätsel ist die genaue Identität des Mannes. Aufgrund der Schwere der Verletzungen könne man derzeit nicht sicher sein, dass es sich tatsächlich um den 56-jährigen aus Pfaffenhofen handelt. „Auch wenn vieles dafür spricht – anhand des Passbildes war eine Identifizierung nicht möglich“, so der Polizeisprecher.

Daher müsse man nun zunächst die Obduktion abwarten. Diese wird auch Rückschlüsse auf die Todesursache zulassen, meint Thalmeier. Eines gibt der Polizei aber noch zusätzlich Rätsel auf.

Bis heute ist noch keine Vermisstenanzeige zu dem 56-jährigen Pfaffenhofener eingegangen. Der Mann wird von seinen Angehörigen oder Freunden also noch nicht vermisst.

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