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Pläne zum Umbau des staatlichen Bildungszentrums in St. Quirin

Gmund bietet Staatsregierung die Stirn

Von Christopher Horn

Die Regierung von Oberbayern will ihr Fortbildungszentrum im Gmunder Ortsteil St. Quirin ausbauen. Mehr Zimmer für die Weiterbildung der Beamten lautet die Devise.

Die eingereichten Pläne lösen allerdings wenig Begeisterung im Gmunder Rathaus aus. Gmund geht daher auf Konfrontationskurs.

Die Pläne zur Erweiterung des staatlichen Bildungszentrums stoßen in Gmund auf Widerstand.
Die Pläne zur Erweiterung des staatlichen Bildungszentrums stoßen in Gmund auf Widerstand.

Das ehemalige Siemens Erholungsheim in der Nördlichen Hauptstraße 26 in Gmund St. Quirin ist seit 2003 im Besitz des Freistaates Bayern und wird seit Jahren als Fortbildungszentrum für Ministerialbeamte genutzt.

Jetzt sollen der Westflügel saniert und das Dachgeschoss auf dem Nordostteil angehoben werden, um dort weitere Gästezimmer unterzubringen. Bisher sind dort Zimmer und Personalwohnungen beheimatet. Im Grundsatz hat die Gemeinde damit kein Problem, mit der Art und Weise des geplanten Baus ist Gmund allerdings nicht glücklich. „Es schaut etwas komisch aus. Im vorderen Bereich bleibt der Dachstuhl so, soll dann aber Richtung Norden angehoben werden“, meinte Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) gestern Abend im Gmunder Ortsplanungsausschuss.

Knackpunkt Dachneigung

Die genauen Einwände der Gemeinde erläuterte dann die Leiterin des Bauamts, Christine Lang: „Laut unserer Ortsgestaltungssatzung wollen wir nur Dachneigungen zwischen 18 und 26 Grad. Hier würden wir aber ein flaches Dach mit gerade einmal sechs Grad bekommen. Daher bräuchte es eine Befreiung von unserer Satzung.“ Der Ausschuss diskutierte gestern also darüber, ob man zu Gunsten der Regierung ein Auge zudrücken oder weiterhin hart bleiben soll. „Mir gefällt das überhaupt nicht. Dass man das einfach so rausbaut, kann ich nicht befürworten“, so Christine Zierer (Freie Wähler).

Und auch der Zweite Bürgermeister, Georg Rabl, sah das gestern ähnlich. Er sei nach wie vor der Meinung, dass es bessere architektonische Möglichkeiten gebe. So passe das einfach nicht, meinte Rabl. Er warnte zudem vor einem möglichen Präzedenzfall, den Gmund schaffe, wenn man eine solche Bauweise genehmige. „Nur weil die Staatsregierung hier die vermeintlich einfachste und billigste Lösung im Sinn hat, müssen wir das noch lange nicht gut finden“, betonte der Vize-Rathauschef weiter.

Zwar ist der Dachanbau von der Straße aus nicht einsehbar, für die Vertreter des Ausschusses machte das allerdings keinen Unterschied. „Was machen wir dann, wenn wir einen anderen Bauwerber bekommen, der sich ebenfalls darauf beruft, dass der Anbau von außen nicht einsehbar ist? Dann bekommen wir ein Problem“, meinte auch Bürgermeister Georg von Preysing. Gmund verweigerte daher einstimmig die Zustimmung zum Antrag der Regierung von Oberbayern und schlug stattdessen die Errichtung eines Mittelfirstes mit einem symmetrischen Dachaufbau vor.

Das letzte Wort hat der Staat

Ob die Regierung von Oberbayern sich daran hält, ist allerdings fraglich. „Die Bayerische Staatsregierung könnte sich das auch selbst genehmigen, wir werden aber gefragt“, erklärte Bürgermeister Georg von Preysing die Situation.

Als staatliche Stelle könnte sich die Regierung von Oberbayern demnach über die Einwände der Gemeinde Gmund hinwegsetzen und die Anhebung des Dachstuhls wie geplant im vereinfachten Genehmigungsverfahren nach Artikel 73 der Bayerischen Bauordnung verwirklichen. Damit würde man die Bedenken der Gmunder Gemeinderäte links liegen lassen. Die wollen dennoch hart bleiben, ihre Einwände der Regierung übermitteln und die Reaktion der Behörde abwarten.

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