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Runder Tisch bringt Anlaufstelle und Begenungsraum auf den Weg

Gmund mobilisiert Kräfte für Geflüchtete

Von Sabiene Hemkes

Fast tausend Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine haben bei uns im Landkreis bisher eine sichere Unterkunft gefunden. Viele davon auch in Gmund. Nach einem Vorbereitungstreffen formiert sich in der Seegemeinde wieder der Helferkreis.

In der Pfarrkirche St. Ägidius (links) findet heute Abend wieder ein Runder Tisch zum Thema Geflüchtete aus der Ukraine statt.

Täglich steigt die Zahl der Geflüchteten, die voller Hoffnung im Landkreis Miesbach ankommen (TS-Newsticker). Sie alle werden auf Unterkünfte im gesamten Landkreis aufgeteilt oder finden bei Verwandten oder Freunden einen Platz zum Leben.

Laut einer Schätzung der Gemeinde haben bisher zirka 80 Menschen in Gmund eine Zuflucht gefunden. Am vergangenen Dienstag haben sich in Gmund Gemeindevertreter, Interessengruppen und Vereine getroffen, um gemeinsam den Startpunkt für die organisierte und koordinierte Unterstützung der geflohenen Menschen zu setzen. Dazu Bürgermeister Alfons Besel (FWG):

Der „Runde Tisch“ war erfolgreich. Es herrschte reger Austausch und viele Ideen wurden vorgebracht.

Die Initialzündung für das Treffen, informiert die Verwaltung der Seegemeinde, seien zahlreiche Hilfsangebote gewesen, die von Bürgern an die Geminde herangetragen wurden. Also wurde die Gemeinde aktiv und lud Lisa Richters von der Ehrenamtskoordination Asyl und den Integrationsbeauftragten des Landkreises Max Niedermeier sowie Vertreter des Helferkreises Asyl zu einem „Runden Tisch“ ein.

Mit am „Tisch“ saßen die beiden Pfarrer Gmunds sowie Josef Stecher als Vertreter vom Pfarrgemeinderat. Zusätzlich geladen waren Betroffene und deren Gastgeber, Gmunder Bürgerinnen und Bürger, die Hilfe angeboten hatten, und Vertreter der Schulen, wie die Leiterin der Grundschule, Susanne Riedl. Außerdem nahmen Gemeindevertreter und die Leiterin der Gmunder Tafel an den Gesprächen teil.

Pfarrsaal wird zur Begegnungsstätte für ukrainische Flüchtlinge

Erste Ergebnisse des Treffens liegen auch schon vor. Nach dem Beispiel des Bürgerstüberls in Bad Wiessee will man auch in Gmund einen Ort der Begegnung und der Vernetzung für die aus dem Kriegsgebiet geflohenen Menschen schaffen. Dafür stellt die Pfarrei St. Ägidius ihren Pfarrsaal zur Verfügung.

„Uns als Pfarrei ist es sehr wichtig, einen kleinen, aber bescheidenen Beitrag leisten zu können, um die Not für Flüchtlinge zu lindern“ erklärt der Pfarrer der St. Ägidius Kirche Stephan Fischbacher. Die Räumlichkeiten seien zwar als Wohnrum nicht geeignet doch „für einen offenen Treff“, unter Regie der Gemeinde seien sie ideal. Fischbacher ergänzt:

Wir wollen schnell und möglichst unbürokratisch helfen, wie es unserem Auftrag entspricht.

Darüber hinaus wollen die Gmunder eine „Art Bürger-Büro“ mit einem Beratungsangebot für Flüchtlinge anbieten. Geplant ist hierbei, dass Richters als Ehrenamtskoordinatorin der Gemeinde einmal in der Woche Beratungsangebote für die aus der Ukraine Geflüchteten vorstellt.

Betroffene berichten über Schicksal und hoffen auf Neuanfang

Die Geflüchteten und Betreuer, so die Gemeinde, berichteten auf der Sitzung von ihrer teils tagelangen Flucht aus den Kriegsgebieten. Auch, dass einige in der Erstaufnahme in Miesbach erst einmal medizinische Behandlung benötigen – so belastend und anstrengend seien die letzten Tage und Wochen gewesen.

Umso wichtiger sei es nun, machten die Betroffenen deutlich, die Kinder und Jugendlichen so schnell wie möglich wieder in einen normalen Alltag zu integrieren. Auch die Erwachsenen hoffen so bald wie möglich, wieder in einem geregelten Leben Halt zu finden und selbstständig ihr Leben zu gestalten, soweit das möglich sei. Ein erster Schritt sei es, wieder einer Arbeit nachzugehen, wozu aber ein Aufenthaltstitel notwendig sei.

Bei der Frage, wie die Bürger und Bürgerinnen von Gmund die Neuankömmlinge unterstützen können, wurde seitens der Gemeinde zum einen auf das offizielle Spendenkonto verwiesen. Zusätzlich möchte Besel seine Mitbürger einladen, auch aktiv Unterstützung zu leisten:

Der Helferkreis trifft sich heute Abend (Dienstag, 29. April) um 19.00 Uhr im Pfarrsaal. Jeder, der sich berufen fühlt, mitzuhelfen und einen Beitrag leisten will, ist herzlich eingeladen.


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